Was Eltern sagen … was Eltern tun … (Teil II)

Chips [wahlweise auch Schokolade, Gummibärchen etc. pp.] futtern:

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Was Leckeres im Supermarkt sehen (und kaufen …. oder eben halt nicht):

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Das eigene Tun schätzen:

 

–> Natürlich könnte man die Reihenfolge der Bilder jeweils auch einfach umdrehen – dann wird ein Lernen am Modell daraus. In dem ein oder anderen Fall passt das sicher auch ganz gut ;-)

Was Eltern sagen, … was Eltern tun (Teil 1)

Was Eltern* sagen … was Eltern tun …

Serien glotzen:

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Wespenalarm:

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Geselligkeit:

* Selbstverständlich handelt es sich hier um eine grobe Verallgemeinerung im Rahmen der künstlerischen Freiheit (*hust*).  Ich gehe davon aus, dass Sie, werte Leserin, in Ihrem (pädagogischen) Handeln natürlich stets konsistent und gerecht vorgehen.

Besinnliches Adventsbasteln

Das kleine Kind hat seine adventliche Bastelader entdeckt und nachdem es alle in der Schule gelernten Faltschachteln, -sterne, -girlanden ausgiebig nachgebaut hatte, schaut es sich nun gerne im Internet diese hübschen Bastelvideos an. Bevorzugt solche, in denen gepflegt-manikürte Hände mal eben ein Origamikunstwerk zaubern, während eine Stimme die Arbeitsschritte dazusäuselt „das-ist-gaaanz-einfach, wir müssen nun nur den unteren rechten Rand vorsichtig in einem 32° Winkel durch die Lasche in der zweituntersten Papierlage ziehen“. Nach fünf Minuten ist der häusliche Bastelfrieden dann meist vorbei … und die Mama muss einschreiten. Das geht immer sehr pädagogisch vonstatten:

Am Ende brennt das Internet, das „Werk“ landet zerknüllt im Mülleimer und wir widmen uns friedlich einfacheren Dingen. Schokolade essen zum Beispiel. Oder Plätzchen. …. bis zum nächsten Bastelexzess.

 

Familiengesetze zum Thema „Aufräumen“

Nach jahrelanger Beobachtung habe ich herausgefunden, dass es ein gewisses Schema gibt, nach dem gebrauchte Dinge in unserem kleinen Haushalt wieder an ihren Platz zurückgebracht werden – oder eben auch nicht.

Zurückgestellt bzw. ignoriert werden in der Regel z. B.:

  • Klopapierrollen, an denen noch maximal ein Blatt dran ist
  • Leere Shampoo-Duschgel-etc-pp-Verpackungen

Nahrungsmittel – genauer: ihre Verpackungen – werden immer dann zurück in den (Kühl-)Schrank gestellt, wenn sich in ihnen maximal noch Spurenelemente des einst darin Enthaltenen befinden:

  • Ein Joghurtglas zum Beispiel, aus dem in mühseliger Kleinarbeit noch ein halber Löffel rausgekratzt werden könnte, kommt wieder in den Kühlschrank.
  • Ebenso Milchtüten, in den sich noch maximal ein Schluck Milch befindet.
  • Keksverpackungen verbleiben der Einfachheit halber gleich im Schrank, nachdem der letzte Keks herausgeangelt wurde.

⇒ Es scheint die Regel zu gelten: Je leckerer der Inhalt, desto wahrscheinlicher findet sich die leere Verpackung im Schrank (Schokolade, Samba …).

Hintergrund hierfür muss irgendein bislang noch unzureichend erforschter Reflex sein. Vermutung: Er wird ausgelöst durch die in dem Moment erfolgreiche Verdrängung, dass die Köstlichkeiten zu nun leider leer sind. Eventuell liegt dem aber auch eine gewisse Absicht zugrunde, ausgelöst durch schlechtes Gewissen  (weil man den Rest aufgefressgegessen und nix mehr übrig gelassen hat). Oder der kümmerlichste Rest wird als noch essbar für die Restfamilie eingestuft.

