Besinnliches Adventsbasteln

Das kleine Kind hat seine adventliche Bastelader entdeckt und nachdem es alle in der Schule gelernten Faltschachteln, -sterne, -girlanden ausgiebig nachgebaut hatte, schaut es sich nun gerne im Internet diese hübschen Bastelvideos an. Bevorzugt solche, in denen gepflegt-manikürte Hände mal eben ein Origamikunstwerk zaubern, während eine Stimme die Arbeitsschritte dazusäuselt „das-ist-gaaanz-einfach, wir müssen nun nur den unteren rechten Rand vorsichtig in einem 32° Winkel durch die Lasche in der zweituntersten Papierlage ziehen“. Nach fünf Minuten ist der häusliche Bastelfrieden dann meist vorbei … und die Mama muss einschreiten. Das geht immer sehr pädagogisch vonstatten:

Am Ende brennt das Internet, das „Werk“ landet zerknüllt im Mülleimer und wir widmen uns friedlich einfacheren Dingen. Schokolade essen zum Beispiel. Oder Plätzchen. …. bis zum nächsten Bastelexzess.

 

Advent, Advent – nur die Sonne brennt

Die Sonne scheint penetrant vom Himmel, bahnt sich ihren Weg durch die unglaublich dreckige Fensterscheibe ins Wohnzimmer, wo Staubflusen in der Luft tanzen. Die Kartons mit dem Weihnachtskram stehen nach wie vor im Keller. Was soll so ein Strohstern im gleisenden Licht? Kein Adventskranz, kein Schmuck. An der Wand nur der Adventskalender fürs Kind, in den das Wichtele aus dem Wald jede Nacht eine Kleinigkeit steckt (wenn es daran denkt und nicht morgens noch panisch vorm Kind ins Wohnzimmer rennt). Das Plätzchenbacken mit der Freundin – abgesagt. Niemand hat Lust darauf, wo es doch so wenig weihnachtlich ist und das Wetter eher „Frühling!“ schreit. Bei 16 Grad.

Eine Biene surrt durchs offene Fenster in die Küche. Vermutlich ist sie auch durch den Wind. Oder sie muss kacken, was Bienen im Winter anscheinend so machen, wenn es ihnen zu warm wird.

Auf zum Spielplatz, beschließen wir. „Immer müssen wir rausgehen“, motzt das Kind. Es wird den gleichen Bei-schönem-Wetter-müssen-wir-raus-Koller kriegen wie ich, das steht schon zu befürchten. Aber wie können wir in der Bude hocken, wenn draußen die Sonne so penetrant …

Wir stehen auf dem Spielplatz unter blühenden Bäumen. Japanische sind das, sagt die Freundin, die blühen zu unmöglichen Zeiten. Aber mitten im Dezember? Sie stehen doch schon seit ein paar Jahren da, habe ich sie immer übersehen? Die Nachbarin raunt „Klimawandel“ und überhaupt, dass alles den Bach hinuntergehe.

Die Sonne verpisst sich hinter die Häuser, es ist erst halb vier, langsam beginnen die Zehen zu frieren. „Kinder, wir gehen!“, rufen wir, uns ist kalt! „Menno!“ kommt es zurück, also harren wir noch aus, bis sich die Schar träge Richtung Wohnzimmer in Bewegung setzt, endlich!, wo es uns mit Tee langsam wieder wärmer wird.

