Familiengesetze zum Thema „Aufräumen“

Nach jahrelanger Beobachtung habe ich herausgefunden, dass es ein gewisses Schema gibt, nach dem gebrauchte Dinge in unserem kleinen Haushalt wieder an ihren Platz zurückgebracht werden – oder eben auch nicht.

Zurückgestellt bzw. ignoriert werden in der Regel z. B.:

  • Klopapierrollen, an denen noch maximal ein Blatt dran ist
  • Leere Shampoo-Duschgel-etc-pp-Verpackungen

Nahrungsmittel – genauer: ihre Verpackungen – werden immer dann zurück in den (Kühl-)Schrank gestellt, wenn sich in ihnen maximal noch Spurenelemente des einst darin Enthaltenen befinden:

  • Ein Joghurtglas zum Beispiel, aus dem in mühseliger Kleinarbeit noch ein halber Löffel rausgekratzt werden könnte, kommt wieder in den Kühlschrank.
  • Ebenso Milchtüten, in den sich noch maximal ein Schluck Milch befindet.
  • Keksverpackungen verbleiben der Einfachheit halber gleich im Schrank, nachdem der letzte Keks herausgeangelt wurde.

⇒ Es scheint die Regel zu gelten: Je leckerer der Inhalt, desto wahrscheinlicher findet sich die leere Verpackung im Schrank (Schokolade, Samba …).

Hintergrund hierfür muss irgendein bislang noch unzureichend erforschter Reflex sein. Vermutung: Er wird ausgelöst durch die in dem Moment erfolgreiche Verdrängung, dass die Köstlichkeiten zu nun leider leer sind. Eventuell liegt dem aber auch eine gewisse Absicht zugrunde, ausgelöst durch schlechtes Gewissen  (weil man den Rest aufgefressgegessen und nix mehr übrig gelassen hat). Oder der kümmerlichste Rest wird als noch essbar für die Restfamilie eingestuft.

Hier noch als Übersicht:

Nicht zurückgestellt werden in der Regel folgende Dinge:

  • So lange sich noch einigermaßen viel in Verpackungen befindet, verbleiben Nahrungsmittel gerne an Ort und Stelle des letzten Genusses (Brot, Käse ..). Auf dem Küchentisch oder im warmen Zimmer ….
  • Nasse Handtücher finden selten den Weg zurück an den Haken, sondern sie werden ebenfalls an Ort und Stelle des Abtrocknens fallengelasseb
  • Jacken, Schuhe, Handschuhe, dreckige Klamotten etc pp müssen scheinbar auch zwingend mit Schwung auf den Boden geworfen werden. .

Vermutlich hat das viel mit Erdanziehungskraft und dem Vermeiden komplexer Vorgänge (Dinge an andere Orte zurückbringen, z. B. zum Wäschekorb) zu tun.

Auch dies als (selbstverständlich nicht vollständige) Übersicht:

Ich nehme das Ganze mal in unsere Familiengesetzsammlung auf. (Niemand hat gesagt, dass Gesetze logisch sein müssen, oder?!)

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Hier noch ein älterer Paragraph:

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TARDIS



Das Kind ist ganz eindeutig ne andere Generation 😀

(Für alle Nicht-Dr.Who-Fans: TARDIS steht für Time And Relative Dimension In Space und ist eine Art Raumschiff-Zeitmaschine. Von außen ähnelt sie einer Telefonzelle, genauer eigentlich einer britischen Polizeizelle, von innen ist sie riesig.)

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Steter Tropfen

„Der Text für die Broschüre ist gut“, sagt die Kollegin. „Aber an der Stelle hier steht noch ‚Mitarbeiter‘, das musst du noch gendern.“

„Stimmt, mach ich“, erwidert der Kollege.

Ich sitze daneben und freue mich. Es gibt keine Diskussion, keine dummen Sprüche, kein Augenrollen. Vor 6 Jahren war das noch anders. Es gab nur „Mitarbeiter“, die Texte waren im generischen Maskulinum verfasst und Hinweise darauf wurden nicht selten als „persönliche Empfindlichkeit“ abgetan. Es ist besser geworden. Nicht immer, nicht perfekt, aber es ist ein Anfang – und es bemühen sich nun auch andere darum. Es ist schön zu sehen, dass sich langsam etwas verändert.

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Äh, nein, google!

Meinte ich nicht.

