Weg mit dem Klamottenfrust!

„Ich hab‘ nix anzuziehen“ jammerte ich heute mal wieder routinemäßig beim Frühstück. Der morgendliche Blick in den Kleiderschrank bedeutet derzeit morgendlichen Frust. Ich habe fast keine Klamotten, die mir passen und die ich gerne anziehe.

Da sind zum Beispiel die Hosen und Röcke, die zu eng geworden sind aufgrund exzessiven Schlechtwetterfrustessens von zu viel Schokolade, Eis & Co. Die hängen im Schrank herum, denn sie könnten mir ja irgendwann wieder passen. 3-4 Kilo weniger, dann ginge wieder was. Und da sind die Hosen, die noch aus der zweiten Vorschwangerschaftsphase stammen, müssten nur 6 kg runter … Dann gibt es noch die Kleidchen und Oberteile, die etwas zwacken und die ich nie anziehe, die aber noch jede Aussortieraktion der letzten Jahre überstanden haben. Die könnte ich ja mal noch umnähen (mit Betonung auf KÖNNTE. Wenn ich mal Nähen lernte).

Nix Anzuziehen - haha!

Nix Anzuziehen – haha!

Das ganze Zeug ist eine ewige Anklage. Ein ewiges Gejammere. Ein ewiges Gehadere. Mit mir selbst.

„Abnehmen, pah! Du hast doch kürzlich selbst geschrieben, dass du für mehr Körpervielfalt und gegen diesen Normierungsquatsch bist“, sagt die Mitbewohnerin.  Ich hasse es, wenn mir meine klugen Sprüche um die Ohren gehauen werden. Das gilt doch eher so allgemein, eher grundsätzlich. Nicht für mich! Ups. Erwischt. „Ich … äh, ich fühle mich so halt nicht wohl“, antworte ich lahm. Und denke: Mist, sie hat ja recht.

Also aussortieren, weg mit den Sachen, die nicht mehr passen, die ich nicht mehr mag. Kein Vertrösten mehr auf dünnere Zeiten.

Das kommt weg:

weg damit

weg damit. Sieht leider auf dem Bild nicht so imposant aus wie in echt.

Und zwar in einem 2-Stufen-Verfahren: ein Berg geht an die Mitbewohnerin zum Durchschauen, was übrig bleibt, kommt in den Kleiderladen. Ein Berg landet im Keller. Da sind z. B. ein paar Wintersachen dabei, die ich eventuell nur aus Wetterfrust aussortiert habe. Wenn ich die in einem halben Jahr nicht vermisse, können auch sie weg. Der Rest kommt wieder in den Kleiderschrank.

Ich war fast komplett konsequent!! Es gibt noch ziemlich viele Wackelkandidaten, die ich nur behalten habe, weil ich schlecht unbekleidet zur Arbeit gehen kann.

So ordentlich sieht's selten aus

So ordentlich sieht’s selten aus

Das Ganze löst jetzt nicht gerade mein Bekleidungsproblem. Es ist nicht viel übrig, das mir wirklich gefällt. Außer meinen Ringelstrumpfhosen. Aber ich hoffe, dass zumindest der morgendliche „Das-ist-zu-eng“-Frust damit ein bisschen gemildert ist.

Über cloudette

Familie, Feminismus & Firlefanz
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20 Antworten zu Weg mit dem Klamottenfrust!

  1. Mama arbeitet schreibt:

    Aber das, was du gestern getragen hast, ist hoffentlich noch in deinem Kleiderschrank? Sah schön und bequem aus! (Ich trage übrigens sonst so gut wie nie Hosen. Und gelb auch nicht. Hast eine Ausnahme gesehen, als ich so kam).

    Lieben Gruss, Christine

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    • cloudette schreibt:

      Ja, das ist noch da! Ringelstrumpfhose + Teddyrock (von besagter Einkaufsaktion kürzlich) :-). Danke dir! Dann hoffe ich, dass ich dich auch mal im Rock zu Gesicht bekomme 😉
      (edit: Im Sinne von: mal wieder treffen)

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  2. Bebe schreibt:

    Gut gemacht! Man hängt an Klamotten viel zu viel. Ich habe das auch mal gemacht, und auch in 2 Phasen, weil sonst mein Herz würde brechen. Jetzt passt mir alles, nichts wartet auf ewige-mal-abnehmen und ich muss jetzt mein Kleiderschrank nicht enttäuscht zu machen mit Versprechen „Nie wieder Schokolade“. Ich liebe diese Freiheit und Körpervielfalt – genau nicht nur für andere, aber auch für mich selber.