Ein paar Plätzchen wären jetzt doch ganz schön. Vielleicht backen wir ja noch welche. Morgen vielleicht. Oder am Wochenende. Wenn die Sonne vielleicht mal nicht so penetrant …

Irgendjemand könnte mal die Fenster putzen
Irgendjemand könnte mal die Fenster putzen
Blühende Kirsche - ob japanische oder nicht ...
Blühende Kirsche – ob japanische oder nicht …

Weihnachtstrubel

Wir haben alle Vorbereitungen für den Weihnachtsabend auf heute verschoben, da ist bekanntlich ja auch noch ein Tag an dem man prima aufräumen kann und durchsaugen, einkaufen, auf den Markt gehen, Brot abholen, ein minikleines Weihnachtsbäumchen besorgen, Gemüse schnippeln, das Wohnzimmer umbauen, damit da 19 Leute reinpassen, Stromkabel verlegen für die drei Woks, Tisch decken und so weiter und so fort. Dachte ich gestern so und reckte mein Gesicht in die Frühlingssonne. Heute finde ich mein gestriges Ich ein wenig … sagen wir … optimistisch.

Ich wünsche euch allen ein paar fröhliche Feiertage, gute Laune, leckeres Essen. Ob im Kleinen oder Großen, ob alleine oder mit vielen, ob mit Weihnachten oder ohne: Lasst es euch gutgehen :-).

Weihnachtsdings

 

 

Ein Stöckchen ist ein Stöckchen ist ein Stöckchen.

Das reizende Nuf hat mir ein Stöckchen zugeworfen, also so einen digitalen Kettenbrieffragebogen. Ich blogge noch nicht lange genug und weiß darum gar nicht, warum das eigentlich Stöckchen heißt. Wer hat sich das ausgedacht? Ich muss bei Stöckchen immer an apportierende Hündchen denken, blöde Assoziation, das ist sicher etwas weit hergeholt. Auch Wikipedia hilft nicht weiter, ein entsprechender Artikel wurde wegen Irrelevanz gelöscht. I.r.r.e.! Ich meine, täglich geistern zig Stöckchen durch die Blogosphäre und irgendwelche Wikipedianer halten das für … egal? Und wer klärt mich jetzt hier auf?

Achso, da war was. Ein Fragebogen. Ja. Es geht um folgendes:

1. Was machst du / ihr bei Schnee?
Schneeflocken auf der Zunge zerschmelzen lassen. Oder verzückt durch den Wald stapfen. Oder von drinnen das Schneegestöber betrachten. Oder missmutig das Fahrrad schieben. Manchmal tatsächlich auch Schlittenfahren. Je nachdem halt.

2. Schlitten schon entrostet?
Auf keinen Fall!! Dann gibt es doch keine rotbraunen Spuren mehr im Schnee!

3. Was gibt es Weihnachten bei euch zu essen?
Schon immer Fondue. Früher ganz klassisch mit Spießen und Fleisch. Heute dank des aus Kambodscha stammenden Familienmitglieds die eher kooperative Methode mit einer ganz hervorragende Brühe aus geheimnisvollen Zutaten. Die wird auf 3 Töpfe aufgeteilt, einer davon bleibt vegetarisch. Dann wird dort alles reingeworfen, Fisch, Fleisch und vor allem tonnenweise Gemüse in verschiedenen Ausführungen, und jede*r fischt sich mit so ner Art Minikescher wieder was raus. Dazu gibt es viele Soßen, Salat, Brot. Sehr sehr lecker! Und der Aufwand hält sich einigermaßen in Grenzen. Wir sind immerhin 18 Personen.

4. Was macht ihr mit nicht so tollen Geschenken?
Das Problem haben wir nicht mehr, wir haben einfach die Geschenke abgeschafft und wichteln nur noch. Bei so vielen Leuten würden wir doch sonst im Geschenkpapierberg ersticken. Und die Adventszeit wäre ein Graus. Die Kinder + Oma bekommen aber noch was, das wäre sonst blöd. Seit letztem Jahr gibt es zudem eine Runde Gruselwichteln, das organisieren meine Schwester und ich. Sehr spaßig. Wir müssen nur gut darauf achten, dass alle ihre Wichtelgeschenke mit nach Hause nehmen und nicht ‚zufällig‘ hier vergessen.

