Kochen, Putzen, x Elternabende … die Mitmach-KiTas

„Einmal im Monat kochen die Eltern für die Kinder. Alle. Auch die Väter!“, sagt die KiTa-Leiterin und hält mir das Anmeldeformular unter die Nase. Beziehungsweise: den Antrag-auf-Aufnahme-auf-die-elendslange-Warteliste. „Und zweimal im Jahr sind Aufräumtage. Dann gibt es noch die Aktionstage, da stehen Reparatursachen an.“ Sie denkt nach. „Achja, Elternabende. Alle 6-8 Wochen.“ Spätestens jetzt gefriert mir mein eh schon leicht verkrampftes Lächeln im Gesicht. „Wenn eine Erzieherin ausfällt, kann es schon auch mal sein, dass die Eltern einspringen müssen. Und wir haben 35 Schließtage.“

Es ist KiTa Nr. 2, die ich mir heute anschaue. Eine der rar gesäten Ganztagseinrichtungen. Bei Nr. 1 war es das Gleiche. Schließtage, Putzen, Kochen, Elternabende en masse. Davor hing ich stundenlang am Telefon, habe mich auf den Tag der offenen Tür vertrösten lassen (bei dem Heerscharen an Eltern durch die Einrichtung geschleust werden), wurde abgewimmelt („wir nehmen niemanden mehr auf die Warteliste“) oder habe schlicht keinen erreicht. Bei zwei bis drei konnte ich wenigstens mal Daten für die Warteliste durchgegeben (aber machen Sie sich keine große Hoffnung, der Andrang ist riesig). Es geht um einen Platz für September 2014.

Die beiden Einrichtungen, bei denen ich unverschämterweise unangemeldet vor der Türe stehe, weil ich die Abwimmelei am Telefon leid war, liegen in unserer Nähe. Sehr schöne große Außenanlagen, tolle Räume, eigentlich ideal … wäre da nicht diese Elternmitarbeitsgeschichte. Mir kräuseln sich so langsam alleine bei dem Wort die Fußnägel. Immer mehr Kindergärten – zumindest in unserem Städtchen – setzen auf das Mitmachkonzept, es hat irgendeinen tieferen pädagogischen Sinn.

Der sich mir allerdings nicht recht erschließen will, aber vielleicht ist auch einfach mein Rabenmutter-Gen zu sehr ausgeprägt. Ich habe keine Lust auf Aufräumtage und schon gar nicht darauf, regelmäßig in der KiTa-Küche zu stehen und für 20 Kinder ein Mittagessen zu kochen. Zumal ich mir dafür einmal im Monat mindestens einen halben Tag freinehmen müsste fürs Einzukaufen, Schnippeln, Kochen, Abspülen. Arrrgh. Dazu kommen noch die 35 Schließtage im Jahr. Super. Ich habe 29 Tage Urlaub.

Und dann die Elternabende: Ich habe mit Kind1 den ganzen Zyklus von Kindergarten-, Grundschul-, Gymnasialelternabenden schon einmal hinter mir und mir viele Abende lang den Hintern auf winzigen Stühlchen breitgesessen. Ein- bis maximal zweimal im Jahr fand ich absolut ausreichend. Was zu Teufel gibt es da alle 6-8 Wochen zu besprechen? Doch Moment, ist eigentlich klar. Die Eltern kochen ja. Das ist doch DAS Thema: „Also, ich wollte jetzt mal was zu dem Pudding vor Kurzem sagen. Der war doch mit Zucker, oder??!!!?? Ich finde, da sollten wir wirklich drauf verzichten!“ …. „Bio!!1!! Das Gemüse sollte schon bio sein. Und regional!“ Blablubb, vor meinem Geiste tauchen grässliche Diskussionen auf. Ich will da nicht hin.

Für mich unpädagogischen Kleingeist heißt KiTA in erster Linie Entlastung. Für uns Eltern. Und gute Betreuung für den Kleinen. Der soll sich wohlfühlen, gerne hingehen. Ich möchte mich gut mit den Erzieher*innen verstehen. Punkt. Wir haben zuhause genug Alltag inklusive Kochen&Putzen.

