Hauptsache Bio

Im Biomarkt. Meterlang ziehen sich die Regale voller Tetrapacks mit Hafer-, Mandel-, Reisdrinks. Cremige Wildlachs-Suppe mit feinem Bio-Gartengemüse in der Dose. Polierte Äpfel aus Neuseeland, und wilde Tomaten im Plastikpack. Exotische Früchte von Ganzweitweg hierhergekarrt. Im Kühlregal drängeln sich 20 verschiedene Jogurtsorten, eingeschweißter Käse und vegane Aufschnitte. Das Fruchtmus für die Kleinsten ist praktischerweise portionsweise abgepackt, ebenso die Öko-Bifi und Mini-Reiswaffel-mit-irgendwas für den Kinderhunger zwischendurch. Tütensuppen und Ravioliverschnitt für die schnelle Küche und als Nachtisch  Tiramisu im Dreierpack.

Den Knaller aber gibt es kurz vor der Kasse, bei den Supersonderangeboten: eine Genuine Coconut mit praktischem Öffnungssystem an der Kokosnuss angebracht. Ganz natürlich Kokoswasser trinken, ganz authentisch, direkt aus der Frucht. Voll bio (nach Entfernen der Plastikverpackung). So toll !!11!!

BioBioBio. KaufenKaufenKaufen. Alles für meine Gesundheit, alles für mich. Wo das Zeug so herkommt, von wem und wie es produziert wird … hey, es ist bio!!!  Der gesunde Inhalt kommt ins Kröpfchen, der Müll verschwindet im Gelben Töpfchen. Amen.

(Es ist ein bisschen absurd, ist es nicht? So ein kleines bisschen?)

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genuine coconut

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Serien gucken: „Nur noch eine!!“

Das mit dem Medienkonsum und der Erziehung drumherum ist nicht einfach. Egal wie viele Folgen Pogetscholl (paw patrol) oder ähnlichen Kram das Kind schauen darf, es reicht eigentlich nie. Fast nie. Sehr selten klappt es den Rechner auch mal freiwillig zu, meistens gibt es jedoch ein großes Theater, das je nach Tagesverfassung, Nervenzustand und Laune des betreuenden Elternteils mit dem Gewähren einer weiteren Folge (und noch einer und noch einer und noch ei…) beginnt und nach dem definitivem Schlusswort mit großem Wutgeschrei des Kindes endet. Beschwichtigende Worte wie „du kannst doch morgen wieder“ oder „komm, wir lesen was vor“ gehen im Geschrei unter und nahtlos über in den Wenn-Dann-Modus „Wenn du nicht SOFORT mit dem Theater aufhörst, darfst du morgen auch nicht …“. Schlimm. Und extrem pädagogisch wertvoll.

Wir Großen dagegen haben das mit den Medien ja dagegen völlig im Griff, wie mir gerade mal wieder auffiel:

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6(aus der Reihe „blöde gemeine fiese Arschlocheltern“)

Läuft das bei euch auch so gut?

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Urlaubseskapismus

Drei Wochen Urlaub – drei Wochen offline. Nur Meer, Strand, Sonne. Berge, Schluchten, Burgen. Es dauerte nur ein kleines bisschen, bis ich mich daran gewöhnt hatte, nicht ständig auf das Handy zu schauen. Dort war eh nichts los. Kein *pieppiep* aus den diversen Whatsapp-Gruppen. Keine Mails, kein Twitter, kein Facebook. Nur SMS konnten mich erreichen, das waren überschaubar wenige. In der ersten Woche führte ich gedanklich noch eine Liste, was ich später alles Nachgoogeln wollte. Die Liste versickerte allerdings in der allgemeinen Urlaubsträgheit und tauchte bis heute nicht mehr auf. Nur spärliche Nachrichten drangen zu uns durch. Ich habe nichts vermisst. Erschreckend überhaupt nichts. Im Gegenteil.

Und natürlich, wie könnte es anders sein, beschloss ich, diesen himmlich-eskapistischen Zustand so lange wie möglich zu erhalten. So im Hier und Jetzt zu sein, mich nicht in Kommunikationen, Internetgedöns und dem Weltgeschehen zu verheddern. Einfach mal Gespräche ohne ein „ich google das mal schnell“ zu führen. Einfach mal Verabredungen zu treffen, ohne x-Mal hinundher zu whatsappen. Nicht wieder stundenlang im Internet zu versumpfen.