Hier noch als Übersicht:

Nicht zurückgestellt werden in der Regel folgende Dinge:

  • So lange sich noch einigermaßen viel in Verpackungen befindet, verbleiben Nahrungsmittel gerne an Ort und Stelle des letzten Genusses (Brot, Käse ..). Auf dem Küchentisch oder im warmen Zimmer ….
  • Nasse Handtücher finden selten den Weg zurück an den Haken, sondern sie werden ebenfalls an Ort und Stelle des Abtrocknens fallengelasseb
  • Jacken, Schuhe, Handschuhe, dreckige Klamotten etc pp müssen scheinbar auch zwingend mit Schwung auf den Boden geworfen werden. .

Vermutlich hat das viel mit Erdanziehungskraft und dem Vermeiden komplexer Vorgänge (Dinge an andere Orte zurückbringen, z. B. zum Wäschekorb) zu tun.

Auch dies als (selbstverständlich nicht vollständige) Übersicht:

Ich nehme das Ganze mal in unsere Familiengesetzsammlung auf. (Niemand hat gesagt, dass Gesetze logisch sein müssen, oder?!)

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Hier noch ein älterer Paragraph:

TARDIS



Das Kind ist ganz eindeutig ne andere Generation :-D

(Für alle Nicht-Dr.Who-Fans: TARDIS steht für Time And Relative Dimension In Space und ist eine Art Raumschiff-Zeitmaschine. Von außen ähnelt sie einer Telefonzelle, genauer eigentlich einer britischen Polizeizelle, von innen ist sie riesig.)

Abendritual „Werbung vorlesen“

Bis vor wenigen Tagen dachte ich noch, es handle sich um ein individuelles Phänomen. Eines, das nur bei Kind2 ausgeprägt ist – und das dafür massiv. Es begann damit, dass das Kind mich zielsicher in die Spielzeugabteilung des hiesigen Warenhauses schleppte, um dort gefühlt stundenlang das Angebot eines dänischen Plastikklötzchenherstellers in Augenschein zu nehmen. Regale über Regale voller Pappkartons, einer attraktiver als der andere, ließen fast unweigerlich ein „ICH WILL DAS UND DAS UND DAS UND ZWAR SOFORT!!!!-Drama aufziehen, das ich nur mit Müh und Not mit Hinweis auf den bevorstehenden Geburtstag des Kindes abwehren konnte („Du kannst dir das ja wünschen!!“). Allerdings mussten wir unbedingt das ca. 30seitige Werbeheftchen mitnehmen mit dem Versprechen, dass das Kind sich darin etwas aussuchen dürfe. Warum nicht, dachte ich  naiv, dann landet das Ding halt zu Hause schnell vergessen im Altpapier.

Haha. Von wegen.

Am Abend, ich hatte Zu-Bett-bring-Dienst, fragte ich das Kind, was ich vorlesen solle. Den Drachen Kokosnuss oder  Lumpen-Karline oder Kater Mikesch vielleicht? „Nein!“, sagte das Kind entschieden, ich solle das Werbeheft vorlesen, nur das und nichts anderes. Versprochen sei versprochen!! Nun gut, schauen wir uns halt das Heftchen an. Was ich da vorlesen könne, war mir zwar ein Rätsel, aber ein einziges Mal durchblättern wäre schon drin. Dachte ich. Im Nachhinein lache ich über mein naives früheres Ich. Denn beim Durchblättern blieb es nicht, nein nein! Jedes einzelne Produkt musste genauestens betrachtet und auf ein „DAS wünsch ich mir“ geprüft werden. Es blieb auch nicht beim Vorlesen der Produktnamen. Neinnein. Empfohlenes Alter, Preis, dazugehörende Minifiguren – alles musste in allen Einzelheiten durchgekaut werden. Fragen Sie mich ruhig irgendwas, ich kenne mich aus!