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Hören Sie auf Ihren Bauch!

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Kurz vor der Verwahrlosung

In der Küche ziehen sich braune Flecken von der Kaffeemaschine bis zum Waschbecken. Krümel liegen auf dem Boden, der Müll ist randvoll. Jacken und Taschen auf den Stühlen, Zeitschriften und ungeöffnete Briefe auf dem Küchentisch. Im Kühlschrank gammelt eine verschrumpelte halbe Gurke vor sich hin, dazu Käserinden, ein alter Salat und ein bisschen Milch. Das Brot ist steinhart und über den Zwetschgen kreisen Armeen von Fruchtfliegen. Das Geschirr steht dreckig über der Spülmaschine, denn die ist noch immer nicht ausgeräumt. Vor der Waschmaschine stapeln sich die dreckigen Klamotten. Die vor Tagen frisch gewaschene Wäsche liegt auf dem Sofa, ungefaltet, auf einen Haufen geworfen. Die Klamotten von gestern liegen vorm Bett, genauso so, wie sie beim Ausziehen fielen. Die von vorgestern auch. Und die von vorvorgestern eventuell auch. Wenn sie nicht schon auf dem Stapel vor der Waschmaschine sind. Der Schreibtisch ist übersät mit Dingen. Irgendwelchen Dingen. Büchern, Stiften, Nagellack, kaputtem Spielzeug, USB-Kabeln und einem Wasserhahnadapter. Auf dem Boden liegen Bastelsachen, Taschentücher (benutzt) und eine große Stoffeule. Kaffeetassen mit eingetrockneten Resten stehen auf dem Balkon und dem Nachtisch. Daneben der want-to-read-Bücherstapel, auf einen halben Meter angewachsen und bedenklich instabil. Staub auf allen Flächen. Wollmäuse auf dem Boden. Das Bad ist ungeputzt, Zahnpasta klebt im Waschbecken, die Ablagen sind zugerümpelt und auf dem Boden liegt der abgekrachte Handtuchhalter, noch immer nicht repariert. Daneben das Handtuch. Und noch mehr Klamotten.

Im Bett liege ich. Am Sonntag um halb 11. Mit Kaffee und Buch und Laptop. Ich habe noch genau 3 Tage, um dieses Chaos zu beseitigen und so zu tun, als hätte ich in den 9 (!!!) Tagen sturmfrei selbstverständlich höchst diszipliniert in dem höchst ordentlichen Zustand gelebt, den ich sonst  der Familie gegenüber gerne proklamiere – und nicht etwa kurz vor der völligen Verwahrlosung. Ich nehme an, Sie kennen das. Oder? ODER?!

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Delta Chat – ein neuer Star am Messenger-Himmel?!

Telegram? Threema? Nein! Delta-Chat! 🙂  Mit Lesebestätigungshäkchen und Verschlüsselungszeichen.

Messenger sind so ein Thema. Das Nuf hat sich kürzlich etwas ausführlicher damit auseinander gesetzt und beschrieben, was an Whatsapp problematisch ist. Die App gehört zu (evil) Facebook und schickt, das dürfte mittlerweile bekannt sein, ungefragt Adressbuchdaten an den Konzern, was scheiße und nach aktueller Rechtsprechung zudem nicht legal ist. Auch die Metadaten landen natürlich bei Facebook.

Auf Whatsapp zu verzichten ist für viele nicht ganz einfach. Für mich auch nicht. Schließlich tummeln sich dort viele viele Freund*innen, die gesamte Großfamilie und fast alle Kindergartenmamis und -papis. Deswegen habe ich sie auch immer noch aktiv – allerdings habe ich der App den Zugriff aufs Adressbuch entzogen (das geht mit neuen Android Versionen unter Einstellungen –> Apps –> Whatsapp –> Berechtigungen ändern). Zugegebenermaßen ist das unkomfortabel. Denn nun kann ich meine Chatpartner!nnen nur noch über deren Profilbild und Telefonnummer (die statt des Namens angezeigt wird) identifizieren. Das ist unschön und unübersichtlich.

