Personalnotstand in der KiTa

Gestern Abend erreichte mich eine Mail mit dem Betreff “Verringerte Öffnungszeiten”. Leider kein Spam, wie ich kurzzeitig hoffte, sondern von unserem Kindergarten. “Das Team kann die vielen Personalausfälle nicht mehr tragen, daher wird der komplette Kindergarten zunächst um 15.30 Uhr geschlossen.” Eigentlich bietet die KiTa an vier Tagen die Woche eine Betreuung bis 17 Uhr an, für die hoher Bedarf besteht. Bis mindestens Ende März wird das Angebot nun eingeschränkt.

Schon seit Wochen (wenn nicht Monaten) gibt es permanent Personalausfälle. Wegen Krankheit zum einen, was in einer KiTa wenig erstaunlich ist. Wegen langwieriger gesundheitlicher Probleme. Aber auch wegen Stellenwechsel. Am Montag wurde verkündet, dass eine langjährige Erzieherin gekündigt habe, es sei unklar, wann und ob die Stelle nachbesetzt werden könne. Gestern meldete sich eine weitere wohl für längere Zeit krank. Die verbliebenen Erzieher*innen machen seit Wochen Überstunden, alle drehen am Rad. Es ist eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis die nächste ausfällt.

Genau die gleiche Situation hatten wir in der Kinderkrippe. Kind2 hat in den knapp 2 Jahren dort ungefähr 10 (!) verschiedene Erzieherinnen kennengelernt. Es war ein Kommen und Gehen, das gegenüber den Kindern irgendwann nicht mehr vertretbar war. Kaum hatten sie sich an eine Bezugsperson gewöhnt, war die auch schon wieder weg. Wie froh waren wir, als Kind2 in eine Ü3-KiTa wechseln konnte, die für ihre seit Jahren konstante Personalsituation bekannt war.

Aber Pustekuchen. Es zeichnen sich nun ähnliche Probleme ab.

Jetzt wird also die Betreuungszeit reduziert, was den verbliebenen Erzieher*innen etwas mehr Luft verschafft. Für die Eltern und Kinder ist die angespannte Situation belastend. Der Träger zeigt sich hilflos und verweist darauf, dass es in anderen KiTas derzeit genau gleich aussehe: hoher Krankenstand, Stellen können aufgrund Bewerber*innenmangel nicht nachbesetzt werden, Betreuungszeiten werden eingeschränkt, um das verbliebene Personal zu entlasten. Kamen früher auf eine Stellenausschreibung in unserer KiTa nach Auskunft des Trägers 40 Bewerbungen, so sind es derzeit 2. Zwei unqualifizerte, die beide abgelehnt wurden.

Dass es in anderen Einrichtungen ähnlich aussieht, wie auch eine kleine Twitterumfrage* heute morgen ergab, zeigt, dass das kein spezifisches Problem unserer KiTa ist, sondern offensichtlich ein strukturelles, das sich vermutlich in nächster Zeit noch verschärfen wird. Es ist ein Problem, das sich schon seit Jahren anbahnt und bekannt ist. Dieser anstrengende und anspruchsvolle Beruf ist schlecht bezahlt** und die Arbeitsbedingungen zehren an den Kräften des Personals. Das einzig Positive für die Erzieherinnen ist wohl derzeit, dass sie aufgrund des großen Stellenangebots durch den KiTa-Ausbau größere Wahlmöglichkeiten haben und sich besser raussuchen können, in welchem Kindergarten mit welchem Konzept/Kollegium/Leitung sie arbeiten möchten. Die Bezahlung wird dadurch allerdings nicht besser. Die Arbeitsbelastung auch nicht. Und so steht der Burn-out bzw. der nächste Stellenwechsel auch dort vor der Tür.

Und nun? Für alle Beteiligten ist das ein riesengroßer Mist. Betreuungszeiten sind nicht verlässlich, das Personal ist ausgebrannt. Die Kinder müssen ständig von liebgewonnenen Erzieher*innen Abschied nehmen. Die Leitung ist überfordert und derzeit so hilflos, dass sie empfiehlt, die Eltern sollten sich untereinander aushelfen. Prima. Damit ändert sich leider überhaupt nichts. Wir überlegen, was wir – neben den nun notwendigen individuellen Kleinlösungen –  tun können, gemeinsam mit den Erzieher*innen und dem Elternbeirat, um zumindest unserer KiTa zu helfen. Aber das reicht nicht, es braucht verflucht nochmal endlich höhere Löhne, bessere Arbeitsbedingungen und Anerkennung für diesen wichtigen Beruf!

