Adventskalendercontent

Ich habe es tatsächlich geschafft, die Adventskalender für die Kinder (höhö) rechtzeitig fertig zu machen. Die wahre Herausforderung war aber letztendlich gar nicht der Kalender für K1, den ich (Achtung, Trigger!!) gebastelt* habe! Das Gebastele war zwar nicht ganz einfach, wie ich kürzlich bereits über den Kurznachrichtendienst Twitter verkündet habe:

Aber ich habe es geschafft, das Ding zusammenzuschustern und sogar rechtzeitig zur Post zu bringen. Die wahre Herausforderung war dann aber doch der Kalender für K2, den ich ja, wie via streitbarem Blogpost verkündet, eigentlich nur befülle. Leider übten die eigens dafür angeschafften Schokokugeln bereits im Vorfeld einen schier unwiderstehlichen Reiz auf mein doch etwas gestresstes Gemüt aus, das nach kompensatorischen Genüssen verlangte. Und so kam es:

Adventskalender

Ein bisschen habe ich mich geschämt. Danach. Offensichtlich – und beruhigenderweise – bin ich damit aber nicht alleine:

Da hier aber der Adventskalender für das kleine Kind nicht auf einmal, sondern Nacht für Nacht auf wundersame Weise befüllt wird, ist der Schaden nicht ganz so groß. Für das 1. Türchen habe ich noch ein paar Krümel gefunden, das Kind hat sich sehr gefreut (und mir gleich mal die Hälfte des ohnehin schon recht kleinen Schokodings abgegeben <3). Ich muss es nun nur noch 23. Mal schaffen, mein inneres Schokoladenmonster zu bezähmen und irgendwas Kleines für den Kalender übrig zu lassen. Das sollte ich doch schaffen (*drückt sich die Daumen*).

Einen schönen Advent miteinander!

*genaugenommen habe ich nur Päckchen gepackt. Aber nunja.

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Machen Sie doch, was Sie wollen. Echt jetzt.

Ich habe gestern in der Kaffeepause im Büro einen Text über das Basteln von Adventskalendern gelesen, den ich sehr lustig fand. Ich fand ihn rotzig, sarkastisch und wunderbar schön überzogen. Und weil ich ihn so lustig fand, habe ich ihn schnell mal auf Facebook (evil, ja) geteilt, dann meinen Kaffee ausgeschlürft und weitergearbeitet. Erst abends bekam ich zufällig mit, dass es „Adventskalenderdiskussionen“ in meiner Twitter-Eltern-Filterbubble gab und zuerst dachte ich hö? Was gibts denn da zu diskutieren?, bis ich blickte, dass es ebenjener Artikel war, der wohl für hohe Wellen sorgte. Nicht weil ich ihn geteilt hatte, wo denken Sie hin, mit meiner bescheidenen Reichweite, aber weil ihn andere mit hoher Reichweite geteilt hatten. Ist auch egal. Jedenfalls führte dieser Artikel zu Diskussionen, die ich nicht nachgelesen habe, weil sie mich nullkommaüberhauptnicht interessieren. Es ist mir völlig wumpe, ob Mütter (ich kenne keinen, nicht einen einzigen Vater, der das macht, aber das ist ein anderes Thema) die Adventskalender selbst basteln oder sie beim Discounter kaufen. Es ist mir egal. Ich selbst verwende für K2 exakt den gleichen Kalender, den ich vor 20 Jahren schon für K1 verwendet habe und befülle ihn mit Plastikscheiß und Zucker hochwertigem Kleinkram. Aber das ist egal, denn worauf ich eigentlich nach langem Intro hinauswill:

Diese ganzen Diskussionen sind mir wumpe. Genauso, wie es mir obertotalwumpe ist, wo die Kinder anderer Eltern schlafen. Ob im Familienbett oder alleine oder unterm Tisch. Wie es mir egal ist, wie lange und wie oft eine stillt, ob ihr Baby Brei bekommt oder Fingerfood, ob das Pausenbrot in olles Butterbrotpapier eingewickelt oder ge-bentoboxt wird, wie oft und mit das Kind gebadet wird, was die Kinder zu WeihnachtenGeburtstagOstern bekommen, was sie essen oder auch nicht, wie oft sie fernsehen oder nicht und so weiter und so fort. Alles, was andere Eltern aus Überzeugung, ideologischen Gründen oder meinetwegen auch Zeitmangel oder -überschuss machen, ist mir, so lange sie damit nicht andere willentlich gefährden oder beschädigen, wumpe. Das heißt nicht, dass es mich nicht interessiert. Ich finde es im Gegenteil oft höchst interessant, was und warum Andere anders machen – aber ich finde in 99,9 % der Fälle nicht, dass man sich darüber shitstormmäßig aufregen muss.

