Gärtnerinnenleid

Es ist wirklich ein Jammer. Da habe ich die Pflänzlein von Hand aufgezogen, ihnen vom Samen an beim Wachsen zugeschaut, habe sie pikiert, umgetopft, gehegt und gepflegt. Habe jeden Morgen literweise Wasser auf den Balkon geschleppt und sie gegossen. Habe ihnen, als sie größer wurden, eine Schnurkonstruktion gebaut, damit sie nicht umknicken, und ihnen aus dem Garten stinkende Brennesseljauche mitgebracht. Habe stundenlang gesurft, mit was ich ihnen noch etwas Gutes tun könnte und was gegen Blütenendfäule hilft (Gesteinsmehl – falls es wen interessiert!). Jeden Tag habe ich ihnen beim Wachsen zugesehen, mich über die Bienen und Hummeln gefreut, die die Blüten bestaubt haben. Und mich wie blöd gefreut, dass an jeder Pflanze dicke fette Tomaten wachsen.

Und nun werden sie einfach nicht rechtzeitig vor dem Urlaub rot. Die dicken fetten Tomaten. Einzig vier davon sind erntereif, der ganze Rest lässt sich Zeit. Morgen werde ich den Urwald auf meinem Balkon der Nachbarin übergeben. Ich hoffe, sie kann die Tomatenschwemme genießen.

Zwei der raren roten Exemplare -.-. Im Hintergrund der geschossene Salat.

(Und nächstes Jahr lasse ich das Ganze einfach. Seufz. Oder ich fange ich früher an auszusäen. Im Februar!!!!)

 

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Wenn Kinder mit Scheren spielen …

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*wobei ich dann doch froh war, dass sie kein Stromkabel durchgeschnitten hatten. Oder das MacBook-Kabel von Kind1 (so wie das Kind von Frau Mierau \o/)

(Daily Comic vom 27.1.16)

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Das beste Hotel Europas braucht keine Minibar …

… sondern solidarische Menschen.

Im April eröffneten Aktivist*innen mitten in Athen mit der Besetzung des leer stehenden City Plaza Hotels das BESTE HOTEL EUROPAS. Nun wohnen dort ca. 400 geflüchtete Menschen, darunter 185 Kinder. Essen, Spielzeug, Kleidung – alles wird auf Spendenbasis bereitgestellt, vieles von den Nachbar*innen vorbeigebracht. Mit einer Spende könnt ihr dazu beitragen, dass dort weiterhin Menschen unterkommen, miteinander essen, leben, spielen können, es Sprachkurse, Rechtsberatung, eine Bibliothek und andere wichtige Dinge gibt.

„Wir leben zusammen – Solidarity will win“ lautet das Motto im City Plaza. Das Hotel beweist jeden Tag aufs Neue, dass selbst inmitten von Krise und Armut ein solidarisches und herzliches Willkommen, ein menschenwürdiges Leben für alle möglich ist.

Hier geht’s zum Aufruf:
http://www.europas-bestes-hotel.eu/

Hier geht’s zum Videoclip der Kampagne:
https://www.youtube.com/watch?v=6xo_4drHGho

Hier gibt’s Plakate:
https://www.medico.de/material/

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Wenn’s die Mama mal wieder nicht blickt

Aus der Rubrik „daily comic“

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Fremdgebloggt „Mutter mit 20 und 40 – same same but different“