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* Es kamen unglaublich viele Rückmeldungen, die ähnliche Probleme schilderten. Vielen Dank dafür!
** Hier die TVöD-SuE-Gehaltsübersicht für den öffentlichen Dienst (bei 100% Stelle). Private Anbieter liegen wohl teilweise deutlich darunter.

Und hier zwei der zahlreichen Texte zum Thema: Was Erzieherinnen und Kinderpflegerinnen verdienen und was für eine Rente sie im Alter zu erwarten haben
und Kitas ausgebaut – Erzieher ausgebrannt

 

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Löcher in den Bauch fragen

Neulich, als ich unbedacht eine Redewendung benutzte:

Löcher1 löcher2 löcher3

Tja, und nun? Warum sagt man das? Wieso heißt es “Löcher in den Bauch fragen”? Warum weiß ich das nicht? Warum gibt mir google da auch keine tollen Antworten? Geht das wirklich auf eine Foltermethode zurück? Kann mir da jemand eine Antwort geben? Weiß das eine? Und überhaupt: Wie gehn die Löcher im Bauch wieder weg?

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Kinder mögen Schlittenfahren. Oder etwa nicht?

Sonntag. Die Sonne scheint und oben auf dem Berg gibt es 30 cm Neuschnee. Also Klamotten zusammenpacken und möglichst früh los, damit wir den ganzen Tag Zeit zum Rodeln haben! Das macht Spaß, und Kinder lieben es ja bekanntlich!!!

So die Idee. Eine grandiose Idee. Deren Umsetzung nur leicht vom Plan abwich:

Sonntagmorgen. Es ist dunkel. Kind2 ist wach. Wir nicht. Unseren Zustand könnte man euphemistisch als komatös beschreiben. Wenn wir ganz fest die Augen zusammenkneifen und uns nicht bewegen, dann geschieht doch sicher ein Wunder und wir können noch 5 Minuten schlafen, ja, bitte? … Es hilft nichts, Gebete vor 7 Uhr morgens werden generell nicht erhört. Der Mann übernimmt die erste Schicht, bis ich ihn ablöse und mich unter leicht schlechtgelauntem “Früher-war-mehr-Ausschlafen”-Gemurmel aus dem Bett schäle.

Etliche koffeinhaltige Getränke später, die Falten haben sich langsam auf Normalmaß zurechtgelegt, ist es komischerweise dann schon halb 11 und wir sind theoretisch schon seit einer halben Stunde unterwegs. Praktisch sitzen wir im Bademantel in der Gegend herum und telefonieren mit der ebenfalls leicht verpennten Verabredung. “Es wird ein bisschen später” – “Oh. Gut. Bei uns auch.”

Noch eine Stunde später schleppen wir Tonnen an Gepäck, Proviant und Fahrgeräte ins eigens ausgeliehene Auto, holen das Besuchskind ab, dessen Eltern und Geschwister krank darniederliegen, und fahren zu den Klängen einer etwas zu fröhlichen Kinderlieder-CD auf den Berg. “Schaut mal, wie schön! Schneeee!!!!” rufe ich begeistert. Vom Rücksitz ist nichts zu hören. “Kindaaa! Schaut mal! Alles weiß!” Stille. “I will ein anderes Lied”, ist der einzige Kommentar von den Backbenchers.

Oben auf dem Berg: Märchenlandschaft. Alles weiß zugepudert, Idylle pur. Das finden ca. 5524 andere parkplatzsuchende Leute übrigens auch. Die Sonne scheint, der Schnee glitzert. Jetzt nichts wie raus zur Rodelbahn.

Kind2 weigert sich auszusteigen. Das Besuchskind schläft.

Ich wuchte Schlitten, Bob und ArschPoporutscher aus dem Auto und schaffe es mit Engelszungen, Kind2 aus dem Auto und auf den Bob zu bewegen, mit dem ich es schwitzend zur Rodelbahn ziehe. Der Mann bleibt beim schlafenden Besuchskind zurück.

Die 5524 anderen Leute und unsere Verabredung stehen bereits am Hang, klemmen ihre Kinder auf die Schlitten und sausen los. Ich sitze im Bob und warte. Kind2 steht daneben und wartet ebenfalls. Auf unterschiedliche Dinge allerdings. “Los Kind2, wir fahren!” “I will net Schlittenfahren, i will zum Auto!!!!!” “Nun komm schon, das macht Spaß.” “I will net!!!11!!!!!”. “Los, nur EINMAL.” “NEEEEIIIINNNN!!!!!”