Es geht mir immer häufiger so, dass ich den Diskussionen um irgendeine durchs Online-Elterndorf getriebenen Sau im Internet nicht folgen kann und mag. Ich denke „na und? Macht doch, was ihr wollt. Möge doch jede machen, was sie will! Mögt ihr euch doch mal bitte einfach IN RUHE LASSEN VERDAMMT“. Und Sie merken schon, so langsam mischt sich in die totale Gleichgültigkeit dann doch ein Hauch von Emotion. Was mir nämlich tatsächlich nicht oberfuckingscheißegal ist, ist dieses Rumgehacke aufeinander, das Abwerten, das abfällige Kommentieren. Oft mache ich Twitter einfach zu und schaue später wieder rein, wenn sich die Aufregung gelegt hat. Was aber oft noch weiterbrodelt ist der Gedanke, warum es so schwer ist, Andere anders sein zu lassen.

Und nein, ich bin da auch keineswegs frei davon. Viel zu oft werte ich selber ab, denke „wie kann man nur, wie kann die nur, nie würde ich“-Blabla. Ich hoffe aber, ich schreibe das dann nicht ins Internet (gelegentliche Ausrutscher kann ich nicht ausschließen, sorry). Sondern ich hoffe, ich lasse es in meinem Hirn oder labere höchstens den Mann damit voll (auch sorry). Denn es geht mich nichts an und ich habe kein Recht, anderen die Stimmung zu vermiesen, nur weil ich womöglich selbst gerade empfindlich bin, einen kackbeschissenen Tag habe oder weil mich selbst das ganze Gebastele oder was auch immer stresst.

Ich werde mir auch in diesem Jahr eine Flasche Wein kaufen einen Kräutertee aus biologisch-dynamischen Anbau brauen und in einer nächtlichen Aktion den Adventskalender für K1 basteln (K2 geht schnell, siehe oben). Das „Kind“ kriegt nämlich auch mit 25 Jahren immer noch einen (Stichwort: Langzeitadventskalenderbasteln!!11!!!!! OMG, wie kann ich nur) und ich verpacke tatsächlich jedes Geschenk einzeln. Und Ihnen da draußen wünsche ich viel Spaß beim Basteln, Kaufen, Streiten, Kiffen, Saufen, Rauchen, Stillen und was Sie sonst so gerne machen für sich, für Ihre Kinder, für Andere. Amen.

P.S. Den supertollsten Adventskalender macht ja meine Schwester, falls es Sie interessiert.

PPS: Lesen Sie einfach den Text von AufZehenspitzen.  Sie bringt das mal wieder klug auf den Punkt.

Adventskalendertante

Meine Schwester macht ihren Kindern den tollsten Adventskalender der Welt, finde ich. Sie schenkt ihnen jeden Tag ein bisschen Zeit, jeden Tag eine kleine Aktion. Da sind Sachen drin wie: „Wir gehen heute auf den Weihnachtsmarkt“ oder „Heute suchen wir den Weihnachtsbaum aus“ oder „Wir basteln Sterne für die Fenster“ oder „Wir fahren mit dem Auto in die Waschanlage“ (<– das ist übrigens der Renner, sie lieben es!). An stressigen Tagen heißt es auch mal „Ihr dürft nachmittags einen Film anschauen“.

Am Samstag kam nun ich ins Spiel. Da stand auf dem Zettel:  „Plätzchen backen mit der Tante“. Mit einem dicken Rucksack voller Zutaten kam ich also an. Die Oma, 94 Jahre alt, war auch schon da. Wir wogen, mischten, kneteten wie die Weltmeisterinnen. Zwischendurch kamen noch 2 weitere Nichten dazu und Kind2 wurde vom Papa nachgeliefert, da waren wir dann 5 Kleine, 5 Große und ein Kater. Der Backofen lief fast vier Stunden durch, es wurde immer heißer, immer lauter. Die Kinder stanzten Sterne, Glocken, Engel, formten Vanillekipferl und Brezeln. Zumindest ein paar von ihnen. Nach und nach verschwand die Kinderschar ins Kinderzimmer, während die Schwester Sekt in Gläser goss und wir im Akkord weiter buken. Oder backten. Wie auch immer.

kkk
Oma- und Kinderhände in action

Fünf Sorten Plätzchen, ein Heidenlärm, ein Klima wie in der Sauna. Es war ein Riesenspaß. Nächstes Jahr mache ich wieder mit. Als Adventskalendertante. Und sobald Kind2 groß genug ist, kopiere ich einfach den ganzen Adventskalender der Schwester und verpflichte sie als Backtante.

Das Resultat. Bereits am nächsten Tag stark zusammengeschrumpft komischerweise
Das Resultat. Bereits am nächsten Tag stark zusammengeschrumpft, komischerweise.