Mädchen oder Junge oder …?

Das Nuf war einkaufen und regt sich sehr schön über die in „Jungs“ und „Mädchen“klamotten aufgeteilte Warenwelt auf. Zum Glück bleibt mir das Shoppen meist erspart, weil wir bisher fast alles von Freundinnen- und Schwesterkindern bekommen. Aber natürlich fällt mir das Rosa-hellblau-glitzer-Bagger-Gedöns auch überall auf, auf jedem Spielplatz, im Kindergarten, auf der Straße.

Ich habe hier mal ein Kindergartenbild aus den 70ern. Pullis in rot, gelb, grün. Latzhosen, Pullunder. Und ein sehr hübscher Topfschnitt. Bei fast allen Kindern. So. Und jetzt sagt mir mal, was hier Weiblein, Männlein oder sonstiges ist:

Was ist was?
Was ist was?

Ich stehe übrigens oben links.

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Ein Stöckchen ist ein Stöckchen ist ein Stöckchen.

Das reizende Nuf hat mir ein Stöckchen zugeworfen, also so einen digitalen Kettenbrieffragebogen. Ich blogge noch nicht lange genug und weiß darum gar nicht, warum das eigentlich Stöckchen heißt. Wer hat sich das ausgedacht? Ich muss bei Stöckchen immer an apportierende Hündchen denken, blöde Assoziation, das ist sicher etwas weit hergeholt. Auch Wikipedia hilft nicht weiter, ein entsprechender Artikel wurde wegen Irrelevanz gelöscht. I.r.r.e.! Ich meine, täglich geistern zig Stöckchen durch die Blogosphäre und irgendwelche Wikipedianer halten das für … egal? Und wer klärt mich jetzt hier auf?

Achso, da war was. Ein Fragebogen. Ja. Es geht um folgendes:

1. Was machst du / ihr bei Schnee?
Schneeflocken auf der Zunge zerschmelzen lassen. Oder verzückt durch den Wald stapfen. Oder von drinnen das Schneegestöber betrachten. Oder missmutig das Fahrrad schieben. Manchmal tatsächlich auch Schlittenfahren. Je nachdem halt.

2. Schlitten schon entrostet?
Auf keinen Fall!! Dann gibt es doch keine rotbraunen Spuren mehr im Schnee!

3. Was gibt es Weihnachten bei euch zu essen?
Schon immer Fondue. Früher ganz klassisch mit Spießen und Fleisch. Heute dank des aus Kambodscha stammenden Familienmitglieds die eher kooperative Methode mit einer ganz hervorragende Brühe aus geheimnisvollen Zutaten. Die wird auf 3 Töpfe aufgeteilt, einer davon bleibt vegetarisch. Dann wird dort alles reingeworfen, Fisch, Fleisch und vor allem tonnenweise Gemüse in verschiedenen Ausführungen, und jede*r fischt sich mit so ner Art Minikescher wieder was raus. Dazu gibt es viele Soßen, Salat, Brot. Sehr sehr lecker! Und der Aufwand hält sich einigermaßen in Grenzen. Wir sind immerhin 18 Personen.

4. Was macht ihr mit nicht so tollen Geschenken?
Das Problem haben wir nicht mehr, wir haben einfach die Geschenke abgeschafft und wichteln nur noch. Bei so vielen Leuten würden wir doch sonst im Geschenkpapierberg ersticken. Und die Adventszeit wäre ein Graus. Die Kinder + Oma bekommen aber noch was, das wäre sonst blöd. Seit letztem Jahr gibt es zudem eine Runde Gruselwichteln, das organisieren meine Schwester und ich. Sehr spaßig. Wir müssen nur gut darauf achten, dass alle ihre Wichtelgeschenke mit nach Hause nehmen und nicht ‚zufällig‘ hier vergessen.

5. Was versuchst du besser als deine Eltern zu machen?
Bevor ich Kinder hatte, wollte ich vieles besser machen. Als Kind1 da war, habe ich zum ersten Mal in vielem meinen Eltern verstanden. Dieses „ich-machs-besser-als-andere“ – und seien es die Eltern – sollte einfach mal aus der Erziehung (und nicht nur daraus) verschwinden.

6. Schaffst du Weihnachten ohne Blog, Twitter und Co klarzukommen?
Nö. Vermutlich nicht. Weil darum.

7. Gibt es technisches Spielzeug für den Nachwuchs?
Das ergibt sich dieses Jahr einfach nicht. Meine Schwester bastelt etwas sehr Tolles für Kind2 (Geheimnis), der Rest darf Zubehör schenken. Kind1 hat nichts Technisches auf ihren Wunschzettel geschrieben. Oh. Sie hat gar keinen abgegeben dieses Jahr!! Kind1, wo bleibt der?????

