Schlaf Kindchen schlaf … jetzt endlich!

Jeden Abend das Gleiche: Nach einem kleineren Zähneputz-Kampf in Variationen geht Kind2 ins Bett, meist einigermaßen freiwillig. Ich lege mich daneben, singe ein paar Liedchen, dann liegt es da, krault mir im Haar, blubbert vor sich hin, singt, Schnuller rein, Schnuller raus, Fläschchen rein, Fläschchen raus etc. pp, dann das Ganze wieder von vorne. Es dauert ewig, bis ihm die Äuglein zufallen, zumindest gefühlt ewig, die Minuten rinnen dahin, wertvolle Feierabendminuten. Ich übe mich derweil im innerlichen Om-Singen, nutze die Zeit, um ruhig zu werden, nichts zu denken oder irgendwas zu denken, bloß nicht ungeduldig werden, denn das spüren diese kleinen Mons.. Engelchen ja sofort, und dann geht erfahrungsgemäß gar nichts mehr.

Das funktioniert etwa 20 Minuten, je nach Stresslevel und Ruhebedürfnis meinerseits, dann beginnt das innere Hadern und 20 min später quillt mir langsam der Rauch aus den Ohren. „Schlaf jetzt e.n.d.l.i.c.h“. Tja. Damit beginnt dann die eher unproduktive Phase. Nach einer Stunde torkele ich aus dem Zimmer, geblendet vom Licht und fest entschlossen, morgen mit dem Einschlafprogramm zu beginnen. Aber echt jetzt.

Denn natürlich weiß ich um diese „das Kind kontrolliert schreien lassen“-Schlafbibel. Erfahrungsberichte von Freund*innen lassen kaum Zweifel am Erfolg: 1 – 2 Wochen Schreistress, dann ist Ruhe im Karton, das Kind wird einfach ins Bett gelegt und schläft irgendwann von alleine ein. Grandios.

Nur, ich komme mir vor wie die Monstermama*, wenn ich aus dem Zimmer gehe und ein herzzerreißend brüllendes Kind zurücklasse. Ein Kind, das mit einem bittenden „da“ neben sich tippt, um mir zu signalisieren, dass ich mich dazu hinlegen soll. Das einsam und verlassen im dunklen Zimmer … traumatisiert, frustriert … achja. Dann frage ich mich, warum ich ihm nicht einfach die abendliche Einschlafstunde schenke, ohne Hadern, weil er sie vielleicht einfach braucht.

Und gleichzeitig ist da die Frage, ob das begleitete Einschlafen ein Bedürfnis ist, oder bereits eine Gewöhnung, inzwischen Verwöhnung, die wir nun wieder auflösen sollten. Denn ich habe keine Lust, noch ein 5 jähriges stundenlang beim Einschlafen zu begleiten. Ich kann mich zwar nicht mehr daran erinnern, wie das so im Detail bei Kind1 war, aber bei Freund*innen habe ich manchmal schon innerlich den Kopf geschüttelt, wenn sie ewig nicht mehr aus dem Kinderzimmer auftauchten. Das ist jetzt vermutlich die Rechnung, Blöd-Kosmos, du..

Frl. Rabatzki hat kürzlich einen schönen Text über das Verwöhnen geschrieben. Für ein Baby würde ich das alles unterschreiben. Aber wenn es größer wird? Da finde ich es zunehmend schwieriger, Bedürfnisse von Verwöhnung zu unterscheiden. Was das Kind alleine kann, soll es auch alleine tun (dürfen). Außerdem: Wie schwer wiegt mein Bedürfnis nach Ruhe und Erholung nach einem langen Tag? Mama-Dilemma. Papa-Dilemma. Wer gute Tipps hat, gerne her damit.

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Ein sehr schönes Abendritual hat sich z. B. Lotte(r)leben ausgedacht, die sich mit ihrem schlafrenitenten Kind im Traum verabredet. Das behalte ich mal im Hinterkopf bis Kind2 ein bisschen größer ist, noch ist das wohl etwas zu abstrakt.

* von Krähenmutter entnommen

Über cloudette

Familie, Feminismus & Firlefanz
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23 Antworten zu Schlaf Kindchen schlaf … jetzt endlich!