Der Vorsatz hielt so ca. 12 Stunden. 8 Stunden davon habe ich geschlafen. 2 h ausgeräumt, ausgepackt, Wäsche gewaschen, Post geöffnet, gegessen. 2 h den geliehenen Bus sauber gemacht. Dann beschloss ich, mal eben kurz das Fotobuch mit den Urlaubsbildern anzufangen. Und mal kurz auf Twitter nachzuschauen, was so los ist. Und mal kurz die Mails zu checken. Und die >300 Whatsapp-Nachrichten … und das Weltgeschehen …

„Du bist ja schon wieder am Rechner, wolltest du nicht eigentlich …“, sprach der Mann heute morgen um 8. ICH MACH DOCH NUR KURZ DAS FOTOBUCH!!!1!11!!

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Gärtnerinnenleid

Es ist wirklich ein Jammer. Da habe ich die Pflänzlein von Hand aufgezogen, ihnen vom Samen an beim Wachsen zugeschaut, habe sie pikiert, umgetopft, gehegt und gepflegt. Habe jeden Morgen literweise Wasser auf den Balkon geschleppt und sie gegossen. Habe ihnen, als sie größer wurden, eine Schnurkonstruktion gebaut, damit sie nicht umknicken, und ihnen aus dem Garten stinkende Brennesseljauche mitgebracht. Habe stundenlang gesurft, mit was ich ihnen noch etwas Gutes tun könnte und was gegen Blütenendfäule hilft (Gesteinsmehl – falls es wen interessiert!). Jeden Tag habe ich ihnen beim Wachsen zugesehen, mich über die Bienen und Hummeln gefreut, die die Blüten bestaubt haben. Und mich wie blöd gefreut, dass an jeder Pflanze dicke fette Tomaten wachsen.

Und nun werden sie einfach nicht rechtzeitig vor dem Urlaub rot. Die dicken fetten Tomaten. Einzig vier davon sind erntereif, der ganze Rest lässt sich Zeit. Morgen werde ich den Urwald auf meinem Balkon der Nachbarin übergeben. Ich hoffe, sie kann die Tomatenschwemme genießen.

Zwei der raren roten Exemplare -.-. Im Hintergrund der geschossene Salat.

(Und nächstes Jahr lasse ich das Ganze einfach. Seufz. Oder ich fange ich früher an auszusäen. Im Februar!!!!)

 

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Wenn Kinder mit Scheren spielen …

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*wobei ich dann doch froh war, dass sie kein Stromkabel durchgeschnitten hatten. Oder das MacBook-Kabel von Kind1 (so wie das Kind von Frau Mierau \o/)

(Daily Comic vom 27.1.16)

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Das beste Hotel Europas braucht keine Minibar …

… sondern solidarische Menschen.

Im April eröffneten Aktivist*innen mitten in Athen mit der Besetzung des leer stehenden City Plaza Hotels das BESTE HOTEL EUROPAS. Nun wohnen dort ca. 400 geflüchtete Menschen, darunter 185 Kinder. Essen, Spielzeug, Kleidung – alles wird auf Spendenbasis bereitgestellt, vieles von den Nachbar*innen vorbeigebracht. Mit einer Spende könnt ihr dazu beitragen, dass dort weiterhin Menschen unterkommen, miteinander essen, leben, spielen können, es Sprachkurse, Rechtsberatung, eine Bibliothek und andere wichtige Dinge gibt.

„Wir leben zusammen – Solidarity will win“ lautet das Motto im City Plaza. Das Hotel beweist jeden Tag aufs Neue, dass selbst inmitten von Krise und Armut ein solidarisches und herzliches Willkommen, ein menschenwürdiges Leben für alle möglich ist.

Hier geht’s zum Aufruf:
http://www.europas-bestes-hotel.eu/

Hier geht’s zum Videoclip der Kampagne:
https://www.youtube.com/watch?v=6xo_4drHGho

Hier gibt’s Plakate:
https://www.medico.de/material/

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Wenn’s die Mama mal wieder nicht blickt

Aus der Rubrik „daily comic“

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