Eine Viertelsekunde lang erwäge ich, das Kind zu seinem Glück zu zwingen. Schließlich mögen Kinder Schlittenfahren. Sie wissen es im konkreten Fall vielleicht nur nicht. Die Aussicht, dass 5524 Leute ob des ziemlich beeindruckenden Kreischorgans des Kindes die Hotline des Jugendamtes wählen, hält mich dann doch davon ab.

Auch 15 Minuten später gibt es keine nennenswerten Fortschritte in Sachen Kindüberzeugen, und so ziehe ich selbiges zurück zum Auto, wo der Mann noch immer wartet. Wenn Besuchskind und Kind2 erst einmal zusammen auf dem Schlitten sitzen, dann wird das schon, so mein ausgefuchster Plan. Das Besuchskind schläft inzwischen nicht mehr. Allerdings sieht es inzwischen doch eher etwas kränkelnd aus und mag unter keinen Umständen aussteigen, geschweige denn rodeln, sondern sofort heim zu Mama. Kind2 ergreift derweil die Gelegenheit beim Schopf und hechtet schnell mitsamt 4 Tonnen Schnee ins Auto.

“Vielleicht ein klitzekleines Picknick in der Sonne?” starte ich einen neuen Lockversuch. “Wir haben auch Schokolade dabei. Und Kuchen. Und Chips. Und …” Die Antwort aus dem Autoinneren beinhaltet irgendwas mit NEIN und MAMA!!!! Ich gebe auf.

Ein letzter Blick auf die verschneite Idylle. Ein letzter Blick auf die Rodelbahn. Dann stopfen wir unser Zeug wieder ins Auto, fahren runter ins Tal, bringen das kränkelnde Besuchskind zu seinen kranken Eltern und laden tonnenweise Gerümpel wieder aus dem Auto. Ermattet sinken wir auf Sofa und essen unser Picknick.

Den nächsten Sonntagsausflug machen wir ins Schwimmbad. Kinder mögen ja schließlich Wasser. ODER ETWA NICHT?

Kind2 in Schlittenfahr-Verweigerungsposition

Kind2 in Schlittenfahr-Verweigerungsposition

 

 

 

 

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Familienausflug zum 31c3

Die Vorstellung, mit einem dreijährigen Kind auf eine Konferenz mit ca. 12.000 Leuten zu fahren, klingt nicht gerade entspannt. Ein Glück hatte ich mir vorher darüber nicht all zu viele Gedanken gemacht, denn womöglich hätte ich mich abschrecken lassen. Viel mehr zögerte ich, zum 31c3, dem jährlich stattfindenden Chaos Communication Congress, nach Hamburg zu fahren, weil mir der Termin zwischen den Jahren nicht passte. Traditionell ist das eine Zeit, in der ich mich am liebsten ohne Termine treiben lasse, ohne große Verpflichtungen, ohne Plan. Auf die vielen hundert Kilometer Zugfahrt nach Hamburg hatte ich auch keine große Lust.

Nachdem dann aber auch Kind1 die Idee “voll cool” fand und bereit war, ihren Heimaturlaub bei uns vorzeitig abzubrechen, buchten wir die Kongresstickets und fuhren am Nachmittag des zweiten Weihnachtsfeiertags nach Hamburg. Ob es daran lag, dass die Fernbusse der Bahn inzwischen massive Konkurrenz machen, oder viele Leute noch unterm Weihnachtsbaum lagen, weiß ich nicht: Der Zug war jedenfalls recht leer, wir hatten ein Abteil für uns und waren umgeben von ein paar Nerds und Familien mit kreischenden Kleinkindern. Herrlich. Wir waren nicht die lautesten. Ich habe selten so eine entspannte Zugfahrt erlebt.