5. Was versuchst du besser als deine Eltern zu machen?
Bevor ich Kinder hatte, wollte ich vieles besser machen. Als Kind1 da war, habe ich zum ersten Mal in vielem meinen Eltern verstanden. Dieses „ich-machs-besser-als-andere“ – und seien es die Eltern – sollte einfach mal aus der Erziehung (und nicht nur daraus) verschwinden.

6. Schaffst du Weihnachten ohne Blog, Twitter und Co klarzukommen?
Nö. Vermutlich nicht. Weil darum.

7. Gibt es technisches Spielzeug für den Nachwuchs?
Das ergibt sich dieses Jahr einfach nicht. Meine Schwester bastelt etwas sehr Tolles für Kind2 (Geheimnis), der Rest darf Zubehör schenken. Kind1 hat nichts Technisches auf ihren Wunschzettel geschrieben. Oh. Sie hat gar keinen abgegeben dieses Jahr!! Kind1, wo bleibt der?????

8. Worauf freust du dich 2014?
Auf unsere Reise im Februar.

9. Was bewegt dich derzeit am meisten?
Berufliche Perspektiven, Wohnort, der Wechsel von Kind2 von der Krippe in den Kindergarten.

10. Worauf kannst du gerne verzichten?
Auf das Internet.

Ok. War’n Witz.
Auf schlechte Laune und Besserwisserei (inkl. meiner eigenen).

11. Welches Buch sollte ich 2014 unbedingt gelesen haben?
2014? Das ist doch noch gar nicht. Wer weiß, was da Tolles geschrieben wird!

Frage 12 – 15. lasse ich aus. Weil zwischen Kind1 und Kind2 so viele Jahre liegen, mein Hirn ein Sieb ist und überhaupt. Weiter geht’s:

16. Was war dir als 16jährige total wichtig, das dir jetzt schnell wieder einfallen sollte, weil es deinem Kind auch wichtig sein wird, dir aber als Erwachsene gar nicht?
Klamotten, Aussehen, Party, Anerkennung von Anderen, Weltschmerz, Revolution.
Das war mir wichtig. Und ist mir immer noch irgendwie wichtig. Zumindest nicht komplett unwichtig. Ich bin in einigem gelassener. Wobei … gefällt dir der neue Rock etwa nicht – wie seh ich aus – kann ich so raus – den Blogbeitrag liest sicher keiner bujää – die Welt ist schlecht – wenn ich Königin von Deutschland wär … vielleicht auch nicht.

So. Geschafft. jetzt habe ich noch 1 Stöckchen von der ebenfalls sehr reizenden Xeniana offen. Die stellt sehr schwierige Fragen zum Thema Heimat. Da muss ich noch etwas darüber nachdenken.

Ich beim Schlittenschieben
Ich beim Schlittenschieben

Wer erntet eigentlich die weihnachtlichen Lorbeeren?

Nikolaus und Weihnachtsmann sind ziemlich gut organisierte Arbeitgeber, scheint mir. Niemand bekommt sie je zu Gesicht, niemand hat sie je selbst mit anpacken gesehen. Und trotzdem läuft der Laden, seit Hunderten von Jahren. Heerscharen von fleißigen Arbeiterinnen führen die vorweihnachtlichen Aufträge aus: Sie backen Plätzchen, produzieren Adventskalender, basteln Sterne, dekorieren Wohnungen, kaufen Geschenke, füllen rechtzeitig die Stiefel der Kinderlein und üben mit ihnen Weihnachtslieder. Und sie bereiten alles vor für das große Event, an dem der Weihnachtsmann – hohoho – den Geschenkesack schwingen kann.

Moment jetzt mal. Wir stellen uns in den Dienst zweier alter Herren, die selbst nicht einen einzigen Strohstern basteln, bei den Kindern dann aber die Lorbeeren abgreifen? Die sich Jahr für Jahr pompös feiern lassen, ohne einen Finger zu rühren? Die noch nicht einmal Weihnachtsgeld auszahlen für all die fleißigen Helferlein? Ist das nicht irgendwie ziemlich … äh … überholt? Ausbeuterisch geradezu? Und unfeministisch noch dazu? Die Frauen ackern und die Männer bekommen Ruhm und Ehre?

