10 Dinge, die mich das Gärtnern (nicht) gelehrt hat

1. Mein Einfluss darauf, was wie wächst, ist äußerst bescheiden und die Gründe für tolles Wachstum sind nicht unbedingt nachvollziehbar. Bei der direkten Nachbarin sprießen die Erbsen wir verrückt – bei mir nicht. Bei mir wächst der Knoblauch – bei der Nachbarin nicht. Sätze wie „säe doch xy, das wächst garantiert überall“ sind falsch (naja, gut, Pusteblumen vielleicht).

2. Es gibt Tiere, die mal eben 20 Tulpenzwiebeln fressen.

3. Gartennachbarschaftliche Tauschereien sind grandios und müssen nicht gegenseitig sein (a gibt Tomatensetzlinge an b, b gibt Knoblauch an c, c gibt Stauden an a, d gibt b und c Bier aus …). Zu Erntezeiten ist die Frage: „Wollt ihr Zucchini (bitte!!!)?“ allerdings ein running gag.

3. a Sehr schön sind  auch die nachbarschaftlichen Kommunikationen:
„Und, bist du auch da?“ – „jo“
„Da wird aber kräftig g’schafft!!“ – „Haja, immer!“
Ne, im Ernst: Unsere Gartennachbarinnenschaft ist toll!

4. Aber zurück zum Gärtnern: Es gibt unglaublich viele unglaublich abgefahren Pflanzen. Ich könnte stundenlang zuschauen, wie sie wachsen, und ich lasse alles stehen, was mir gefällt – Unkraut hin oder her.

Laut Gartenexpertinnen wohl ein Unkraut. Aber ein schönes. Und die Bienen mögen es auch.

Laut Gartenexpertinnen wohl ein Unkraut. Aber ein schönes. Und die Bienen mögen es auch.

5. Ich kann Ausgesätes nicht von Unkraut unterscheiden – außerdem sind die Schnecken meist schneller. Darum bevorzuge ich Setzlinge. Gelernt: Auch wenn es mir angesichts frühlingshafter Temperaturen schon im Februar in den Fingern juckt: Nicht zu früh mit Aussäen anfangen. Denn dann kann eine den Balkon ca. 2 Monate nicht benutzen, da man den ganzen Krempel ja erst Mitte Mai nach den Eisheiligen ins Freie setzen kann. Theoretisch. Siehe Punkt 6.

6. Ich bin nicht abergläubisch. Aber dass dieser f***cking Eisheilige Servatius mir meine 2 Tage zuvor rausgesetzten Tomaten, Gurken und Peperoni komplett verhagelt (und das Dach der Gartenhütte in ein Sieb verwandelt) hat, finde ich dann doch ziemlich kacke. Immerhin machte es nun aber Sinn, dass ich den ganzen Balkon voller Setzlinge hatte, so konnte ich zumindest die Tomaten ersetzen (und die Nachbarinnen gleich mitversorgen). Nächstes Jahr warte ich die Eisheiligen ab.

7. An Punkt 6 schließt sich dieser – von Dr_Gretchen treffend formuliert – an:

8. Das einzige, das Hagel ziemlich sicher überlebt, ist das hier:

Wozu sind die jetzt gleich noch mal gut?

9. Das einzige wirksame Mittel gegen Schnecken (wenn eins nicht gerade mit der Giftkeule die armen Igel etc. vergiften will) ist das:

Nicht schön, aber es hilft: Anti-Schnecken-Tupperdings

Nicht schön, aber es hilft: Anti-Schnecken-Tupperdings

10. Die Natur ist der reinste Wahnsinn (dass das Zeug jedes Jahr wieder wächst!) und unberechenbar. Zum Glück kann ich das aus Spaß machen, kann einfach Ausprobieren und muss nicht davon leben (Hagel, Schnecken, Dauerregen, kein Regen, Wühlmäuse, Nährstoffmangel, Fäule etc. pp. sind für mich zwar zum Beispiel saublöd, aber eben keine Katastrophe).

So, das waren jetzt schon 10 Punkte. Was mache ich mit den restlichen 534? Lesen Sie doch einfach die anderen 10-Punkte-Listen, z. B. im Gärtnerinnenblog (und hier) und bei der Frischen Brise.

Hier noch ein Blick ins Gärtchen:

Das Gemüse-Blumen-Unkraut Beet

Das Gemüse-Blumen-Unkraut Beet

Dieser Beitrag wurde unter freie Zeit, Kleingarten abgelegt und mit verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

10 Antworten zu 10 Dinge, die mich das Gärtnern (nicht) gelehrt hat

  1. Katharina schreibt:

    Oh die lieben Nacktschnecken… die sind als Igelfutter gut und Igel sind ja soooo herzige Tierchen! Wo kriegt eine diese Anti-Schnecken-Tupper-Teile her?

    Gefällt mir

    • cloudette schreibt:

      Die Dinger heißen – sagt google – „Schneckenkragen“. Ich habe sie aus einer kleinen Gärtnerei bei uns ums Eck (ca. 1€ pro Stück, sind Jahr für Jahr wieder einsetzbar, lohnt sich also). Online gibt’s die Teile aber wohl auch.

      Gefällt mir

    • Alemayo schreibt:

      Nee, Nee. Die roten nakischen will niemand , außer Laufenten.

      Gefällt mir

  2. krachbumm schreibt:

    einen wunderschönen Garten hast du da. Und meine Oma meinte letztens, mensch könnte Kaffeesud – äh Kaffeesatz – ausstreuen gegen die Schnecken

    Gefällt mir

    • cloudette schreibt:

      oh! Das habe ich bisher nicht gehört, interessant. Kaffeesatz kenne ich nur zum Düngen, aber das wären dann ja zwei Fliegen mit einer Klappe 🙂

      Gefällt mir

  3. svensonsan schreibt:

    Wow. Das ist aber ein hübscher Garten. Jetzt bin ich neidisch.

    Gefällt mir

    • cloudette schreibt:

      So sah er letztes Jahr aus. Im Moment ist er etwas zerrupft (Hagel, ich erwähnte es. Golfballgroße Bälle. *seufz*), aber das wird hoffentlich wieder.

      Gefällt mir

  4. Wirklich schön, dein Garten. Bei uns hab ich ständig das Gefühl, ich müsse Unkraut jäten, aus Pflichtgefühl den Nachbarn gegenüber.
    Bisher hilft Sägemehl auch gut gegen Schnecken. Leider nicht gegen Kaninchen, die meine 2. Fuhre Kohlrabi nun vertilgt haben.
    Als ich im Baumarkt Erde und Salatsamen (für den Balkon) kaufte, sprach mich ein älterer Mann an, was ich denn pflanzen wolle.
    Ich sagte: Salat.
    Er: Den fressen doch eh die Schnecken.
    Ich: Auf dem Balkon im 2. Stock wohl nicht.
    Er: Schnecken traue ich alles zu.

    Gefällt mir

    • cloudette schreibt:

      😀 Ich traue denen auch alles zu!
      Unsere Kleingartennachbarinnenschaft ist zum Glück ziemlich entspannt. Da wuchert es fast überall. Ist leider aber nicht überall so.

      Gefällt mir

kommentieren

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s