Nichts gegen Elternbeteiligungskindergärten, wer’s mag, soll es machen. Aber ich möchte mich gerne entscheiden können – und das kann ich bei dem lokalen Angebot kaum. Der Andrang, Sie wissen schon. Innerlich streiche ich die beiden KiTas trotzdem wieder von meiner Liste, es hat ja keinen großen Sinn, wenn ich nicht hinter dem Konzept stehe, muffelig Gemüse schnippel und mir jetzt schon Ausreden für die Elternabende überlege (auch wenn der Mann das alles nicht sooo schlimm findet). Also weitersuchen. Und hoffen. Dass wir doch noch eine tolle kochfreie KiTa mit für mich vertretbarem Elternmitmach-Aufwand finden.

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25 Antworten zu Kochen, Putzen, x Elternabende … die Mitmach-KiTas

  1. Unsichtbar schreibt:

    ich hab hier auch mit den elterninis geliebäugelt, die machen allerdings auch deutlich warum sie soviel mitarbeit wollen, weil sie so eine halbe erzieher_innen stelle einsparen und damit der betreuungsschlüssel um welten besser ist als in den städtischen kindergärten. trotzdem nervt es mich dass es coole kindergärten nur für, ja für wen eigentlich gibt? ich kenn zwei selbstständige die ihre kinder da haben, und sonst frauen die nicht oder nur „zum spaß“ (selbstbezeichnung) arbeiten, und student_innen, aber die werden immer weniger weil es immer mehr anwesenheitpflicht in der uni gibt… ich würd sofort einen kinderladen nehmen vorallem weil das kind ab diesem herbst hin könnte, aber ich kann hier einfach nicht vemritteln warum ich einmal im monat frei haben muss um zu kochen.

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  2. Corinna schreibt:

    Ich denke ebenfalls, dieses viele Mitmachen ist einfach den Kosten geschuldet. Wenn Eltern mal eben die Kita renovieren, kann man eine Menge Geld für Handwerker einsparen. Wenn die Eltern kochen, spart man sich die Köchin. … und wenn Eltern auf die Kinder aufpassen, kann man mal eben Kosten für Erzieherinnen einsparen. Abgesehen davon, dass dieses Verhalten Arbeitsplätze vernichtet, finde ich, dass ein Kitaplatz eigentlich teuer genug ist und diese Arbeitsplätze dadurch auch finanziert werden können müssten.

    Ich jedenfalls würde auch keinen Zweitwohnsitz in der Kita haben wollen und verstehe Dich sehr gut.

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  3. Unsere erste KiTa war auch eine Elterninitiative. Allerdings eine sehr gut organisierte! Wir haben 1x im Jahr den Garten hübsch gemacht, Sachen repariert etc. Gekocht wurde vom Personal. Elternabende gabs schon regelmäßig, hatten aber eher den Charakter von einem Stammtisch. Die fanden in einer Kneipe statt… Das fand ich gut, weil es eine entspannte fröhliche Atmosphäre war. Geschlossen hatte die Kita nur zwischen Weihnachten und Neujahr. (Ich trauere immer noch…)
    Jetzt sind wir in einer DRK-KiTa und das Verhältnis zu den Erzieherinnen (ja, nur Frauen…) und den anderen Eltern ist viel distanzierter. Einmal im Jahr eine Elternversammlung, wo der Elternbeirat gewählt wird, mehr nicht. Das finde ich schade. Auch hier gibt es einen Arbeitssamstag. Und 3 Wochen Sommerferien UND ‚zwischen den Jahren‘ zu.
    Ich hab mir hier auch eine Elterninitiative angeschaut, bei der es Pflicht war, um auf die Warteliste zu kommen, dem Verein beizutreten, Mitgliedsbeiträge zu zahlen und aktiv mitzuarbeiten. Schon BEVOR das Kind überhaupt einen Platz hatte. Nur bei aktiver Mitarbeit bestand eine Chance auf einen Platz…
    Auch 2013 ist es bei weitem noch nicht alles gut, was die Kita-Platz Situation angeht, auch wenn immer so getan wird, weil doch jetzt ein Rechtsanspruch ab 1 Jahr besteht.

