cloudette.net ade

Tja, es war abzusehen. Es war hier nur noch ein Rumgedümpel und es sieht auch nicht so aus, als würde sich das in absehbarer Zeit ändern. Schon lange überlege ich, die Domain abzumelden – und nachdem jetzt wieder die alljährliche Zahlungsaufforderung ins virtuelle Haus flatterte, habe ich auf den Stornieren-Knopf gedrückt. Ein bisschen hatte ich ja damit gerechnet, dass ich so facebook-like gefragt werde, ob ich wirklich … wirklich … WIRKLICH stornieren möchte und dass mir unter die Nase gerieben wird, wie sehr mich meine Follower*innen vermissen werden … Aber nein. Draufgedrückt – und storniert wars. No way back. Aber es ist gut so. cloudette.net als Domain wird nun zum 19.08.2021 abgeschaltet.

Die Texte hier bleiben weiterhin auf der alten – zugegebenerweise ziemlich beknackten – WordPress-Adresse https://eulenbacke.wordpress.com online. Vielleicht …. vielleicht … vielleicht mache ich da auch wieder weiter. Vielleicht bleibe ich auch analog, das gefällt mir eigentlich auch ganz gut. Wer weiß. (Stay tuned, höhö)

Für die lieben Treuen unter euch, die mich seit Jahren auf ihren Linklisten haben oder hier immer wieder vorbeischneien um zu schauen, ob es etwas Neues gibt: Habt 10000 Dank! Es hat mir phasenweise großen Spaß gemacht, hier etwas reinzuschreiben und mit euch in Kontakt zu sein. Vor allem die ersten Jahre waren schön, da gab es zwischendurch mal eine kleine feine Bloggemeinschaft mit gegenseitigem Lesen, Nachfragen, Kommentieren. Manchmal blicke ich wehmütig zurück. Der Großteil der Blogs, denen ich damals folgte, ist auch schon lange verschwunden … Seufz. Aber bevor ich nun total oma-like (ich darf das) ins „Von-der-guten-alten-Zeit“-Schwelgen abdrifte, sage ich erst mal ade. Macht’s gut und genießt den Sommer. <3

(Wer meinem anderen Blog folgen mag, auf dem ich auch nur all Jubeljahr was veröffentliche: Bitte hier entlang –> https://cloudcomix.wordpress.com).

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Gelesen – gehört – gesehen 12/2020

Bücher

  • Lange ist es her, dass mich zwei Bücher so in Bann gezogen haben wie Bodentiefe Fenster und Schäfchen im Trockenen von Anke Stelling. So gut beobachtet, beschrieben, geschrieben: die Überforderungen und Ansprüche, die Mutterschaft/Kinder haben mit sich bringen (die man aber den Nachbarinnen gegenüber nicht zugeben sollte). Die unausgesprochenen, oft negierten Hierarchien, die sich ergeben, wenn die einen qua Herkunft mehr materielle Sicherheit im Background haben als die anderen – und das im eher links-bürgerlichen (Prenzlauer Berg) Milieu, wo man die Gleichheit leben möchte (Baugruppen, Wohnprojekte ….). Wehe, man spricht darüber – oder noch schlimmer: schreibt darüber, wie die Protagonistin im Schäfchen-Buch bzw. die Autorin selbst. Sehr mutig, finde ich. Wenn es Stelling wie ihrer Protagonistin erging, dann hat sich ihr Freund*innenkreis nach der Veröffentlichung ihrer Bücher vermutlich erst mal sehr ausgedünnt.
  • Ebenfalls in wenigen Stunden inhaliert (auf eine Empfehlung von Antje Schrupp): Die schlechteste Hausfrau der Welt von Jacinta Nandi. Dieses Buch hat mich fertig gemacht. Es war eine Achterbahnfahrt zwischen Lachanfällen, weil es manchmal so wahnsinnig witzig geschrieben ist, und abgrundtiefen Seufzern, weil es manchmal unerträglich, wirklich unerträglich ist. Worum geht’s? Darum, dass Jacinda Nandi, wie sie behauptet, eine schlechte Hausfrau ist, sogar die schlechteste der ganzen Welt, weil sie das mit dem Putzen, dem Haushalt, dem ganzen Mental Load Ding nicht so recht auf die Reihe kriegt. Das findet auch ihr Freund, der dauernd an ihr herummeckert, sie zu chaotisch und die Wohnung zu dreckig findet – selbst aber keinen Finger im Haushalt rührt. Sogar der Teenie-Sohn der Autorin, der eigentlich auch nichts im Haushalt macht, macht unterm Strich mehr. Das Ungewöhnlich an der Situation ist, so Nandi, „dass mein Freund zugibt, dass er nicht vorhat mitzumachen. In vielen deutschen Haushalten existiert der Mythos von einer 50/50 Mitarbeit, gleich aufgeteilt zwischen den Partnern. Was utopisch klingt – und auch echt utopisch bleibt“. Ein Buch über Haus- und Carearbeit und die riesengroße Wut darüber, dass der Großteil idR nach wie vor an den Frauen hängen bleibt.

