Urwald auf dem Balkon

„Also, do glaub i net dro“, sagt der Bauer auf dem Markt zu mir, als ihn ich nach den Eisheiligen frage. Die Eisheiligen, so alle mir bekannten Gartenratgeber, vom alten Pötschke bis hin zu irgendwelchen Gartenblogs, müssen unbedingt abgewartet werden, bevor eins empfindliches Junggemüse wie Tomaten und Gurken ins Freiland setzen könne. Es könnte ja noch Nachtfrost geben. Der Bauer dagegen hält das für Quatsch, Klimaerwärmung und so, schließlich seien schon die Apfelbäume am Blühen und es komme nur noch sehr selten vor, dass es so spät im Frühling noch nachts friere.

Also packe ich meine 3 Gurken ein, die 4. lasse ich sicherheitshalber zu Hause, und setze sie in den Kleingarten. Prompt setzt am nächsten Tag Dauerregen ein, es wird schnatterkalt und ich fahre mit schlechtem Gewissen raus in den Garten, um die armen schlappen Gestalten wieder einzusammeln und zurück zur Herde auf den geschützten Balkon zu bringen. Dort warten 27 Tomaten, 9 Salbei, 8 undefinierbare kleine Grünlinge (leider vergessen, was ich da in die Töpfe versenkt habe), 5 Chili und eine Restgurke auf Gesellschaft.

Es ist das erste Mal, dass ich selbst gesät habe. Es kann sein, dass ich es ein winzigkleinesbisschen übertrieben habe. Dass ich ein minibisschen zu früh damit angefangen haben, denn das Grün wuchert wie verrückt vor sich hin, so dass kaum noch ein Plätzchen für mich auf dem Balkon übrigbleibt. Aber es ist ganz wunderbar. Faszinierend. Unglaublich, was aus einem kleinen Samenkorn so wächst. Morgens schaue ich als erstes, was meine Kinder Pflanzenschar so macht, rücke hier ein Stöckchen zurecht, gebe dort ein bisschen Wasser dazu,  freue mich an den ersten Blüten der Gurken und hoffe, dass ein paar Bienen vorbeikommen zum Befruchten (sonst klappt das nicht mit den Gurken, oder?). Noch eine Gartenaussetzaktion traue ich mich gerade nicht, jetzt warte ich doch zumindest bis nach der Republica, bis ich die Pflanzen in den Garten bringen kann. Einige bleiben auf dem Balkon, ein paar tausche ich mit den Gartennachbarinnen, ein paar verschenke ich. Und nächstes Jahr fange ich vielleicht ein bisschen später mit dem Aussäen an …

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Es sind Tomaten! Nicht was Sie denken!!

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Familie, Feminismus & Firlefanz
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Eine Antwort zu Urwald auf dem Balkon

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