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  4. Katharina schreibt:

    Ich schimpfe ja immer über unsere wahnsinnig teuren Privatkrippen hier in der Schweiz, aber wenn ich sowas lese, bin ich fast wieder ein kleines Bisschen froh drum. Für nen Hunni im Tag habe ich absolut keine Hemmungen, der Leiterin den Kurzen im Schlafanzug und Nachtwindel plus eine Plastiktüte mit Zubehör hinzustrecken und zu sagen „mach mal, dafür zahlen wir auch so teuer“. Und Gemüse wird auch keines geschnetzelt. Und Elternabende gibt es keine. Null. Nada. Elterngespräch im kleinen Rahmen mit der Kitaleitung und der festen Bezugsperson über den Entwicklungsstand einmal, auf Elternwunsch zweimal jährlich, Weihnachtsfest, Sommerfest, fertig.
    Für einmal bin ich grad überhaupt nicht neidisch 🙂

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  5. Nesselsetzer schreibt:

    Immer dieser soziale Zwangsmist, das ist schon wie in der DDR, und die Gesundheitsdiktatur mit ihrem Biomüll als Nahrungsgrundlage ohne dem ach so schädliche Zucker kann ich echt nicht mehr hören – oder lesen. Alles Gesundheitsfetischisten, ich will fettes! Und süßes! Und nix Grünes! 😉

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    • Ute Verweyen schreibt:

      das erlebte ich schon vor 23 Jahren so. Eigentlich noch schlimmer! Hatte nach dem Gespräch“ nur Vollwertkost“ mächtig Lust auf McD.Und mir stand der Sinn nach Stöckelschuh,enger Rock und roter Lippenstift. Die Beine enthaart! Aber schmallippige strengblickende Frauen in Birkis und naturbelassener Woll- und Hanfkleidung (es war in den 80er) riefen bei mir immer so heftige oberflächliche Wünsche hervor. So viel hat sich wohl nicht geändert- von der Kleidung mal abgesehen.Diese Tochter -es war die dritte und nicht die letzte) kam dann in einen strengen kirchlichen konservativen Kiga,der ihr ziemlich gut gefiel und ihrem chaotischem Naturell gut bekam.Die beiden anderen hätten dort gestreikt-aber Kigas (bemerke,ich spreche nicht von Kitas) müssen ja zum Kind passen.Die Öffnungszeiten waren atemberaubend-bis 12.30 Uhr- ich kannte bis dahin nur 11.45 Uhr! 45 Minuten mehr um die Älteren aus der Schule in Empfang zu nehmen und das Baby zu füttern!-Grüße an euch junge Mütter! von selberschön!

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  6. Mama arbeitet schreibt:

    LIebe Cloudette,

    ich habe auch nicht die geringste Lust, in der Kita zu kochen, Handtücher zu waschen, oder für die Erzieher einzuspringen, falls jemand krank ist. Wir scheinen ähnliche Gene zu haben. 🙂

    Glücklicherweise ist das hier in Konstanz eher die Ausnahme, ich habe nur bei einer Besichtigung ähnliches wie du erlebt, und für mich war gleich klar, dass das ganz und gar nicht meine Wellenlänge ist. Diese Ideologie des Mitmachens entspringt der Idee, dass alle ganz viel Zeit hätten, um sich einzubringen, weil sich ALLES im Leben ums Kind dreht. Vor allem bei den Müttern, natürlich. Nein, das ist nicht meins,

    Gern gelesen, und ganz deiner Meinung! Und viel Glück beim Weitersuchen!

    Christine

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  7. cloudette schreibt:

    Ach, noch ein Nachtrag zum lieben Geld: die Mitarbeit wird damit zumindest bei den beiden Kitas, die ich mir angeschaut habe, nicht begründet, sondern pädagogisch (wobei ich mich frage, wer hier erzogen wird, grummel, aber egal). Es ist zudem auch kaum günstiger als in unserer jetzigen Kita (die U3 ist, leider). Dort zahlen wir für das Essen 60€ im Monat (Frühstück, Mittagessen, Snack), wird alles geliefert, die Kinder und Erzieher*innen sind zufrieden, es scheint zu schmecken. In den beiden Eltern-Kitas müssten wir 40€ zahlen plus die Mehrkosten, wenn man über 30€ einkauft. Die 20 Euro zahle ich gerne mehr. Und wenn man da jetzt noch die Arbeitszeit reinrechnet, ist das Ganze sowieso deutlich teurer. Einzelne (!) Aktionstage zum Renovieren sind nochmal was anderes (finanziell gesehen), da könnte ich mich mit abfinden.

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  8. Mamachaos schreibt:

    Oh ich habe da auch ein Rabenmutter-Gen, das mit den Fussnägeln kann ich gut nachvollziehen. Ich frage mich immer wie die sich das vorstellen. Entlastung sieht anders aus!
    Ich weiss nicht wie ich das machen würde, wenn ich soviel mithelfen und anwesend sein müsste, daher bin ich sehr dankbar, dass es das hier so nicht gibt!
    Ich drücke die Daumen, dass ihr eine gute Alternative findet!