Video

  • Das Pilecki-Institut veranstaltet gerade eine Online-Vortragsreihe über dokumentarische Comics „Living Archives – a laboratory for documentary comics„. Ich habe mir den Vortrag von Ulli Lust zu ihrer Graphic Novel „Flughunde“ angeschaut, einer Adaption des Romans von Marcel Beyer. Flughunde spielt während des NS und wird erzählt aus der Perspektive eines Akustik-Ingenieurs und der ältesten Tochter von Joseph Goebbels. Ulli Lust gibt in ihrem Vortrag Einblicke in den Entstehungs-und Rechercheprozess des Comics. Sie zeigt Materialien, Fotos, Bilder, die sie als Grundlage verwendet hat sowie Szenen aus dem Comic. Am Ende beantwortet sie noch Fragen zur Zusammenarbeit mit dem Autor Beyer, zum Urheberrecht und dazu, wie es ihr mit dem Thema ging. Sehr spannend, dieser Blick hinter die Kulissen!
    (Buch und Comic habe ich noch nicht gelesen …. das werde ich wohl nachholen)

Podcasts

  • In der Pandemia-Reihe geht es um „Die Welt. Die Viren. Und wir“. Sars CoV-2 ist natürlich großes Thema, aber auch andere Viruserkrankungen werden besprochen, z. B. die Pocken. Spannend fand ich gerade die Folge über die Masern – Wenn die Lüge überlebt: Wie gefährlich sind sie (Spoiler: ziemlich), wie kam es zum Ausbruch 2019 auf Samoa, wie kam es zu der Behauptung, die Masernimpfung verursache Autismus und warum hält sie sich so hartnäckig, obgleich längst widerlegt?
  • Und noch etwas eigentlich durchweg schönes und inspirierendes zum Schluss: Im Podcast Raabe & Kampf reden Melanie Raabe und Laura Kampf jede Woche montags ca. eine halbe Stunde über ihre Berufe, ihr kreatives Tun und über den Prozess drumherum. Melanie ist Schriftstellerin und hat schon einige Bestseller veröffentlicht (meist Thriller). Laura Kampf baut und erfindet Dinge. Ich bin sofort zum Fangirl mutiert, es macht einfach Spaß, diesen beiden sympathischen, witzigen, interessanten, klugen (… Fangirl, ihr merkts, gell) Frauen zuzuhören … und dabei womöglich selbst etwas Kreatives zu tun.

 

 

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Wer erntet die weihnachtlichen Lorbeeren?

[Vorwort: Ich habe dieses Jahr nicht einen einzigen Blogpost veröffentlicht. Letztes Jahr habe ich es immerhin auf drei gebracht. So geht das ja nicht. Wozu hat man denn einen Blog, wenn man nie was reinschreibt? Also ändere ich das jetzt schnell mal, bevor dieses Jahr einfach so zu Ende geht.
Auf Instagram habe ich gerade bei @mareicares einen kleinen Rant* zur „unsichtbaren Weihnachtsarbeit von Müttern“ gelesen. Die laufen sich in der Adventszeit (und die Tage davor natürlich auch schon) die Hacken ab, um glitzernden Weihnachtszauber in die familiären Buden zu bringen: tolle Adventskalender, gefüllte Nikolausstiefel, Adventskränze, Deko, Plätzchen, Geschenke, pipapo – und das Ganze am besten mit bester Laune selbst bebastelt und gebacken. Versteht sich von selbst. Gehuldigt wird für den ganzen Aufwand dann allerdings nicht den Mütter, neeeein, die Herren Weihnachtsmann und Nikolaus erhalten am Ende den ganzen Dank. Mir fiel beim Lesen ein, dass ich in grauer Vorzeit auch etwas zum Thema geschrieben habe, das nach wie vor gut passt, drum mache ich es mir mal einfach und reposte das ganze Ding hier einfach mal:]

Nikolaus und Weihnachtsmann sind ziemlich gut organisierte Arbeitgeber, scheint mir. Niemand bekommt sie je zu Gesicht, niemand hat sie je selbst mit anpacken gesehen. Und trotzdem läuft der Laden, seit Hunderten von Jahren. Heerscharen von fleißigen Arbeiterinnen führen die vorweihnachtlichen Aufträge aus: Sie backen Plätzchen, produzieren Adventskalender, basteln Sterne, dekorieren Wohnungen, kaufen Geschenke, füllen rechtzeitig die Stiefel der Kinderlein und üben mit ihnen Weihnachtslieder. Und sie bereiten alles vor für das große Event, an dem der Weihnachtsmann – hohoho – den Geschenkesack schwingen kann.

