„In Schuhgröße 42 nur das, was da steht“

Ich unternehme eine Exkursion durch die örtlichen Schuhläden, mit dem Vorhaben, meine undichten Winterstiefel zu ersetzen. Warme Schuhe, möglichst robust, aber nicht klobig – das ist mein Ziel. Und dann hätte ich gerne noch etwas schickere, so für den Rock & repräsentative Anlässe, die es ja manchmal gibt. Die Hoffnung, tatsächlich etwas zu finden, muss wohl meiner temporären guten Laune entsprungen sein, denn natürlich war es wie immer: „Die hammwa nur bis 41. In 42 nur das, was da steht.“ Die Verkäuferin verliert ziemlich schnell das Interesse an mir und zeigt mit langem Fingernagel auf ein schmales Regal im Eck. Dort stehen ein paar Business-Stiefeletten, ein paar Öko-Treter und sonstige Modelle, die gerade so eben noch in Größe 39 einigermaßen ok aussehen, in 42 allerdings eher wie ein U-Boot. Im nächsten Laden, der superschöne Lederstiefel im Schaufenster hat, heißt es: „Wir führen nur bis 40.“ Heul.

Weiter geht’s in die Läden, in denen man sich durch die Kartons wühlt auf der Suche nach der richtigen Größe. Same here. Super Auswahl bis maximal 41, dann wird es dünn. Sehr dünn. Besonders blöd wird es dann noch, wenn eine im Verhältnis zur Schuhgröße nicht besonders groß ist bzw. relativ kurze Beine hat. Dann sieht 1. alles noch klobiger aus als bei Großen und 2. enden Stiefel nicht etwa an der Wade, um die sie sich schmiegen sollten, sondern stehen kurz unterm Knie cowgirlmäßig in alle Richtungen ab. Spätestens jetzt ist meine Laune an einem vorläufigen Tiefpunkt, ich ärgere mich über die verschwendete Zeit und pfeife auf den lokalen Schuhhandel.

Meine derzeitigen Lieblingsschuhe - nicht ganz arbeitkompatibel manchmal.

Lieblingsschuhe – leider nicht immer arbeitskompatibel

Tja, liebe Schuhhändler*innen, was mache ich also? Ihr wollt an mir ja kein Geld verdienen. Ich habe das jahrelang getestet, mir ist das jetzt zu blöd! Also: online kaufen. Das ist nämlich wie WeihnachtenOsternGeburtstag zusammen! Schuhe ohne Ende in allen Formen, Farben, Größen. Auch in Übergröße, denn als solche gilt 42 bereits. Beim ersten Mal konnte ich fast nicht mehr aufhören mit dem Herumsurfen und bestellte tatsächlich so nach und nach … hüstel … 5 Paare. Wovon 4 allerdings wieder zurückgingen, wie es halt so ist: Der eine war zu eng, der andere zu weit … Aber immerhin: Ich habe Winterstiefel! Das mit den schicken Schuhe klappt dann auch noch irgendwann.

Was ich allerdings sehr komisch finde: In meinem näheren und weiteren Bekanntenkreis gibt es einige Frauen mit großen Füßen, zwei bringen es sogar auf 43. Vielleicht sind wir eine besondere Spezies, die sich unbewusst zusammenrottet?!?!

Über cloudette

Familie, Feminismus & Firlefanz
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25 Antworten zu „In Schuhgröße 42 nur das, was da steht“

  1. Mama arbeitet schreibt:

    Die Schuhhändler, liebe Cloudette, werden sich umstellen müssen, sogar bald. Bei den Freundinnen meiner Tochter (13) ist es ganz normal, Schuhgrösse 40-42 zu haben. Die sind auch alle schon einen Kopf grösser als ich (164 cm). Warte mal ab, deine Zeit kommt bald. Dann muss ich mit meinen 38 in die Kinderabteilung und Schuhe mit Glitzer kaufen. Hehe.