Der 31c3 fand im edlen Hamburger Congress Centrum (CCH) statt, einem Ungetüm, dessen mit Teppich überzogene Treppen, Flure, Säle sich verwinkelt über mehrere Etagen und Gebäudekomplexe ziehen. Ich hatte noch am 3. Kongresstag Schwierigkeiten mit der Orientierung. Der erste Durchgang entlockte Kind1 bereits ein “Woooooh, wie cool”. Das ganze CCH war von oben bis unten dekoriert. Es hingen silberne Fische von der Decke, eine Etage war mit großen Kristallelementen beleuchtet, es gab mit Stellwänden abgetrennte Bereiche und diverse Höhlen und Zelte zum Chillen, viele Installationen, einen aus alten Kassettenrekordern gebauten Roboter (wenn ich das richtig erkannt habe) und 10000 Dinge mehr. Die Kongressteilnehmer*innen trugen dazu bei, dass sich die Räume über die Tage hinweg weiter wandelten, es kamen hier und da Dinge dazu, die Geländer und Türgriffe wurden mit bunter Wolle yarn-bombing-mäßig umstrickt und selbst auf den Toiletten fanden sich witzige Kunstwerke – bemalte Klopapierrollen zum Beispiel.

Im Erdgeschoss gerieten wir gleich in einen riesigen Saal, in dem es nur so von Leuten wimmelte und dutzende Maschinen vor sich hinbrummten. In einer Ecke, so schön!, stand eine TARDIS. An einem Stand liefen mehrere 3D-Drucker. Man konnte, wenn man zeitig dran war, seinen Kopf einscannen und als Miniatur ausdrucken lassen. An einem anderen ratterte eine Stickmaschine, die im Affenzahn einprogrammierte Applikationen auf Stoff stickte. Das Herz so manchen Nähnerds sollte da höher schlagen. Die Kind2-Freundin, die mit ihrem Papa bereits an Tag0, also am Vorabend, da war, ließ sich eine 3-D-Eule ausdrucken und einen Pulli mit einem Fabeltier besticken. Als wir ankamen, waren dafür die Schlangen schon zu lang, aber alleine das Zuschauen war schon spannend.

Unser Hauptanlaufpunkt war der Kids Space, wo es tonnenweise Duplosteine, eine elektrische Modelleisenbahn, ein großes Bällebad und vieles mehr gab. Hier konnte man wirklich gut entspannen. Kind abstellen –> sich selbst in eine Ecke setzen: prima. Ich konnte sogar einen ganzen Vortrag von der Türe zum Saal 1 aus, der direkt an den Kids Space angrenzte, verfolgen. Kind2 wollte gar nicht mehr weg und es gab so manchen Abend, an dem wir nur unter Aufwendung aller Überredungskünste und eigentlich nie vor Mitternacht aus dem CCH kamen.

Aber nicht nur im Kinderbereich ging es mit dem kleinen Kind gut. Ich hatte nie und nirgends das Gefühl, dass Kinder stören könnten. Im Gegenteil. Es gab unglaublich viele Leute, die auch den kleinen Kindern geduldig technische Geräte erklärten, mit ihnen zusammen stundenlang irgendwelche ferngesteuerten Viecher durch die Gegend laufen ließen, mit den Kids (oder auch ohne) im Bällebad untertauchten und sich mit Bällen bewarfen. Anfangs war ich noch ein bisschen in einem Hab-acht-Modus, sehr bald überließ ich die Interaktionen aber Kind2 und mischte mich nicht mehr ein. Die meisten Leute, denen wir begegneten, kommunizierten direkt und auf Augenhöhe mit dem Kind. Es kam prima klar. Ein Typ spielte zum Beispiel fast eine Stunde mit ihm und vielen anderen Kindern im Bällebad und bedankte sich beim Gehen bei jedem einzelnen für das tolle Spiel.

Da der Mann und ich uns  in der Begleitung von Kind2 abwechselten, konnten wir beide in den einen oder anderen Vortrag, mit Leuten quatschen, durch die Gänge schlendern oder gemütlich Kaffee im Nerd Café trinken (“Was willst du denn für den Kaffee?” – “Ey, du hast ihn doch noch gar nicht probiert! Trink erst mal!!”). Kind1 und ich machten so manche Erkundungstour und entdeckten immer wieder spannende Ecken oder chillten auch mal einfach nur so vor uns hin.

Natürlich liefen viele Vorträge, bei denen ich noch nicht einmal den Titel verstand (ich bin nun mal keine Programmiererin). Es waren aber auch unglaublich viele dabei, die ziemlich allgemeinverständlich und politisch waren. Der Vortrag des Zentrums für politische Schönheit “Mit Kunst die Gesellschaft hacken“, der standing ovations bekam. Der von Martin Haase, der die Digitale Agenda der Bundesregierung aus linguistischer Perspektive auseinandernahm. Trackographie – you never read alone, bei dem es am Beispiel von Newsseiten darum ging, was so alles von wem mitgetrackt wird. Oder der zum Informationsfreiheitgesetz. Fast alle wurden aufgezeichnet, man kann sie sich hier anschauen.