Vor ein paar Wochen fragte mich die Redaktion von umstandslos – magazin für feministische mutterschaft, ob ich für ihre Ausgabe „Generationen“ etwas schreiben könne, schließlich seien meine beiden Kinder ja fast eine Generation auseinander. Mir war bei meiner spontanen Zusage nicht klar, was für große Schwierigkeiten ich mit dem Text haben würde. Was habe ich mir eins abgebrochen, selten ging mir etwas so schwer von der Feder. Wochenlang habe ich eigentlich nur prokrastiniert („ist ja noch Zeit“), dann stundenlang auf ein weißes LibreOffice Dokument gestarrt. In meinem Kopf waren 5234 Storys aus den letzten 20 Jahren, doch was sollte, was wollte ich davon schreiben? Von meinem jetzigen Alltag mit einem Kind, das 5 Jahre ist, und einem, das längst selbstständig als junge Frau ihrer Wege geht? Von meiner Vergangenheit, als ich früh Mutter wurde und mich irgendwann alleinerziehend irgendwie durchwurstelte? Von den diversen Krisen, die das Mamawerden, Beziehungen, Alltag so mit sich bringen können? Was davon in einen Text packen? Wie schreiben, so dass die Gratwanderung zwischen „das mag ich nicht öffentlich schreiben“ und „das interessiert niemanden“ gelingt? In meinem Entwurfsordner dümpeln sicher 3 unterschiedliche Versionen herum, die ich jeweils x-fach umgeschrieben habe. Irgendwann habe ich einen leicht mäandernden Text abgegeben – und ihn nicht mehr durchgelesen. Ihr findet ihn hier.

Richtig cool finde ich ja, dass unter meinem Beitrag der Text von Maria „“ automatisch als „verwandt“ verlinkt wird. Ähm, ja. Das dachte ich auch mal. Jetzt wirds wohl eher 60.❤

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Tolle Graphic Novels / Comics von Frauen (Teil 2)

Und weiter geht’s in der Reihe „Tolle Comics von Frauen“. Hier ist Teil 1 zu finden.

Der Comic California Dreamin‘ ist einer der wenigen, die ich mir gekauft habe – einfach weil ich nicht abwarten konnte, bis unsere Bibliothek ihn irgendwann einmal anschaffen würde. Es hat sich absolut gelohnt! Pénélope Bagieu (* 1982 in Paris) zeichnet die Geschichte der Sängerin Cass Elliot, die mit den The Mamas & the Papas berühmt wurde. Ihr singt schon, oder? All the leaves are brown and the sky is grey … träller …. Die schwarz-weiß Zeichnungen wirkten auf mich auf den ersten Blick fast flüchtig hingekritzelt, bisschen krumm und schief und mit energischem Strich (so dass eine fast meint, die Furchen des Bleistifts im Papier zu sehen), und die krakelige Schreibschrift in den Sprechblasen war ungewohnt. Aber schon nach wenigen Seiten fand ich den Stil absolut bezaubernd und ich konnte das Buch nicht mehr zu Seite legen. Unglaublich, wie viele Emotionen Bagieu mit ihren Zeichnungen ausdrücken kann – ich war an mehreren Stellen laut am Lachen und teilweise ziemlich gerührt. Die Geschichte von Cass, die von Jugendjahren an ein Faible für Gesang hatte und das Ziel verfolgte, berühmt zu werden, ist kapitelweise aus Perspektive unterschiedlicher Personen erzählt, die in ihrem Leben wichtig waren. Eins muss übrigens kein The Mamas & the Papas-Fan sein, um sich von dem Comic und seiner Hauptfigur Cass begeistern zu lassen. Eine schöne Besprechung und ein Interview von Cass kurz vor ihrem frühen Tod findet ihr hier.