  1. Catio schreibt:

    Das einzige, was man bei diesen Problemen ändern kann ist nicht das Kind, sondern die Ungeduld der Einschlafhilfe selbst. Das mit dem Hinlegen habe ich als Vater seinerzeit auch gemacht – je eiliger ich es mit dem Wiederaufstehen hatte, umso länger brauchte das Kind. Was habe ich die selektive Wahrnehmung verflucht. Also gab´s einen Stapel Bücher, ein kleines Licht und die innere Einstellung, ich hätte endlich mal richtig Zeit, all das zu lesen, was ich schon immer lesen wollte.

    Tolle Sache, absolut – ich kam fast nie dazu, mehr als zwei Buchseiten zu lesen und blieb dann oft noch etwas liegen, weil es so gemütlich war und im Buch weiterlesen wollte. Seitdem habe ich mich mit der selektiven Wahrnehmung wieder versöhnt und weiss, die innere Einstellung macht´s 😉

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  2. Katharina schreibt:

    Da finde ich es zunehmend schwieriger, Bedürfnisse von Verwöhnung zu unterscheiden.
    Ich glaube Du kennst den Unterschied schon, denn Du nennst ihn ja gleich im nächsten Satz:
    Was das Kind alleine kann, soll es auch alleine tun (dürfen).
    Könnte es denn alleine einschlafen?

    Für mich hat es auch nach einiger Zeit nicht mehr gestimmt, jeden Abend daneben zu sitzen. Nach etwa 18 Monaten Einschlafbegleitung, haben wir deshalb angefangen, das Zimmer zu verlassen. Aber die Tür ist offen geblieben und wir haben mit Kurzem geredet, wenn er gerufen hat, bzw. wenn er dringend „testen“ musste, ob wir bei Gefahr auch kommen würden, sind wir schnell zu ihm, haben wieder geknuddelt, sind dann wieder raus und haben ihm versichert, dass wir gleich nebenan sind und dass er uns reden hören kann.
    Nach wenigen Wochen hatte er dann Sicherheit gewonnen und konnte meistens selber einschlafen.
    Aber es sind halt so Phasen, manchmal braucht er Begleitung – dann bleibt einer von uns bei ihm, manchmal bittet er darum weil er es geniesst – dann sagen wir je nach Lust oder Programm „ja“ oder „nein“. Aber ich hatte bisher noch nie den Eindruck, dass es ein Machtspiel war, ein Tyrannisieren oder ein „ich-will-über-Mama-bestimmen“. Wobei er natürlich weiss, dass Letzteres nicht funktioniert, bei uns darf jeder über sich selber bestimmen.

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    • cloudette schreibt:

      noch eine Ergänzung: Als Machtkampf sehe ich es auch nicht. Ich kann Kind2 gut verstehen, dass es sich alleine fühlt und lieber jmd. an der Seite hat. Das gefällt mir: „bei uns darf jeder über sich selber bestimmen“!

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  3. Mama arbeitet schreibt:

    Liebe Cloudette, liebe Katharina,

    alles gut und schön, und ich will mit dem folgenden nicht sagen, dass ich modellhaft vorgehe – aber bei uns hat sich sehr bewährt, die Kinder einfach dann schlafen gehen zu lassen, wenn sie es SELBST wollen. Es gibt bei mir schon seit über 2 Jahren keine festen Schlafenszeiten mehr, und das galt von Anfang an auch für die Jüngste, die ja jetzt erst 4 ist. Das ist sowas von entspannt, gut für meine und die Kinderseele, und funktioniert prima. Ich muss nie neben einem Kind warten, bis es eingeschlafen ist. Meine Kinder sagen „Mama, ich gehe jetzt schlafen“ und tun das dann auch. Die Älteste (12) so gegen 21 Uhr, der Mittlere (6) etwa um 20 Uhr, die Jüngste (4) erst um 21:30, weil sie im Kindergarten Mittagsschlaf macht. Oft gehe ich gleichzeitig mit der Jüngsten ins Bett, was sicher ganz viele Leute unmöglich finden. 🙂

    Mein Bedürfnis ist, beim Schlaf nicht kämpfen zu müssen, und ihn als etwas Schönes im Herzen der Kinder zu verankern. Ich schlafe nämlich gern, und ich möchte, dass die Kinder spüren, wann sie müde sind, und dieses Wissen umsetzen.

    https://mama-arbeitet.de/erziehung/feste-schlafenszeiten-nicht-bei-uns

    Bei mir gibt’s auch keine festen Essenszeiten, und auch das mit dem gleichen Hintergrund: Bedürfnisse wahrnehmen und bedarfsgerecht statt uhrzeitgesteuert.