Für mich war der 31c3 von der Grundstimmung her wirklich genial. Der Frauenanteil bewegte sich zwar in einem recht überschaubaren Bereich, was den Vorteil hatte, dass eine auf dem Klo nie anstehen musste, ich hatte aber zu keinem Zeitpunkt den Eindruck, dass ein cool-männliches-Dominanzgehabe vorherrschte. Etliche Frauen traten als Speakerinnen auf und waren unglaublich präsent. Ich nahm einen breiten kritischen Konsens wahr – bei sicher vorhandenen Millionen Differenzen. Und viel Humor bei all den ernsten Themen zu Überwachung und co. Subversiv & verspielt, vielfältig & kreativ, spaßig & ernst, eine Schmiede für Widerstand aller Art. A new dawn!

Von der Idee besinnlicher Tage zwischen den Jahren at home oder auf einer Insel werde ich mich wohl verabschieden. Schließlich möchte ich auf jeden Fall wieder auf den Kongress. Entspannt war es letztendlich ja auch dort und nachdem auch die Rückfahrt einfach super lief und das erschöpfte Kind über 2h unter dem Tisch im Zugabteil schlief, war es ein rundum tolles, inspirierendes Ereignis.

Ich freue mich darauf, dass Kind2 dann nicht nur Spaß mit Insektenrobotern und im Bällebad haben wird, sondern zunehmend auch bei den vielen Angeboten für große und kleine Leute mitmachen kann. Nächstes Jahr also wieder: Familienausflug zum #32c3!

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  • Fast alle Vorträge als Video: ccc-TV
  • John F. Nebel hat einen treffenden Rückblick geschrieben: 31c3 – die letzte Bastion
  • Patricia Cammarata hat das Chaos-Patinnen-Konzept ausprobiert. Sie war begeistert und schreibt 31c3 – kommt alle. Dem kann ich mich nur anschließen. Ich habe mich übrigens ganz besonders über die Plauderstunde mit ihr im Nerdcafé gefreut!

(Leider hatte ich nur meine besch … Handykamera. Ich hätte eigentlich Stunden alleine mit rumlaufen und fotografieren zubringen können)

yarn bombing!

yarn bombing!

Das CCH wird zum CCC

Das CCH wird zum CCC

Eine der vielen (ferngesteuerten) Spielereien

Eine der vielen (ferngesteuerten) Spielereien

Kids Space - bereits spät in der Nacht und schon leicht verwüstet

Kids Space – bereits spät in der Nacht und schon leicht verwüstet

Leuchtende Luftballons beim google-Spiel

Leuchtende Luftballons beim google-Spiel

Kristallbeleuchtung

Kristallbeleuchtung

 

 

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Weihnachtstrubel

Wir haben alle Vorbereitungen für den Weihnachtsabend auf heute verschoben, da ist bekanntlich ja auch noch ein Tag an dem man prima aufräumen kann und durchsaugen, einkaufen, auf den Markt gehen, Brot abholen, ein minikleines Weihnachtsbäumchen besorgen, Gemüse schnippeln, das Wohnzimmer umbauen, damit da 19 Leute reinpassen, Stromkabel verlegen für die drei Woks, Tisch decken und so weiter und so fort. Dachte ich gestern so und reckte mein Gesicht in die Frühlingssonne. Heute finde ich mein gestriges Ich ein wenig … sagen wir … optimistisch.

Ich wünsche euch allen ein paar fröhliche Feiertage, gute Laune, leckeres Essen. Ob im Kleinen oder Großen, ob alleine oder mit vielen, ob mit Weihnachten oder ohne: Lasst es euch gutgehen :-).

Weihnachtsdings

 

 

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Zettelpoesie

Die poetischen Zettelchen fallen mir schon eine ganze Weile auf. Sie kleben an Dachrinnenrinnenrohren, Straßenlaternen, Parkscheinautomaten. Post-its mit handgeschriebenen Sprüchen. Ich bleibe stehen, lese. Lasse den Spruch im Kopf kreisen und verlasse die Hektik, mit der ich zum Supermarkt rase. Mit der Zeit verblasst die Schrift, die Zettel werden grau und fallen ab. Bis ein neues Set auftaucht, geklebt von irgendjemand. Eine schöne Idee.