    Liebe Grüsse
    Nathalie

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  9. muetzenfalterin schreibt:

    ich finde deine einstellung so was von sympathisch und nachvollziehbar.
    dieses ewige mitmach- und wir-müssen-uns-doch-alle-kennenlernen-und-was-zusammen-machen ding, geht mir auch ganz furchtbar auf die nerven. häufig beneide ich meine mutter, die damals zu den (seltenen) elternabenden und elternsprechtagen musste. und damit hatte es sich.
    entlastung war einmal, jetzt hat engagement zu sein!

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  10. mama007 schreibt:

    @ Katharina: NEIN! Man bringt die Kinder nciht in die Kita um Zeit für was anderes (Arbeit? Man selbst?) zu haben, sondern damit die Kinder Sozialkompetenz erwerben! So haben mir das jedenfalls die Mütter erklärt, die nur „zum Spass“ arbeiten. Ich persönlich seh das nämlich genauso rabenmuttermäßig wie ihr…. UNerhört! Mama007

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    • Katharina schreibt:

      Also mir macht die Arbeit zwar auch Spass… aber trotzdem bezahle ich die Kita, damit sie sich um mein Kind kümmern 🙂
      Irgendwie scheint sich bei der Marktlage das Verhältnis Kund*in : Dienstleister*in umzudrehen…. ob das auf Dauer gesund ist?

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  11. Xeniana schreibt:

    Ich arbeite in einer „Mitmachkita“ in der ich vorher Mutter war. Und ja-auch ich fand das Kochen,Putzen, reparieren, Elternabende neben meinen Job als Heilpädagogin anstrengend. Ganz klar: das muß man wollen“ Die Kitas sind ja (in den 68?) unter anderem deshalb entstanden weil Eltern mehr Mitspracherecht haben wollten.
    Das ist das was auf der Haben Seite steht- (jetzt aus Mitarbeitersich)
    Das die Eltern kochen erspart uns Kosten die sich dann in einem besseren Betreuungsschlüssel niederschlagen. Alle unsere eltern sind berufstätig, also kochen sie meist vor und wir wärmen auf. Die eltern sind Vorstand und stellen das Personal ein, regeln die Kinderaufnahmen, Ich halte es für verfehlt hier eine debatte über Rabenmütter oder nicht zu führen. In einen“Kinderladen“ sollte man nur gehen, wenn man es wirklich will. …

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    • Xeniana schreibt:

      Ich finde man braucht das nicht moralisch bewerten, solange man die Wahl hat,kann jeder sich doch so entscheiden wie für seine Situation zuträglich ist und zum eigenen Wesen passt. Blöd ist natürlich wenn man/frau die Wahl nicht hat. Sozialen Druck erlebe ich in meinem Umfeld diesbezüglich wirlklich selten. Dafür ist die Berufswelt auch einfach zu stressig geworden.

      .Noch ein Punkt zur haben Seite: unter den Eltern herrscht hier ein guter Kontakt.Heißt man kann jederzeit sein Kind parken, auch Übernacht und am Wochenende….Das ist Usus und ermöglicht gerade wenn man alleinerziehend ist eine Menge Freiraum. Und es ist weitab von: wir haben uns alle lieb und hühnern ausschließlich um unsere Kinder herum. Im Gegenteil, bei den oft stattfinden Gartenparties sind die Kinder unter sich.
      Es mag sein das der idyllische Stadtrand da noch begünstigend hinzukommt.

      Ich war trotzdem froh als Karla 6 war und ich von den lästigen Pflichten entbunden war…..

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  12. vierachtel schreibt:

    Au weia. Überall derselbe Mist.
    Heute besichtigte ich eine Montessori-Kita. Wunschtermin: 8/14. Chancen=0.

    Seit Kind 2 habe ich ebenfalls keine Lust und Kompetenzen mehr für Elternabende und Stammtisch. Ich will das Kind gut betreut wissen und arbeiten gehen. Nicht mehr und nicht weniger.

    Habe dein Post gerne gelesen und mit einem verzweifelten Auge genickt.

    Viel Glück bei der weiteren Suche!