    Allerherzlichst, Christine

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  4. cloudette schreibt:

    ich könnte eure Kommentare alle drei unterschreiben – und das zeigt vermutlich ganz gut mein Dilemma, denn alles drei geht irgendwie ja nicht zusammen. Oder doch?
    ja, Catio, es ist halt ein bisschen wie es ist – und da ich es nicht ändern kann, sollte ich vielleicht versuchen, das Beste daraus zu machen und an meiner Einstellung arbeiten (Der „Trick“ mit dem Buchlesen klappt hier leider nicht wegen extrem neugierigen Kleinkind, das sofort das Buch untersuchen will 😉 ).
    Und trotzdem habe ich die Hoffnung, dass ich das Kind (möglichst schonend, schrei-frei) daran gewöhnen kann, dass ich nach einiger Zeit das Zimmer verlasse (wie gesagt: Feierabend) – und es das Vertrauen gewinnt, dass eine/r von uns da ist, wenn es uns braucht. So wie Katharina das beschreibt. Vermutlich kann Kind2 alleine einschlafen, er zieht das Wachsein dem Schlafen aber bisher doch konsequent vor.
    Was mich zu Christine bringt, das ist so schön, was du beschreibst, auch in deinem Artikel – und es kommt einem Ideal von mir sehr nahe. Schlafen, wenn man müde ist, gerne ins Bett gehen. Achja. Das wäre toll. Denn mir ist mein Schlaf spätestens seit Kind1 heilig, also ewig schon. Und vielleicht sollten wir das noch mal neu ausprobieren. Das Kind ist allerdings zäh und bleibt mühelos bis in die Puppen wach. Wäre es dabei einigermaßen zufrieden, kein Problem. Es wird nur irgendwann tatsächlich oberknatschig, zieht an mir und dem Papa rum, heult schnell – und bei mir werden die Nerven zusehends dünner und mein Bedürfnis nach Ruhe immer größer. Hat das bei dir echt schon von klein auf geklappt (hier: 21 Monate)? Und bist du abends nicht auch „durch“ und willst ein bisschen alleine sein? (Beim Essen machen wir das bereits so wie du: nach Hunger, nicht nach Zeiten).

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    • Mama arbeitet schreibt:

      Liebe Cloudette,

      Kind 3 ist auch zäh und bleibt mühelos bis in die Puppen wach (macht allerdings gerade freiwillig einen Mittagsschlaf). Knatschig wird sie nur selten, und dann bin ich schon auch genervt – das mit dem Feierabend habe ich mir abgeschminkt, also an meiner Einstellung gedreht, wie Catio. Meine Zeit ist tagsüber, wenn die Kinder von 8-17 Uhr in der Kita sind. Da arbeite ich, gehe einkaufen, und kann einfach tun und lassen, was ich will. Wäre ich nun Vollzeit angestellt und gestresst, sähe es abends mit meiner Langmut sehr wahrscheinlich anders aus. Böse betrachtet gehe ich den Weg des geringsten Widerstandes, der mir ins Konzept passt. Ich habe mir irgendwann gesagt, dass es wohl besser ist, wenn die Kinder kreuz und quer durch die Wohnung verteilt einschlafen, wenn sie wollen, als wenn ich jeden Abend rummosere und den Abend hasse. Sicherheitshalber habe ich aber, weil ich mir da selbst nicht über den Weg traute, einen Kinderpsychologen befragt. Und der meinte, wenn das funktioniert, spreche doch nichts dagegen – das war mir eine grosse Erleichterung. Denn ganz frei davon, was die Gesellschaft so vorgibt, bin ich auch nicht.
      Und ja, das hat von Klein auf an mit der Jüngsten geklappt. Ich habe das nach dem Auszug des Vaters der Kinder so eingeführt, als ich unser Leben neu sortierte, und überlegte, wie ich es denn schaffe, dass wir harmonisch leben.