Und bei EINMAL blieb es schon gleich gar nicht, denn die Prozedur sollte sich in den kommenden Wochen regelmäßig wiederholen. 5234trölfzigMillionenmal. Abend für Abend. Naja, ok, jeden 2. Abend, wenn ich eben mit Insbettbringen dran war. Der Mann kam dagegen meist drumherum. Wieso, habe ich nicht herausgefunden. Bei mir setzte sich das Kind immer gegen meine mütterliche Gutmütigkeit (ein Euphemismus für „ich-hab-keinen-Bock-auf-stundenlanges-Drama-und-gebe-darum-halt-klein-bei“) durch. Ausgerechnet ich, die ich Werbung im Großen und Ganzen hasse, lag also nun im Kinderbett, las Produktnummern und alberne Produktnamen vor und ärgerte mich unfassbar über diese schöne bunte Warenwelt, die dazu noch so nervtötend vor Genderstereotypen strotzt, dass es nicht zum Aushalten ist. Sie wissen schon. Rosa-glitzer-Shopping-Spaß vs. ausgiebige Kriegerszenarien. Zudem ist das wiederholte Durchblättern des Heftchens wirklich abgrundtief langweilig, aber der fehlende Fließtextes lässt es leider nicht zu, dass ich mit einer Hirnhälfte parallel an etwas anderes denke, was ich sonst beim Vorlesen öder, aber sehr geliebter Bücher (Kokosnuss etc.) ganz gerne praktiziere. Am Ende wäre ich sogar bereit gewesen, Connybücher oder ähnliches vorzulesen, aber nein, es musste das Heftchen sein, immer und immer wieder.

Ich wähnte mich mit diesem Phänomen, wie eingangs erwähnt, völlig alleine, bis ich kürzlich mit einer Kollegin ins Plauschen kam und sie mir erzählte, dass sie ihrem Kind gerade immer das Werbeprospekt einer großen dänischen Plastiklötzchenfirma vorlesen müsse. Ich fiel ihr spontan in die Arme und hauchte ihr ein erleichtertes „ICH BIN NICHT ALLEIN!!!!“ ins Ohr. In unserer kleinen Selbsthilfegruppe analysierten wir nun die Werbestrategie des großen Spielzeugkonzern (beim Werbeheftchen bleibt es ja nicht. Es gibt ja zu jedem Scheiß auch noch Online-Filmchen und -Spiele!!1!!!) und klagten uns gegenseitig unser Leid.

Nach dem Geburtstag geriet das Heftchen dann zum Glück ein wenig in Vergessenheit. Immer wieder lösten sich wegen des intensiven Gebrauchs nun Seiten heraus, die unauffällig in Richtung Altpapier transferiert wurden. Bis ich kürzlich versehentlich mit dem Kind zu nahe an der Spielwarenabteilung des großen Warenhauses vorbeiflanierte, mich unversehens mitten darin befand und es triumphierend das besagte Werbeheft aus dem Ständer zog. „Schau mal, Mama! Das nehmen wir mit!!! Liest du mir das nachher dann vor??“ Früher, ja früher ruinierte man sich wegen dieser Firma wenigstens nur die Fußsohlen, wenn man unversehens auf eines dieser Klötzchen trat. Aber heute sind es die Nerven gleich mit dazu.

Dekoration – nicht käuflich zu erwerben!!!

 

Machen Sie doch, was Sie wollen. Echt jetzt.

Ich habe gestern in der Kaffeepause im Büro einen Text über das Basteln von Adventskalendern gelesen, den ich sehr lustig fand. Ich fand ihn rotzig, sarkastisch und wunderbar schön überzogen. Und weil ich ihn so lustig fand, habe ich ihn schnell mal auf Facebook (evil, ja) geteilt, dann meinen Kaffee ausgeschlürft und weitergearbeitet. Erst abends bekam ich zufällig mit, dass es „Adventskalenderdiskussionen“ in meiner Twitter-Eltern-Filterbubble gab und zuerst dachte ich hö? Was gibts denn da zu diskutieren?, bis ich blickte, dass es ebenjener Artikel war, der wohl für hohe Wellen sorgte. Nicht weil ich ihn geteilt hatte, wo denken Sie hin, mit meiner bescheidenen Reichweite, aber weil ihn andere mit hoher Reichweite geteilt hatten. Ist auch egal. Jedenfalls führte dieser Artikel zu Diskussionen, die ich nicht nachgelesen habe, weil sie mich nullkommaüberhauptnicht interessieren. Es ist mir völlig wumpe, ob Mütter (ich kenne keinen, nicht einen einzigen Vater, der das macht, aber das ist ein anderes Thema) die Adventskalender selbst basteln oder sie beim Discounter kaufen. Es ist mir egal. Ich selbst verwende für K2 exakt den gleichen Kalender, den ich vor 20 Jahren schon für K1 verwendet habe und befülle ihn mit Plastikscheiß und Zucker hochwertigem Kleinkram. Aber das ist egal, denn worauf ich eigentlich nach langem Intro hinauswill:

Diese ganzen Diskussionen sind mir wumpe. Genauso, wie es mir obertotalwumpe ist, wo die Kinder anderer Eltern schlafen. Ob im Familienbett oder alleine oder unterm Tisch. Wie es mir egal ist, wie lange und wie oft eine stillt, ob ihr Baby Brei bekommt oder Fingerfood, ob das Pausenbrot in olles Butterbrotpapier eingewickelt oder ge-bentoboxt wird, wie oft und mit das Kind gebadet wird, was die Kinder zu WeihnachtenGeburtstagOstern bekommen, was sie essen oder auch nicht, wie oft sie fernsehen oder nicht und so weiter und so fort. Alles, was andere Eltern aus Überzeugung, ideologischen Gründen oder meinetwegen auch Zeitmangel oder -überschuss machen, ist mir, so lange sie damit nicht andere willentlich gefährden oder beschädigen, wumpe. Das heißt nicht, dass es mich nicht interessiert. Ich finde es im Gegenteil oft höchst interessant, was und warum Andere anders machen – aber ich finde in 99,9 % der Fälle nicht, dass man sich darüber shitstormmäßig aufregen muss.

Es geht mir immer häufiger so, dass ich den Diskussionen um irgendeine durchs Online-Elterndorf getriebenen Sau im Internet nicht folgen kann und mag. Ich denke „na und? Macht doch, was ihr wollt. Möge doch jede machen, was sie will! Mögt ihr euch doch mal bitte einfach IN RUHE LASSEN VERDAMMT“. Und Sie merken schon, so langsam mischt sich in die totale Gleichgültigkeit dann doch ein Hauch von Emotion. Was mir nämlich tatsächlich nicht oberfuckingscheißegal ist, ist dieses Rumgehacke aufeinander, das Abwerten, das abfällige Kommentieren. Oft mache ich Twitter einfach zu und schaue später wieder rein, wenn sich die Aufregung gelegt hat. Was aber oft noch weiterbrodelt ist der Gedanke, warum es so schwer ist, Andere anders sein zu lassen.

Und nein, ich bin da auch keineswegs frei davon. Viel zu oft werte ich selber ab, denke „wie kann man nur, wie kann die nur, nie würde ich“-Blabla. Ich hoffe aber, ich schreibe das dann nicht ins Internet (gelegentliche Ausrutscher kann ich nicht ausschließen, sorry). Sondern ich hoffe, ich lasse es in meinem Hirn oder labere höchstens den Mann damit voll (auch sorry). Denn es geht mich nichts an und ich habe kein Recht, anderen die Stimmung zu vermiesen, nur weil ich womöglich selbst gerade empfindlich bin, einen kackbeschissenen Tag habe oder weil mich selbst das ganze Gebastele oder was auch immer stresst.

Ich werde mir auch in diesem Jahr eine Flasche Wein kaufen einen Kräutertee aus biologisch-dynamischen Anbau brauen und in einer nächtlichen Aktion den Adventskalender für K1 basteln (K2 geht schnell, siehe oben). Das „Kind“ kriegt nämlich auch mit 25 Jahren immer noch einen (Stichwort: Langzeitadventskalenderbasteln!!11!!!!! OMG, wie kann ich nur) und ich verpacke tatsächlich jedes Geschenk einzeln. Und Ihnen da draußen wünsche ich viel Spaß beim Basteln, Kaufen, Streiten, Kiffen, Saufen, Rauchen, Stillen und was Sie sonst so gerne machen für sich, für Ihre Kinder, für Andere. Amen.

P.S. Den supertollsten Adventskalender macht ja meine Schwester, falls es Sie interessiert.

PPS: Lesen Sie einfach den Text von AufZehenspitzen.  Sie bringt das mal wieder klug auf den Punkt.