Moment jetzt mal. Wir stellen uns in den Dienst zweier alter Herren, die selbst nicht einen einzigen Strohstern basteln, bei den Kindern dann aber die Lorbeeren abgreifen? Die sich Jahr für Jahr pompös feiern lassen, ohne einen Finger zu rühren? Die noch nicht einmal Weihnachtsgeld auszahlen für all die fleißigen Helferlein? Ist das nicht irgendwie ziemlich … äh … überholt? Ausbeuterisch geradezu? Und unfeministisch noch dazu? Die Frauen ackern und die Männer bekommen Ruhm und Ehre?

Da gibt es aber doch noch das Christkind, werden einige sagen. Das arbeitet zwar selbst auch nicht, aber es ist ja auch noch ein Kind, da ist das völlig ok. Außerdem ist es geschlechtlich neutral. Mädchen oder Junge oder was anderes. Mangels Untersuchungsobjekt konnte das wissenschaftlich noch nicht endgültig geklärt werden. Stimmt alles! Aber gegen die Herrenriege kommt es auch nicht an und es hat nur in ganz bestimmten Gegenden das Sagen.

Darum wäre doch mal langsam ein kleine Revolution in der Weihnachtsführungsetage angesagt! Oder zumindest eine kleine Umstrukturierungsmaßnahme. Was meint ihr? An den alten Bischof von Myra erinnert sich heute sowieso keiner mehr, überliefert ist auch nicht viel, er ist also nur noch eine Symbolfigur. Der Weihnachtsmann ist spätestens seit seiner Werbekampagne für eine große Zuckergetränkefirma etwas in Verruf geraten, der könnte eigentlich auch mal abtreten.

Also: Machen wir Nikolaus zu Nikola, das passt dann für er-sie-xier, und rasieren diesen albernen Bart ab. Hübschere Klamotten lassen sich sicher auch noch finden. Und beim Weihnachtsmann, tja, da bringt aufpimpen wohl nicht viel. Den ersetzen wir einfach durch …..  Trudi Rentier. Aber ohne rote Nase, wenn’s geht.

Dann haben wir wenigstens mal das mit den Lorbeeren für die Herren aus der Welt. Am Rest können wir danach weiteroptimieren.

Und jetzt entschuldigt mich, ich flüchte mal eben vor den aufgebrachten himmlischen Heerscharen.

Wahlweise könnte ich mich auch mit einem Eichhörnchen anfreunden.

*Der Rant von Mareike ist ebenfalls Repost, den ihr hier in voller Länge,nachlesen könnt.

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Die Sache mit dem Ausgehen

Irgendwann, in grauer Vorzeit (kurz nach dem Krieg … dem 30jährigen oder so), da war ich jung und fit und noch nicht grau. Und die Nächte waren es auch, sie waren bunt und lang und aufregend. Keine Frage, wenn ich so verklärt in die Vergangenheit blicke, dass ich die Nacht zum Tage machte, rausging, wann immer es ging. Von Party zu Party, eine spannender als die andere. Zu Konzerten, Open Airs, spontanen Sit-ins oder Sit-herums, mit Freundinnen treffen, in die Kneipe gehen, ganz egal was, Hauptsache runter vom nicht vorhandenen Sofa. Unvorstellbar, dass die Alten zuhause blieben. Vor dem Fernseher, auf der Coach, und nur müde abwinkten, wenn man sie fragte, was sie am Abend vorhatten. Was waren die langweilig, was waren die spießig. So würde ich nie werden, das war klar.

Zwischen grauer Vorzeit und heute, wo ich nun wirklich grau bin, nicht mehr jung und nur so mäßig fit, liegen ein paar Jahre. Ein paar Jahre, in denen ich fast unmerklich zu dem wurde, was ich nie werden wollte: eine alte Couchpotatoe, die im Zweifelsfall lieber mit Tee und Buch zuhause bleibt und die Welt Welt sein lässt. Ist mir doch egal, dass da draußen der Bär tobt. Ist mir sogar ganz recht, wenn der draußen tobt und ich hier drinnen meine Ruhe habe. Ruhe – was gibt es besseres. Jetzt bin ich die olle Alte, die dem erstaunlich jungen Mitbewohner allabendlich vom Sofa aus zuwinkt, wenn dieser sich in Schale wirft und mit Freunden in die Kneipe zieht: „Ich? Ne, ich geh heute nicht mehr raus! Viel Spaß da draußen!“

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Ich so mit meinen ja durchaus vorhandenen, guten Ausgeh-Vorsätzen (so lange es nicht Abend ist):

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Wobei es durchaus einen Unterschied macht, ob es Sommer ist oder Winter:

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Was Eltern sagen … was Eltern tun … (Teil II)

Chips [wahlweise auch Schokolade, Gummibärchen etc. pp.] futtern:

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Was Leckeres im Supermarkt sehen (und kaufen …. oder eben halt nicht):

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Das eigene Tun schätzen:

 

–> Natürlich könnte man die Reihenfolge der Bilder jeweils auch einfach umdrehen – dann wird ein Lernen am Modell daraus. In dem ein oder anderen Fall passt das sicher auch ganz gut ;-)

Was Eltern sagen, … was Eltern tun (Teil 1)

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