      Sei herzlich gegrüsst, Christine

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      • cloudette schreibt:

        danke, liebe Christine, sehr aufschlussreich! An den Tagen, an denen ich 7 h im Büro hocke, ist es bei mir auch am schlimmsten, an den „freien“ Tagen, wenn ich von zu Hause was machen kann und der Kleene in der KiTa ist, geht es besser. Hängt also vom Stresslevel ab. Ich halte das schon für eine super Lösung, wie du das machst, da deine Kinder da ja auch gut mitspielen. Ich glaube, ich bastel mir eine Kombination aus euch drei: Geduld like Catio, behutsames Abnabeln like Katharina + Umfallabende für’s Kind je nach meinem/seinem/unserem Bedürfnis (Umfallabende hatte ich bei Kind1 eingeführt. Sie durfte so lange wach bleiben, wie sie wollte, meist am Wochenende, wenn sie mich in Ruhe lässt). so als erstes Zwischenfazit …

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  5. Andrea schreibt:

    Hallo Cloudette,
    Die abendliche Einschlafstunde ist mir sehr bekannt, auch das Überdreht sein zuvor. Was mich immer wieder verwundert, dass das Einschlafen mittags innerhalb von wenigen Minuten (5?) geschieht – so auch eben gerade wieder… ?!?
    Ist das bei euch ähnlich?
    LG Confu

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    • cloudette schreibt:

      Jein – meistens geht das einigermaßen. Nur heute nicht (natürlich), da musste Notfall-Plan-B ran: Überdrehtes Kind in die Karre, 2 min später -> schläft. An den Wochentagen schläft er mittags in der KiTa, das klappt ganz gut.

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  6. Matteslife schreibt:

    Immer wieder schön zu lesen, dass man nicht alleine ist mit dem Problem. Unser Großer ist jetzt schon fast drei und das mit dem zu Bett gehen funktioniert auch noch nicht, wie man sich das vorstellt. Er steht immer wieder auf und stellt sich an die Glastür vom Wohnzimmer (allerdings ohne sie zu öffnen). Und nach dem obligatorischen „Gute Nacht!“ ruft er mittlerweile, dass man nicht rausgehen soll,er wäre ja sonst ganz alleine.
    Ich brauche wohl nicht zu erwähnen, dass er in der Nacht auch im Schnitt so 3 Mal aufsteht und wir ihn wieder zurückbringen müssen. Das ist besonders toll, wenn das so eine Stunde vorm Weckerklingeln passiert, dann ist der Tag praktisch gelaufen und man hat Sekundenschlaf im Büro, was ich für unhöflich halte, aber leider auch nicht wirklich verhindern kann 🙂

    Der Tipp von Catio klingt gut, ich hätte da auch noch einige Bücher die ich lesen könnte…

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    • cloudette schreibt:

      die Nächte sind bei uns mal so mal so, derzeit eher gut. Kind2 schläft allerdings nicht alleine. Wenn was ist, reicht eine Bewegung nach rechts, Schnuller rein, beruhigende Worte, dann geht’s wieder. Aufstehen würde mich auch fertig machen.

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  7. Katharina schreibt:

    Wir haben keine festen Schlafenszeiten (Essenzeiten umständehalber bedingt schon) und es geht auch nicht darum, dass Kurzer wieder aufstehen würde, wenn ich ihn nicht im Bett festhalten würde. Aber bei ihm war das Bedürfnis nach (körperlicher) Nähe immer stärker entwickelt, als seine anderen Bedürfnisse er war regelrecht ein „menschlicher Magnet“.
    Das ist heute (er ist jetzt Drei) zwar ein wenig besser, aber immer noch stark ausgeprägt und äussert sich dann eben in Wünschen wie dass Papa oder ich mitkommen, wenn er ins Bett geht und er noch ein wenig „anlehnen“ darf während man den Tag „durchkaut“ (das ist ein wenig unser Gute-Nacht-Ritual, alles nochmal durchsprechen was schön gewesen war an dem Tag, oder auch negative Sachen, die ihm auf dem Herzen liegen und die er nicht in den nächsten Tag mitnehmen möchte).

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    • cloudette schreibt:

      „menschlicher Magnet“ – schön :-)! Ein Kuschelkind. Den Tag-durchsprechen finde ich auch eine gute schöne Sache – das habe ich mit Nr. 1 auch gemacht. Zumindest zeitweise, phasenweise.