Parsua Bashi (*1966 in Teheran) zeichnete Nylon Road während ihrer Jahre in der Schweiz, wo sie von 2004-2009 lebte. Sie wird nicht wirklich heimisch dort und verfällt nach anfänglichem Enthusiasmus in tiefe Depressionen. Ihre früheren Ichs beginnen aufzutauchen, als sechsjähriges Mädchens, als Studentin, als Ehefrau. Sie beginnt, sich mit ihnen auseinanderzusetzen, mit ihrer eigenen Vergangenheit, wie sie in Teheran Kunst studierte, sich früh und überstürzt mit einem Arbeitskollegen verheiratete und in einer gewalttätigen und unglücklichen Ehe landetet. Wie sie sich scheiden ließ und ihre Tochter nach einem Rechtsspruch der Mullahs nicht mehr sehen durfte. Sie erzählt vom Leben in Teheran, vom Regime der Mullahs, der Unterdrückung der Frauen und ihrem zeitweise äußerst „patriotischen Selbst“. Sie streitet sich mit ihren früheren Egos über ihr „dekadentes Leben“ im Westen, über Politik, Islam, Islamfeindlichkeit und historische Ignoranz des Westens (wenn in Modezeitschriften z. B. ein „Colonial Girl“ abgebildet wird) und über ihre alten und neuen Überzeugungen. Mir hat der (teilweise etwas arg textlastige) Comic sehr gut gefallen. Er ist klar gezeichnet und sparsam in Grau- und Brauntönen koloriert. In all ihrer Verzweiflung und angesichts der harten Geschichten, die sie erlebte, scheint durch, was für eine mutige und starke Frau Bashi sein muss. 2009 kehrte sie in den Iran zurück, laut Wikipedia arbeitet sie dort als Grafikdesignerin. Ihre schweizerische Website ist nicht mehr online – und den Comic gibt es leider auch nur noch Second Hand bzw. in der Bücherei.

In Das Erbe von Rutu Modan (*1966 in Tel Aviv)  reist die 90jährige Regina mit ihrer Enkelin Mika von Israel nach Warschau, um die Wohnung ihrer Eltern, die sie während des Zweiten Weltkrieges verlassen mussten, zurückzufordern. Zumindest ist das das vordergründige Ziel der Reise. Tatsächlich verfolgt Regina heimlich ganz andere Pläne, während ihre zunächst ahnungslose Enkelin den Erbfall recherchiert. Und dann gibt es noch Avram, der scheinbar zufällig bereits im Flugzeug auftaucht und die beiden Frauen auf Schritt und Tritt verfolgt. Aber ich will hier nicht spoilern, das wäre schade. Der Comic ist klar und klassisch gezeichnet und coloriert (huhu Tim&Struppi!) und streckenweise ausgesprochen witzig, trotz des berührenden und ernsthaften Themas. Und er macht auch wegen seiner äußerst dickköpfigen Protagonistinnen großen Spaß zu lesen.

Last but not least noch ein Comic von Zeina Abirached (*1981 in Beirut). In „Ich erinnere mich“ sammelt Abirached ausschnitthaft kleine und große, schöne und schmerzliche Erinnerungen an ihre Kindheit und Jugend in Beirut während des Krieges. Das schmale Bändchen ist schnell durchgelesen  und eine schöne Ergänzung zu ihrem ebenfalls autobiografischen Comic „Spiel der Schwalben“, den ich letztes Mal schon vorgestellt hatte. Es ist im gleichen Stil – schwarzweiße, ornamentreiche, statische Zeichnungen, die wie Linolschnitte wirken – gezeichnet, der mir sehr gut gefällt.

Comics für Frauen

Alle drei empfehlenswert. Abirached ist schon wieder zurück in der Bücherei.

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Typisch Mädchen – typisch Jungs. Alles ganz natürlich. Oder?

Es ist doch typisch, dass die meistens Jungs gerne toben und kämpfen, Bewegungsspiele und Waffen lieben, mehr Konflikte produzieren und diese lautstark lösen? Dass die meisten Mädchen fürsorglicher und kreativer sind, ruhigere Spiele bevorzugen, weniger Aufmerksamkeit einfordern und rosaglitzer über alles lieben? Und nicht nur typisch – sondern NATÜRLICH! Wegen der Hormone (Testosteronschub!!!) und der unterschiedlichen Gehirnentwicklung. Das fällt quasi vom Himmel bzw. liegt in den Genen – da ist der Einfluss von außen doch recht begrenzt („Von uns haben sie das gewiss nicht!!!“). Nicht wahr?

Andererseits:

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Kleine Auswahl zum Weiterlesen:

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