8. Worauf freust du dich 2014?
Auf unsere Reise im Februar.

9. Was bewegt dich derzeit am meisten?
Berufliche Perspektiven, Wohnort, der Wechsel von Kind2 von der Krippe in den Kindergarten.

10. Worauf kannst du gerne verzichten?
Auf das Internet.

Ok. War’n Witz.
Auf schlechte Laune und Besserwisserei (inkl. meiner eigenen).

11. Welches Buch sollte ich 2014 unbedingt gelesen haben?
2014? Das ist doch noch gar nicht. Wer weiß, was da Tolles geschrieben wird!

Frage 12 – 15. lasse ich aus. Weil zwischen Kind1 und Kind2 so viele Jahre liegen, mein Hirn ein Sieb ist und überhaupt. Weiter geht’s:

16. Was war dir als 16jährige total wichtig, das dir jetzt schnell wieder einfallen sollte, weil es deinem Kind auch wichtig sein wird, dir aber als Erwachsene gar nicht?
Klamotten, Aussehen, Party, Anerkennung von Anderen, Weltschmerz, Revolution.
Das war mir wichtig. Und ist mir immer noch irgendwie wichtig. Zumindest nicht komplett unwichtig. Ich bin in einigem gelassener. Wobei … gefällt dir der neue Rock etwa nicht – wie seh ich aus – kann ich so raus – den Blogbeitrag liest sicher keiner bujää – die Welt ist schlecht – wenn ich Königin von Deutschland wär … vielleicht auch nicht.

So. Geschafft. jetzt habe ich noch 1 Stöckchen von der ebenfalls sehr reizenden Xeniana offen. Die stellt sehr schwierige Fragen zum Thema Heimat. Da muss ich noch etwas darüber nachdenken.

Ich beim Schlittenschieben
Ich beim Schlittenschieben

Adventskalendertante

Meine Schwester macht ihren Kindern den tollsten Adventskalender der Welt, finde ich. Sie schenkt ihnen jeden Tag ein bisschen Zeit, jeden Tag eine kleine Aktion. Da sind Sachen drin wie: „Wir gehen heute auf den Weihnachtsmarkt“ oder „Heute suchen wir den Weihnachtsbaum aus“ oder „Wir basteln Sterne für die Fenster“ oder „Wir fahren mit dem Auto in die Waschanlage“ (<– das ist übrigens der Renner, sie lieben es!). An stressigen Tagen heißt es auch mal „Ihr dürft nachmittags einen Film anschauen“.

Am Samstag kam nun ich ins Spiel. Da stand auf dem Zettel:  „Plätzchen backen mit der Tante“. Mit einem dicken Rucksack voller Zutaten kam ich also an. Die Oma, 94 Jahre alt, war auch schon da. Wir wogen, mischten, kneteten wie die Weltmeisterinnen. Zwischendurch kamen noch 2 weitere Nichten dazu und Kind2 wurde vom Papa nachgeliefert, da waren wir dann 5 Kleine, 5 Große und ein Kater. Der Backofen lief fast vier Stunden durch, es wurde immer heißer, immer lauter. Die Kinder stanzten Sterne, Glocken, Engel, formten Vanillekipferl und Brezeln. Zumindest ein paar von ihnen. Nach und nach verschwand die Kinderschar ins Kinderzimmer, während die Schwester Sekt in Gläser goss und wir im Akkord weiter buken. Oder backten. Wie auch immer.

kkk
Oma- und Kinderhände in action

Fünf Sorten Plätzchen, ein Heidenlärm, ein Klima wie in der Sauna. Es war ein Riesenspaß. Nächstes Jahr mache ich wieder mit. Als Adventskalendertante. Und sobald Kind2 groß genug ist, kopiere ich einfach den ganzen Adventskalender der Schwester und verpflichte sie als Backtante.

Das Resultat. Bereits am nächsten Tag stark zusammengeschrumpft komischerweise
Das Resultat. Bereits am nächsten Tag stark zusammengeschrumpft, komischerweise.

„Ich weiß, wie Fliegen sich paaren“

sagt Nichte2. Wir sitzen im Garten, es ist Tantentag, ein warmer Samstag nach 10 Tagen Regen.

„Achja?! Wie denn?“, frage ich.

„Wie die Drachen. Glaube ich. Sie verhaken sich in der Luft und dann … und dann … … erzähl du!“, fordert sie die Schwester auf.

„Sie verhaken sich in der Luft, gaaaanz weit oben“, erzählt Nichte1, „und dann stürzen sie runter, ganz schnell. Sie dürfen aber ihre Flügel nicht benutzen. Und wenn sie es schaffen, sich voneinander loszulösen, bevor sie unten sind, dann sind sie verheiratet!“

„Und wenn sie es nicht schaffen?“, frage ich.

„Dann halt nicht.“, sagen die Nichten.