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  8. meineschreibblockadeundich schreibt:

    Liebe Cloudette,

    ohne die anderen Kommentare gelesen zu haben, möchte ich dir sagen: Hör auf dein Gefühl! Und wenn dir das sagt, dein Kind braucht dich (momentan noch) beim Einschlafen neben sich, dann gib dir und ihm diese Zeit. – Ist schließlich eh schnell genug vorbei. Und Geborgenheit schenken ist meiner Meinung nach etwas völlig anderes als Verwöhnen, schlaue Ratgeber hin oder her.

    Entspanntes Kuscheln und ruhige Nächte wünscht
    Marie

    PS: Ich bin sehr für (halbwegs) feste Schlafenszeiten. Ein bisschen Zeit mit dem Vater-meiner-Kinder und/oder für mich hab ich schließlich auch gebraucht.

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    • cloudette schreibt:

      danke dir! Das mit dem Gefühl ist so eine tricky Sache, also bei mir zumindest. Ich kann nicht immer klar sagen: was sind Konventionen, was schlechtes Gewissen, was ist richtig, was falsch. Das Gefühl sagt mal dies, mal das (je nach Aufenthaltsort. Im Bett grummelt es, vor der Türe auch, wenn auch aus anderem Grund) … Es geht so schnell rum, wie wahr. Und trotzdem ist da der Alltag, das Zahnfleisch, die Nerven …

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  9. vierachtel schreibt:

    Ich glaube, dass auch bei Kleinkindern noch immer eine Verlassensangst mitschwingt. Mit 21 Monaten war es bei Kind2 hier nicht anders, jemand lag beim Kind bis es schlief (und schlief dann meist mit). Jetzt ist es drei, und irgendwann stieg der Frust bei den Eltern und der schlichte Wunsch nach einem kleinen, gemeinsamen Feierabend. Besonders an meinen Arbeitstagen. Das bedeutet, rausgehen und das Kind erstmal allein lassen. (Wir schlafen auch gemeinsam). Wie haben viel versucht: Festes Ritual mit vorlesen und singen, Licht an/Licht aus, schimpfen, nicht schimpfen, Tür offen/Tür zu. Nichts ist ideal – und am Ende zerrt es an unseren Nerven. Derzeit klappt es ganz gut mit einer Einschlaf-CD (sicher nicht das Ideal- aber hey

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    • vierachtel schreibt:

      … aber Hey), das Licht ist aus und die Türe offen. Mittlerweile lullt und erzählt und spielt sie sich auch in den Schlaf.
      Persönlich finde ich das wichtig (gleichwohl ich dieses flexible Wunschzubettgehen auch attraktiv finde), aber ich oute mich als Fan eines ruhigen Feierabends, und sei es nur eine Stunde. Und unter der Woche startet der Tag eben auch früh.

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      • cloudette schreibt:

        Das beruhigt mich, was du schreibst! Bei uns geht’s auch früh los und die freie Zeit ist zumindest an meinen Arbeitstagen knapp. Kind2 geht schlicht nicht freiwillig ins Bett, von daher ist mein Ideal, das dem, was Christiane praktiziert, sehr nahe kommt, vielleicht einfach so nicht umsetzbar. Nicht bei unseren Rahmenbedingungen (Job, kleine Wohnung: kaum Rückzug …). Ist doch super, wenn es mit der CD klappt!

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  10. Guten Morgen Cloudette 🙂

    Hmmm, ja ich bin da etwas andere Meinung. Ich hatte aber auch Glück, meine große hat eh immer geschlafen wie ein Stein (also die hat auch ab und zu mal 3 stunden Mittags gepennt), und bei der Kleinen gibt es auch keine großartigen Probleme. Aber das kann eben auch daran liegen, dass es das im Bett mit-liegen bei mir nur im Ausnahmefall gab. Grundsätzlich bin ich kein Fan davon, sich da mit den Kleinen hinzulegen, man macht es den Kindern schwer und sich selbst erst recht. Das Zauberwort ist Konsequenz. Wenn sie merken, und das geht von einen auf den anderen Tag, dass sie damit nicht weiter kommen, dann ist auch Schluss. Da empfinde ich nicht das Schlechte-Eltern-Gefühl. Kinder brauchen Regeln und Rituale…und sie sind eben doch kleine Monster, die bis zum letzten versuchen, einen zu erweichen mit ihren großen Kulleraugen 🙂