    Viele Grüsse, Christine

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    • cloudette schreibt:

      Darauf warte ich schon seit 20 Jahren! Damals hatte ne Schuhhändlerin schon zu mir gesagt, dass die Jugendlichen immer größere Füße haben, sich die Produzierenden aber nicht drauf einstellen. Inzwischen gibt es ja ne große Auswahl – das hat sich tatsächlich geändert, nur halt nicht in den Läden. …. Die verschnarchen das wohl einfach. (hihi Glitzerkinderschuhe. zu gut! 😉 )

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  2. Frische Brise schreibt:

    Jaaaaa! Der Onlinehandel ist bekleidungstechnisch meine Rettung!
    Für Schuhe UND Klamotten brauche ich nicht in die Stadt fahren. Wäre völlig umsonst.

    Viel Spaß mit Deinen neuen Schuhen!

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  3. Bebe schreibt:

    Ich habe das gleiche, obwohl ich nur 41 trage. Online ist die Rettung! Komischerweise habe ich in Polen bei den Chinesen 2 Paare gekauft. Nächstes mal kommst du halt mit. Eventuell, wir fangen an Hakenschuhe zu tragen, die muss man nämlich eine Schuhgröße kleiner kaufen. Aber wie kann man darin Fahrrad fahren oder Wandern gehen? – das können doch nur gut die Austauschstudentinnen aus Russland.

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  4. Onkel Erika schreibt:

    Habe die gleichen Erfahrungen mit Schuhläden gemacht, nur unter anderem Vorzeichen. Meine Füße haben die für Männer recht kleine Größe 39/40, da findet man auch fast nichts im Laden. Joggingschuhe habe ich dann zum Beispiel als Damenvariante gekauft. Das geht aber auch nicht immer, weil die oft auch schmaler sind. Online hingegen bleiben keine Wünsche offen! Prima, Schuhhandel!

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  5. antje schreibt:

    Haha das klingt wie meine Geschichte als ich letztes Jahr auf der Suche nach Winterschuhen war 🙂 Der Höhepunkt, ein Schuhlade wo das 42-Frauen-Regal nicht nur in der Ecke sondern auch noch im 1. Geschoss zu finden ist, wo es kaum Beleuchtung, keine Menschenseele und schon gar keine Verkäufer_innen mehr gab… 😉

    Kennst du die Schuhmarke „Riekers“? Die erfüllen zumindest meine Kriterien schön aber auch praktisch bis Größe 42.

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    • cloudette schreibt:

      Ja, kenne ich, meine (leider nach 1 Jahr nun undichten) Winterstiefel sind von Riekers. Die haben echt manchmal schöne Stiefel, hier vor Ort aber oft auch nur bis 41 und nur ausgesuchte Modelle. Nunja, also auch die online kaufen :-).

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  6. Christina schreibt:

    Ich kann das nur bestätigen, selbst mit 41 hat man sooooolche Probleme schöne Schuhe zu finden und ich denke ein wenig frustriert an ein paar Shoppingtrip zurück, als meine Mutter (Große 38) in einem riesigen Schuhgeschäft die ersten zwei Regale (ca. 30m) als Auswahl hatte und ich bis gaaaaanz nach hinten laufen musste und dort ein Miniregal mit 1m zu finden. xD

    Ich kann das irgendwie alles auch nicht verstehen, denn bis auf zwei Kolleginnen, bei der eine asiatischer Abstammung ist und die andere einfach sehr zierlich ist, haben alle andere im Durchschnitt Größe 41. :-/
    Liebe Geschäfte, wenn ihr noch gegen den Online Handel bestehen wollt, dann bitte macht mal was. 😉

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  7. Die Linkshänderin schreibt:

    Ich habe auf meinem Blog was geschrieben, was zu diesem Thema passt:
    http://die-linkshaenderin.blogspot.de/2013/11/wann-wird-der-handel-endlich-mutiger.html
    Vielleicht magst Du es ja lesen.

    Liebe Grüße,
    Henriette

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  8. buchpost schreibt:

    Das Grauen gilt auch für Untergrößen… Da sind Spezialgeschäfte und Onlinehandel wirklich die Rettung, sie wollen’s halt nicht anders. Verregnete Grüße Anna

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    • Kerstin schreibt:

      Ja, das mit den Untergrößen wollte ich hier auch gerade hinzu fügen. Trage 35. Da wird frau dann gerne auch mal in die Kinderabteilung geschickt 😉
      Meine Rettung, neben Onlinehandel: Shoppingtrip nach Spanien und/oder Italien. Die Damenwelt dort scheint ebenfalls auf kleinem Fuße zu leben. Viele Grüße, Kerstin

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  9. blaupause7 schreibt:

    Oh ja, Schuhekaufen, mein persönlicher GAU.