„Woher wisst ihr das?“

„Von Youtube. Da gibt’s so ein Video.“

Wieder was gelernt. Das Youtube-Video konnte ich bisher nicht finden. Das müssen mir die Nichten beim nächsten Tantentag mal zeigen.

Hoffentlich schaffen sie es, sich zu lösen ...
So sieht das aus laut Nichte 1. Hoffentlich schaffen sie es, sich zu lösen …

Gepflegtes Dilettantentum – wie ich handwerkle

Wir haben einen kleinen Garten samt halbmarodem Gartenhäuschen. Da fault so die eine oder andere Dachlatte vor sich hin, in die Wand haben sich Mäuse und anderes Getier Löcher genagt. Und im Boden, ohje, da krachen die Dielen durch und zerfasern in der Mäusekacke. Mit ein bisschen Handwerksgeschick kann man da was draus machen, hier und da ein bisschen flicken, Bretter auswechseln, Dachpappe oben drauf – und schon hält das Ding eventuell noch ein paar Jahre. Nur ist die Sache mit der handwerklichen Begabung in unserer kleinen Familie leider sehr gleich verteilt: wir Großen können beide fast nichts, Tendenz gegen Null.

Was schade ist, denn mein Vater ist ein begnadeter Handwerker, er macht alles selbst, ob innen oder außen, nur leider hat er mir wenig davon vererbt. Oder wenig davon beigebracht. Ich war zwar oft dabei, jedoch eher in der Rolle der Operationsassistentin. „Tupfer! Schraube! NEIN, nicht die, die andere!“ Beim Bohren hielt ich den Staubsauger.

Das Bohren habe ich über die Jahre gelernt. Mit den restlichen Handwerksfähigkeiten sieht es nach wie vor mau aus. Und so steh ich also vor unserer hübschen Hütte und bin heillos überfordert. Der Mann ist keine große Hilfe. Er ist auch eher der, den den Bohrstaub wegsaugt. Wer kann helfen? Alle, die so was können, sind schwer beschäftigt. Bis auf meine Kollegin fällt mir zudem nicht eine Frau ein, die ich fragen könnte. Und professionelle Hilfe scheidet aus, ich möchte nicht all zu viel Kohle in die Hütte investieren.

Also: Muss ich wohl selbst ran. Und ich fange mit dem einfachsten an, dem Boden. Ohne Plan. Es gibt ein paar Dachlatten von der Vorbesitzerin, die säge ich zu. Wie gut, dass das Wetter kaum jemand ins Gärtchen lockt, so kann ich völlig unbeobachtet mein Dilettantentum ausleben. Die Säge hakt, ich schwitze wie blöd, aber irgendwie klappt es dann doch. Das Holz reicht sogar, vorher gemessen hatte ich natürlich nicht. Am Schluss bin ich so motiviert, dass ich an den Wandteilen sogar die Ecken aussäge, so dass es haargenau passt. Also fast jedenfalls.

Arbeitschaos
Arbeitschaos

Wie es in den Löchern aussieht, wollt ihr nicht wissen, und es ist alles ein bisschen krumm und schief. Aber hey! Es ist mein erster selbst verlegter Boden. Und wisst ihr was: Ich bin höllenstolz darauf! Als nächstes kommt das Dach.

Vorher - Nachher
Vorher – Nachher

Und liebe Eltern, Tanten, Onkel, Omas, Opas, Freundinnen, Freunde: Wenn ihr was könnt, dann zeigt es doch den Kindern. Die sind froh, wenn sie nicht nur die Staubsauger-Halter/innen spielen müssen. Wenn nicht jetzt, dann vermutlich irgendwann mal später.

Nachtrag: Ich hätte erwähnen können, dass wenigstens das Töchterchen ein „bisschen handwerkerinnenmut“ besitzt, beschwert sich eben dieses via Facebook. Ja, da hat sie recht! Und ich habe es nun erwähnt! ♥!!

Über Kinderköpfe sprechen

Spätestens sobald man selbst welche hat, sind Kinder ja immer wieder ein Thema. Zumindest geht mir das so: ich rede mit dem V., mit Eltern & Freund/innen über die Große und den Kleinen, teile Freude, hole mir Rat. Das fing an, als sie noch mini-klein waren und wir uns über Still- und Schlafrhythmen, Babykacke und das veränderte Leben unterhielten. Je größer sie werden und je mehr sie verstehen, desto zweifelhafter finde ich das. Nicht das „über’s Kind reden“, denn den Austausch brauche ich, sondern in Anwesenheit des Kindes dieses zum Thema machen. Und ich mag mir auch keine Klagen (oder Lobeleien) anderer Eltern im Beisein deren Kinder anhören. Denn das läuft meistens auf so etwas hinaus: Weiterlesen „Über Kinderköpfe sprechen“