    Ich denke, dass die dann auch später nicht so wirklich gut durchschlafen. Allerdings hab ich da keine Erfahrungen mit, weil ich das nie so gemacht hab. Du bist doch keine Rabenmutter, wenn du nicht jeden Abend eine halbe Stunde im Bett liegen bleibst. Sicher muss man für die Kleinen da sein, aber einen unruhigen Schlaf fördern ist nicht besser. Trau dich! Obwohl es wahrscheinlich umso schwieriger ist, wenn du das nicht wirklich kannst. Wenn du mitleidest, dann merken die Kinder das auch und dann haben die Wochenlang die Energie, bis du wieder weich wirst. Da ist es wahrscheinlich fast schon wieder besser für euch beide, wenn du dein bisheriges Tun beibehältst.

    Nun ja nur eines noch als abschreckendes Beispiel: Eine Verwandte von mir, auch noch Erzieherin in einer Kita, hat auch selten Konsequenz gezeigt (ich will nicht sagen, dass du bei anderen Sachen auch nicht konsequent bist, es geht nur um das Schlaf-Thema). Der Kleine hat mit 5 noch einen Schnuller im Mund gehabt und bis er 10 war, im Elternschlafzimmer geschlafen. Der gibt einem nicht die Hand und redet auch mit keinem. Das ist wirklich traurig, der wird in seinem Leben nicht klar kommen, weil er das als Kind nicht lernen musste.

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    • cloudette schreibt:

      Mein kleines Zwischenfazit ist, das Kinder beim Thema schlafen doch einfach sehr unterschiedlich sind. Und die dazugehörenden Eltern auch. Und damit auch die Einschlafgepflogenheiten. Es gibt vermutlich keinen Königinnenweg, der für alle passt. Ich finde das sehr spannend & anregend, was hier an verschiedenen Gedanken, Ideen, Erfahrungen geäußert wird. Mir geht es hier eigentlich nicht um Machtkämpfe mit dem Kind. Ich kann es gut nachvollziehen, dass es lieber jmd. neben sich hätte und/oder dass es die Gewohnheit nicht aufgeben möchte. Wäre bei mir vermutlich ähnlich. Ich glaube nicht, dass es um Kräftemessen geht, nicht in dem Fall. Für mich geht es einmal darum herauszufinden, ob das Kind das Einschlafen auch gut und stressfrei alleine hinkriegt und um ein Abwägen von Bedürfnissen. Meinem, seinem, unserem. Zum Thema Konsequenzen finde ich übrigens den Artikel von aufZehenspitzen sehr schön: http://aufzehenspitzen.wordpress.com/2012/11/26/inkonsequent-konsequent-eine-art-prolog/ und dort insbesondere auch den Kommentar von Katharina. 🙂

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  11. momatka schreibt:

    Während ich hier lese, sitze ich neben der Wiege und warte darauf, dass der Punkt (wieder) einschläft. Tatsächlich geht es heute – ich surfe zum ersten Mal beim Warten – viel reibungsloser als in den letzten Tagen. Das mag Zufall sein, oder vielleicht bricht auch eine neue Phase an. Der Punkt ist ja erst 5 Monate alt. Die Frage gewöhnen oder verwöhnen versuche ich mir nicht zu stellen. Aber das ist schon jetzt nicht leicht, weil meine Familie etwas übergriffig ist und viele ‚gute‘ Ratschläge parat hat, gerade was das Schlafen und Schreien lassen angeht…

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    • cloudette schreibt:

      Dann drücke ich dir die Daumen, dass es gut weitergeht! Hier ist es gerade auch einfacher. Ich glaube, da haben mir das Dampf ablassen + die tollen Kommentare echt geholfen (beim Entscheidung treffen). Mal schaun, wie das weitergeht – es sind ja auch immer Phasen, ja.
      „Gute“ Ratschläge und Kommentare, die einer ungefragt aufgedrängt werden, sind ätzend. Manchmal brauchst du da echt ein dickes Fell.

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