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  13. birtona schreibt:

    Das Aussuchen-Können ist denke ich der springende Punkt – wir haben freiwillig einen Mitmach-Kinderladen gewählt, wir hatten vorher sogar noch einen anderen Platz näher dran und mit besseren Öffnungszeiten, haben uns dann aber trotzdem für unseren jetzigen entschieden, nicht nur, weil der Laden drinnen und draußen so schön und die Erzieher_innen so toll sind, sondern weil das Mitarbeiten auch viele nette Seiten hat.

    Bei uns ist es ähnlich wie von Xeniana beschrieben: Kochen müssen die Eltern zwar nicht, aber alle halbe Jahr einen Aufsichtsdienst, mal nen Frühjahrsputz und Mitarbeit in einer AG nach Wahl bzw. ggf. Auslosung. Vereinsversammlungen halbjährlich und Elternabende auch in etwa. Zudem gelegentlich Feste. Schließzeit 2 Wochen im Sommer plus eine zwischen Weihnachten und Neujahr. Außerdem gibt es eine jährliche Kinderreise. Die Selbstverwaltung ergibt dann natürlich auch noch viel Kommunikationsarbeit, die Mailverteiler werden rege genutzt und der ganze Flur-Garderobenbereich ist eine einzige Wandzeitung.

    Ich finde das soziale Miteinander, was sich daraus ergibt, aber recht angenehm: kenne nach nicht mal nem Jahr praktisch alle Eltern, im Sommer trifft man sich ständig auf dem nächstgelegenen Spielplatz und im Winter beim Turnen, bei den Älteren ist auch das Andere-Kinder-mit-Abholen und Übernachten Usus. Viele der Kinder wohnen in Wohnprojekten, das hat denke ich mal einen zusätzlichen Einfluss auf das „Kollektiv-Feeling“.
    Und da bei uns (in Hamburg) die Kita-Platz-Situation vergleichsweise entspannt ist (zumindest die Leute, die ich kenne, haben letztlich alle ihren Wunsch-Platz gekriegt, oft sind auch noch kurzfristig Plätze frei), sind in unserem KiLa eigentlich nur Leute, die auf so ne Elternini-Geschichte auch Bock haben.

    Allerdings sind es auch die nur 9 Stunden Gesamtöffnungszeit, die viele Leute ausschließen, denn da kommt man mit Vollzeitarbeit kaum hin. Zumindest eine Person muss immer früher Feierabend machen, das muss man sich auch erstmal leisten können, plus dann eben noch die Mitarbeit, die bei anderen Kitas hier im der Gegend eher die Ausnahme ist (einige werben im Gegenteil sogar mit Bringdienst!)

    Drücke dir auch die Daumen, dass ihr bald was Tolles und für euch Passendes findet!

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  14. cloudette schreibt:

    Für mich ist die Wahlfreiheit auch der springende Punkt. Wie gesagt, hier sind Ganztagskitaplätze eher rar, halbtags + konfessionell wäre sicher nicht so das Problem. Und einige dieser KiTas haben zudem enorme Elternmitarbeit im Programm – mit den unterschiedlichsten Begründungen. Bei den beiden KiTas war zumindest in den Gesprächen nur von Mitarbeit die Rede, nicht von Mitbestimmung ….
    Ich stimme Xeniana absolut zu: Für eine solche Elternmitarbeit sollte man sich wirklich frei entscheiden (können). Ich möchte Elternengagement sicher nicht moralisch bewerten, sondern ich habe für mich persönlich entschieden, dass ich sie in dem Maße einfach nicht möchte. Wobei so eine Entscheidung bei mir dann trotzdem auch mit Zweifeln behaftet ist: Ist das richtig, bin ich nicht zu faul und stur, sollte ich mich dem Kind zuliebe zusammenreißen etc. pp. Deshalb der Rabenmuttergedanke bei mir persönlich,: Ich bin nicht bereit dazu, ich habe keine Lust. (Und ich sehe es nicht ein, solche Dinge wie Kochen nicht zu delegieren, zumal wenn es *keine* finanzielle Begründung zugunsten eines besseren Betreuungsschlüssels dafür gibt). Ich finde eure Erfahrungen sehr spannend und kann die Vorteile einer Ini gut nachvollziehen.

    Vielen Dank euch für die guten Wünsche zur Weitersuche!! Ich hoffe sehr, wir finden etwas, das zu uns/mir/dem Kind passt.