    Jetzt nur noch das Einkaufen genießen, Cloudette! Und fertig 🙂

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  3. Pfeffermatz schreibt:

    Bravo! Ich habe auch noch zwei bis drei Hosen und Anzüge von der Sorte „ein paar Kilo wenige, dann geht das wieder“. Gute Inspiration, zwischen zwei Liegestützen da mal auszumisten 😉

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  4. Ich klatsche laut Beifall ! Kannst du es hören ?!? Liebste Grüße !

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  5. Marie schreibt:

    oh, erwischt, ich miste auch meistens nur so halbscharig aus….aber das sind immer so tolle second hand sachen dabei, da hängt noch so ein erfolgreiches „Eroberungsgefühl“ dran—-oder die alten siebziger Blusen der Mutti….hach….aber Platz nimmts halt doch weg. Respekt vor so viel Konsequenz!!
    Du: und Nähen können ist nur noch blöder, ich produziere nu noch mehr Sachen, die im Scrank Platz finden wollen 🙂
    Grüße!

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    • cloudette schreibt:

      Ja, die Nostalgie-Teilchen sind am schwersten. *seufz*
      Bin trotzdem ein bisschen nähneidisch! Du kannst dir immerhin Sachen produzieren, die dir gefallen & passen!

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  6. Zioppizopp schreibt:

    Befreiend, oder??? Ich geh‘ gleich mal bei meinem Kleiderschrank vorbeischauen…………

    Viele Grüße,
    Stefanie

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  7. Greta schreibt:

    Liebe Cloudette, ich mag Deinen Blog! Habe Dich jetzt auf meine Blogroll gesetzt und freu mich aufs Weiterlesen! Und viel Spaß beim Neubefüllen des freien Platzes im Schrank….

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    • cloudette schreibt:

      Liebe Greta! Ohhh, vielen Dank, das freut mich sehr! Ich lese bei dir ja auch sehr gerne mit!
      Danke fürs Spaß-wünschen … mal schauen, wann/ob/wie ich das hinkriege mit dem Neubefüllen.

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  8. kraehenmutter schreibt:

    ha – tatsächlich habe ich das gestern auch gemacht!
    eine fette ikea-tüte hab ich zusammen bekommen.
    war auch gleich ne freundin da, die die hälfte eingesackt hat, der rest steht jetzt da und wartet.
    kleidersammlung find ich doof, umsonstladen ist quatsch (wenn die was haben, sinds zu viele klamotten), tja und nun..?

    naja, zumindest mal wieder ein bisschen platz im schrank und schöne teile habe ich wiederentdeckt 🙂

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  9. meineschreibblockadeundich schreibt:

    Glückwunsch zu dieser Aktion, Cloudette! Wenn das, was nun übrig ist, nicht kneift und zwickt, ist das doch ein guter Anfang! Die neuen Lieblingsteile kommen dann ganz von selbst. *räusper* Hoffentlich!

    Herzlichst
    Marie

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  10. Wortmutter schreibt:

    Hier gerade auch so- Ausmisten, Platz schaffen, Ordnung reinbringen.
    Ich habe wild entschlossen heute unseren Kleiderschrank bei eBay Kleinanzeigen reingesetzt und in dem Zuge MUSS Zeug weg weil ich den Schrank gegen Kommoden tausche. Mit weniger Platz natürlich.
    Aber mein großes Problem ist auch- wohin mit dem Zeug?
    Container will ich nicht. Second Hand Laden is irgendwie nervig. Mehr fällt mir nicht ein.

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  11. cloudette schreibt:

    @kraehenmutter & wortmutter: „Wohin-mit-dem-Kram“ ist hier auch immer die große Frage beim Ausmisten. Zum Glück gibt es ums Eck einen Kleiderladen, der froh ist über Spenden. Caritas&Diakonie haben auch noch zwei Läden, in denen die Sachen günstig verkauft werden, auch eine Option.
    Kennt ihr die Website „Kleiderkreisel“? Bietet sich evtl. an, wenn man noch ein bisschen Geld rausrkriegen möchte (und den Aufwand nicht scheut … Verpacken, Verschicken … wäre mir ja wieder zu viel 😉 )?

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    • Wortmutter schreibt:

      🙂 ich bin gerad dabei so das „hochwertige“ Zeug bei Kleiderkreisel reinzusetzen. Den Aufwand halte ich minimal indem ich das alles übers Handy fotografiere und reinsetze (Super!) und nur Selbstabholung angebe.
      Das geht also.
      Aber so n irgendwann mal viel zu billig gekauftes Shirt? Das will ich nicht verkaufen.
      Vielleicht erkundige ich mich mal nach’m Frauenhaus. Auch ne Option.

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