    Ich suche momentan eine Stiefelette oder einen Halbschuh, den ich im Herbst&Winter zu meinen Röcken kombinieren kann, aber in jedem Laden gestern war nix für mich dabei. Bestellen ist auch keine Lösung, weil die meisten Modelle zu weit für mich sind. Da bin ich dann auch noch mit hin- und herrennen beschäftigt Also ab in die Läden – da erlebe ich momentan, dass alles kleiner Gr.38 schon weg ist, und für 36 oder 37 bleibt nix mehr übrig. Schade, das.

    Ich glaube, das Prroblem ist die Masssenanfertigung, beii Schuhen, die über einen Durchschnittsleisten gefertigt wurden. Ich vermisse die Zeiten, als bei Kinderschuhen früher verschiedene Weiten geführt wurden (W-M-S: im Schuhhaus mit dem Lurch), schade – dass es das bei Schuhen für Erwachsene nicht auch gibt.

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  10. cloudette schreibt:

    Ja, die Normierung ist vermutlich das Problem – alles, was groß, klein, schmal, breit ist passt nicht in die Massenware. (Und gefallen müssen einer die Schuhe dann ja auch noch, passen reicht nicht!)

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  11. rotewelt schreibt:

    Ha, ich kenne das Problem – nur habe ich eine Untergröße, 35 und ich glaube fast, damit ist es mittlerweile noch schwieriger als mit Übergrößen, weil die Kleinfüßigen aussterben! Viele Geschäfte führen mittlerweile Damenschuhe erst ab Größe 37. Für mich gibt es entweder gar keine Auswahl oder in einer dunklen Ecke stehen ein paar unmoderne Altmütterchenrestpaare oder sie wollen mich in die Kinderschuhabteilung schicken, phhh! So bin ich auch of Onlinehandel umgestiegen, da kann frau wirklich süchtig werden angesichts der Auswahl! Oder ich kaufe Schuhe im Urlaub in Frankreich, Italien oder Spanien, da werde ich immer fündig.

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    • cloudette schreibt:

      Auf die kleinen Größen habe ich ehrlich gesagt bisher nie geachtet, ich bin ja immer schnurrstracks in die Quadratlatschen-Ecke. Ich kann mir gut vorstellen, dass das noch schwieriger ist, da, wie mir eine Schuhhändlerin auch schon vor Jahren sagte, die Füße tendenziell immer größer werden. Umso mehr: Es lebe der Online-Handel :-)!

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      • Madamsel schreibt:

        Hier auch, mit 36 und schmalem Fuß und auch noch schmalen Waden dazu kurzen Beinen ist Stiefel finden für mich ein Graus. Aus Pumps rutsche ich raus, bei Stiefeln ist an der Wade noch Platz für meine Hand. Zum Glück kenne ich noch Läden, wo ich selten fündig werde, für Stiefel allerdings wirklich in der Kinderabteilung. Die meisten Läden führen ab 37 viel, 36 ist meist schon ein Miniregal.

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  12. Lovis schreibt:

    Ja die diskriminierung ist beim shoppen immer zu spühren..
    Ich habe gr. 41, nichts gefällt mit und mein mann hat gr.47, gibts auch selten..
    Unsere töchter haben auch große füße, ich hoffe, dass sie nichtmehr auf diese probleme stoßen, das ist frustrierend, und ich trage nur springer und jacks..aber die meißten springer sehen da wie klaunsschuhe aus..
    Es sind wirklich lächerliche probleme…
    Ich bin 1,76 groß und habe lange beine, strumpfhosen sind mir immer zu weit, sie sitzen locker, das stört mich, aber kleiner als L ist zu kurz, das gleiche mit den langen..kurzen ärmeln, aber ich habe keine lust mehr mich darüber zu ärgern..

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