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    • Xeniana schreibt:

      Ich habe mir manchmal in diesem Punkt die DDR zurückgewünscht. Nicht mit der Pädagogik (die fand ich persönlich in meinem Kindergarten und Hort furchtbar), ber bezüglich der Betreuungszeiten schon.Unsere Kinder stehen immer noch 12.00 auf der Matte, weil es im Moment keine Plätze in der Betreuten Grundschule gibt. Ich arbeite 35 Stunden, mein Mann50 pro Woche und wir haben keine Großeltern in der Nähe. Das ist eine kräftezehrende Angelegenheit, jeden Tag kochen,Hausaufgabenbetreuung abwaschen. Das macht mein Mann-der meist von 8.00-11..00arbeitet, dann schnell nach Hause fährt und um 14.00 wieder zur Arbeit fährt, dann übernehme den Haushalt und er ist den Rest des Tages weg. An Tagen an denen er auf Dienstreise ist muss ich entweder Urlaub nehmen oder die Kinder Schlüsselkinder sein lassen……
      Ich finde man muss sich keinen Druck machen, ich fand das Konzept damals (pädagogisch ) gut, die erzieher toll und habe zähneknirschend die Mitbeteiligung in Kauf genommen. Es waren 3 tolle Kitajahre, aber sie waren auch hart…und schöner wäre es gewesen,es wäre leichter gegangen.
      Lange Rede kurzer Sinn…ich wünsche dir viel Glück und erfolg bei der Suche:)

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      • Xeniana schreibt:

        Ich kenne auch eine Kinderladenchefin die ihr Kind im städtischen KIGA hat mit der Begründung: Wie soll das mit Elternbeteiligung denn gehen, dann hab ich ja gar keine Zeit mehr für mich.:)

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      • cloudette schreibt:

        uiuiui, das hört sich in der Tat stressig. Ich wünsche dir ebenfalls viel Glück und Erfolg, dass es mit der betreuten Grundschule klappt. Danke dir!

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  15. Rosalie schreibt:

    Oh, wie kann ich das verstehen! Nach dem wir entschieden hatten, in welche Stadt wir umziehen, hab ich mir die Kitas genauer angeschaut. Sagenhafte 60% der Kitas dort bauen auf Selbstbeteiligung – oder man zahlt Ersatzleistungen. Etwa 30% haben Öffnungs- bzw. Schließzeiten, die allenfalls einen Halbtagsjob erlauben. Der Rest sind Privatkitas mit Rund-um-Glücklich-Service und doppelt so teuer, wie staatliche. So eine haben wir jetzt. Teuer, aber maximal flexibel und dank des Preises nur recht wenigen zugänglich – also keine Warteliste.
    Jetzt weiß ich wenigsten, wozu die 25 Jahre Ausbildung und akademischen Titel gut sind… Nun bin ich tatsächlich unter den Privilegierten angekommen, weil wir ein ganzes Gehalt in Wohnung und Kita stecken können und trotzdem Essen kaufen können.
    Trotzdem ist die Situation in D nicht so schlecht, wie viele meinen. Wir haben einige europäische Länder in Betracht gezogen – da tun sich noch ganz andere Abgründe auf!
    Im Moment leben wir allerdings in der Eltern-Paradies-Stadt der Schweiz. Ich geb zu – ich bin furchtbar verwöhnt. Aber für mich ist der Gedanke auch normal, dass Kinderbetreuung eben ein Gehalt kostet – egal wie rum man’s dreht.

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    • Xeniana schreibt:

      Über den Kostenfaktor habe ich mich auch oft geärgert….250 Euro pro Kind (Wir haben3) und dann noch zusätzliche Kosten, wobei bei uns das dann irgendwie mit dem Essensgeld verrechnet .Wenn es hier eine bezahlbare Rundumglücklichkita gegeben hätte ,hätte ich die auch bevorzugt….

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      • Rosalie schreibt:

        Äh ja, wir zahlen ein ganz klein wenig mehr als 250 Euro…
        So sagen wir mal 800 Euro pro Nase (2 Kitanasen)… Aber hier in der Schweiz kostet ein Kleinkind 2000 Franken und ein Baby ca. 2700.-
        Da fanden wir die Privatkita geradezu billig. Alles eine Frage der Perspektive. Aber definitiv nix für jedermann. Das versteh ich wohl. Auch wenn sichs nicht in barer Münze auszahlt, es ist eine Art Investition für die ganze Familie…

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    • cloudette schreibt:

      oh ja, sehr teuer sind die. Und, was noch dazu kommt, zumindest bei uns hier oft sehr elitär.

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