Da gibt es aber doch noch das Christkind, werden einige sagen. Das arbeitet zwar selbst auch nicht, aber es ist ja auch noch ein Kind, da ist das völlig ok. Außerdem ist es geschlechtlich neutral. Mädchen oder Junge oder was anderes. Mangels Untersuchungsobjekt konnte das wissenschaftlich noch nicht endgültig geklärt werden. Stimmt alles! Aber gegen die Herrenriege kommt es auch nicht an und es hat nur in ganz bestimmten Gegenden das Sagen.

Darum wäre doch mal langsam ein kleine Revolution in der Weihnachtsführungsetage angesagt! Oder zumindest eine kleine Umstrukturierungsmaßnahme. Was meint ihr? An den alten Bischof von Myra erinnert sich heute sowieso keiner mehr, überliefert ist auch nicht viel, er ist also nur noch eine Symbolfigur. Der Weihnachtsmann ist spätestens seit seiner Werbekampagne für eine große Zuckergetränkefirma etwas in Verruf geraten, der könnte eigentlich auch mal abtreten.

Also: Machen wir Nikolaus zu Nikola, das passt dann für er-sie-es, und rasieren diesen albernen Bart ab. Hübschere Klamotten lassen sich sicher auch noch finden. Und beim Weihnachtsmann, tja, da bringt aufpimpen wohl nicht viel. Den ersetzen wir einfach durch …..  Trudi Rentier. Aber ohne rote Nase, wenn’s geht.

Dann haben wir wenigstens mal das mit den Lorbeeren für die Herren aus der Welt. Am Rest können wir danach weiteroptimieren.

Und jetzt entschuldigt mich, ich flüchte mal eben vor den aufgebrachten himmlischen Heerscharen.

Oh schau mal! Ein Eichhörnchen!
Statt Rentier ginge natürlich auch ein Eichhörnchen.

Jubel, Trubel, Dankeschön

In der Zwischen-den-Jahren-Zeit ging es internetmäßig ein bisschen ruhiger zu im Hause cloudette&co,  dafür tobte real live mitunter der Bär. Weihnachten, Familie. Ein Kind2, das Riesensprünge macht, plappert, Stühle durch die Gegend schiebt, mit Umschüttexperimenten Sofa, Teppich, Bad unter Wasser setzt. Ein Kind1, das sich vom Feiern zwischen den Wasserlachen auskuriert und für die nächste Party wappnet. Besuch, Freund/innen, Silvester. Alles zusammen ein großartiger Jubeltrubel.

Gute Vorsätze zum neuen Jahr gibt es keine, weil es erfahrungsgemäß sowieso nicht klappt, wenn ich mir ein generisches Weniger-Süßigkeiten, Mehr-Sport(bzw. überhaupt), Kreativer-sein vornehme. Dafür ein großes Dankeschön:

An euch, die ihr hier mitlest, immer wieder hier vorbeischaut! Ich freue mich total über die treuen Leser*innen, die Stippvisiter*innen, über die stillen Beobachter*innen, über diejenigen, die hier manchmal oder oft kommentieren. Über Eure kritischen Nachfragen, die lieben Worte. Über die „Gefällt-mirs“. Über die Verlinkungen, über … achja. Kurz gesagt:

♥-lichen Dank euch allen und ein glückliches neues Jahr!

dankeschön

P.S.: cloudette gibt es auch auf Facebook, vielleicht schaut ihr ja mal vorbei und drückt auf diesen kleinen hübschen Gefällt-mir-Button. Ab 30 Likes wird die Statistikfunktion freigeschaltet – und spätestens dann gründet der Liebste eine Selbsthilfegruppe für geschädigte Bloggerinnen-Angehörige. Und wenn ihr schon dabei seid, geht doch gleich mal zu Alsmenschverkleidet weiter …