Als Alternative habe ich über längere Zeit Signal, Threema und Telegram ausprobiert. Die Messenger sind im Prinzip vom Funktionsumfang ähnlich wie Whatsapp und funktionieren alle drei sehr gut. Der große Nachteil ist die Reichweite: Meine Kontaktlisten in diesen Messengern sind extrem übersichtlich. Nur eine Handvoll Leute in meinem Bekanntenkreis nutzt diese Alternativen, so dass ich dort jeweils nur ca. 3-4 aktive Chats habe. Außerdem sind alle drei Messenger ebenso wie Whatsapp zentral organisiert, d.h. alle (Meta)Daten laufen über die Server der jeweiligen Anbieter. Zudem nutzen zumindest Threema und Telegram Google Cloud Messaging (neuerdings umbenannt in Firebase Cloud Messaging), also einen Google Service, um das Handy über neue Nachrichten zu informieren.

Vor einigen Wochen habe ich mir den neuen Messenger Delta Chat runtergeladen. Delta Chat ist ein Open Source Projekt und bisher nur für Android verfügbar. Es nennt sich „Der Messenger mit der größten Reichweite der Welt“. Ein bisschen großspurig, dachte ich zuerst. Aber es stimmt: Denn Deltachat funktioniert auf E-Mail-Basis, man richtet also keinen eigenen Account ein, sondern nimmt einfach eine bestehende E-Mail-Adresse und kann dann über die App hin- und herchatten.

Das Gegenüber muss sich die App nicht installieren, sondern kann einfach über ihren E-Mail-Client kommunizieren. Dort erscheinen die Nachrichten als normale Mail. Damit kann ich also potenziell alle Leute erreichen, von denen ich eine Mailadresse habe.

Als Nutzerin habe ich die Wahl, von Delta Chat aus Nachrichten zu verschicken oder der Bequemlichkeit halber zwischendurch auch am Notebook vom Mail-Client aus zu antworten. Die Nachrichten tauchen alle sowohl in der Inbox bzw. in einem eigenen Chatordner sowie in der App im Chatverlauf auf.

Der Instant E-Mail-Messenger kommuniziert nur zwischen den beteiligten E-Mail-Servern, er ist damit also im Unterschied zu allen anderen (zumindest mir bekannten) Messengern dezentral organisiert. Es gibt keinen Deltachat-Server, auf dem Nachrichten, Metadaten oder Adressbuchdaten gespeichert werden, alles liegt auf den eigenen Rechnern bzw. beim E-Mail-Provider. Und den kann eine sich ja frei aussuchen. Gerade in Deutschland gibt es einige, die Datenschutz ernst nehmen und sich nicht über Werbung/Datenweitergabe finanzieren (dafür dann halt wie posteo 12 € im Jahr kosten. Das ist es mir wert).

Die Kommunikation zwischen Delta Chat Messengern ist Ende-zu-Ende verschlüsselt. Verwendet wird hierfür OpenPGP, der Schlüsselaustausch findet automatisch über den Autocrypt-Standard statt. Die Verschlüsselung wird durch ein Schloss in der Nachricht angezeigt (mehr zur Verschlüsselung hier).

Optisch und von den Funktionalitäten her ist Delta Chat mit den anderen Messengern vergleichbar. Es ist möglich, Bilder, Videos, Sprachnachrichten etc. zu versenden, man kann Gruppenchats einrichten und erhält, wenn entsprechend aktiviert, Lesebestätigungen. Delta ist schnell und das chatten darüber macht Spaß.

Noch gibt’s Delta Chat erst in einer Beta Version (0.9.3) und die App wird derzeit noch an einigen Stellen weiterentwickelt, z.B. wird derzeit das Konzept der Kontaktanfragen überarbeitet. Man kann sie über die Website des Projekts oder über FDroid beziehen und einfach mal ausprobieren und ggf. auch mitdiskutieren oder mitübersetzen (es gibt die Website schon in 6 Sprachen). Mit Version 1 kommt die App voraussichtlich auch in den Play Store. Für Apple soll es auch eine App geben (irgendwann).

Für mich sieht das Ganze bisher sehr sehr gut aus und ich könnte mir vorstellen, dass ich damit nach und nach alle anderen Chat Messenger ablösen kann – allen voran endlich endgültig auch Whats App. Für mich also ganz eindeutig „der“ Star im Wust der Messenger!

++ + Discloser: Mein Partner ist in Autocrypt involviert und inzwischen kenne ich den Entwickler von Deltachat auch persönlich. Das hebt vermutlich meine Bereitschaft, den Messenger geduldig zu testen. Andererseits habe ich durchaus eine äußerst kritische Ader (zum Leidwesen manch Nahestehender).  +++

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