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Backen mit Kleinkind. So gelingt’s!

Backen mit kleinen Kindern scheint nicht all zu beliebt zu sein. Zu Unrecht! Man muss nur ein paar winzige Kleinigkeiten beachten, dann klappt das schon und die St. Martins- oder Adventsbäckerei läuft ganz entspannt ab und wird zum unvergesslichen Eltern-Kind-Erlebnis:

1. Planen Sie mindestens 4x so viel Zeit ein, wie Sie eigentlich vorhaben (“Das schaffe ich in einer dreiviertel Stunde” –> gute 3h einplanen!)

2. Achten Sie darauf, dass alle Zutaten und Utensilien im Haus sind. Vergessen Sie zum Beispiel nicht, dass Sie für’s Plätzchen ausstechen die passenden Ausstechförmchen benötigen. (Ich sach ja nur … )

3. Eine kleine Herausforderung ist das Zutatenzusammenmischen. Bewahren Sie Ruhe, wenn das Kind die ganze Packung Zucker in der Schüssel versenkt, und schöpfen Sie das Überzählige vorsichtig wieder ab.

4. Rechnen Sie beim Teigkneten damit, dass das Kind die klebrige Masse an seinen Fingern nur semi-toll findet und geben Sie ihm auf dem Weg zum Waschbecken die Anweisung mit, ja NICHTS ANZUFASSE … HAAAALT! Ach egal. Man kann Türklinken und Lichtschalter auch auch wieder abwaschen.

5. Noch sind wir bei den Vorarbeiten: Teig ausrollen. Bewahren Sie dabei einen kühlen Kopf, auch wenn die Temperatur in der Küche bei gefühlten 50°C liegt. Erklären Sie dem Kind liebevoll zum 143 mal, warum es den rohen Teig nicht essen soll (Salmonellen und so. “Was is des? Wieso denn? Kann ich des eeessen? I will aber!!!”). Mit ein bisschen Geduld und viel Mehl bekommen Sie den Klebebollen schön plan ausgerollt.

6. Jetzt aber, endlich, die Kür: Ausstechen! Sie können nun das Kind wieder in die Küche rufen, das zwischenzeitlich dann doch die Lust verloren hat. Und nein, man muss beim Ausstechen nicht zwingend optimieren, sondern kann auch in der Mitte der Teigplatte damit beginnen und dann 3-4 Förmchen drumrum quetschen. Ein bisschen Gelassenheit tut hier gut. Schließlich lässt sich der Restteig wieder zusammenkneten und erneut ausrollen, siehe Punkt 5.

7. Die Form eines Sternes, Mondes oder Engels ist variabel. Seien Sie hier nicht kleinlich. Zur Not können Sie die bereits leicht bräunlich verfärbten, da gut mit Patschhänden durchgekneteten Teigbollen Kreationen Ihres Kindes unaufällig ein bisschen (! nicht zu sehr! Stichwort “kindliche Kreativität nicht behindern!”) nachformen oder in der Biotonne verschwinden lassen. Reagieren Sie gelassen auf kritische Nachfragen des Kindes an Ihren eigenen Werken (“Was is des?” Eine Gans! “Wieso sieht die so komisch aus?” Die sieht nicht komisch aus! “DOCH! SO SIEHT EINE NICHT AUS!1!!!).

8. So, jetzt alles in den Ofen schieben, das Kind davon abhalten, die Ofentüre zu berühren und 10 Minuten warten. Kekse gut pusten. Probieren. Aber nicht alle, bitte.

9. Das glückliche mehl- und teigverschmierte Kind in die Badewanne stecken und die Klamotten in die Waschmaschine.

10. Jetzt nur noch schnell aufräumen und die Küche renovieren. Das war’s.

Ganz einfach, oder? Viel Spaß bei der kommenden Adventsbäckerei!

Das links ist eine Martinsgans. Hätten Sie aber erkannt, oder? Die Chefbäckerin vergaß, ein entsprechendes Förmchen zu organisieren.

Das in der Mitte ist eine Martinsgans. Hätten Sie aber erkannt, oder? Die Chefbäckerin vergaß, ein entsprechendes Förmchen zu organisieren. Das links unten sind Mond & Stern. Klar, oder? Und das rechts war eine Gans, die zum einäugigen Weckmann mutierte.

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