Feedreaderperlen II

Diese Woche gibt’s „nur“ ein paar Feedreaderperlen. Ich habe eine rätselhafte Schreibblockade, die mir das Hirn verklemmt. Und bevor ich weitere Stunden in Internetien verplempere, haue ich mal die Links raus und bereite mich auf den heutigen Abend vor. Wir gehen nämlich aus. Schon wieder. Das zweite Mal nun zu zweit. Eigentlich wollte ich vorher mal noch ein bisschen aufräumen, damit der Babysitter (dieses Mal nicht die Nachbarn, sondern so richtig extern. Aber kindbekannt, natürlich) nicht das Amt verständigt wegen fortschreitender Versumpfung. Ich habe aber auch eine rätselhafte Aufräum- und Putzblockade und mich stattdessen entschieden, 20 Watt-Glühbirnen in die nicht vorhandenen Lampenschirme zu friemeln, dann fällt der Sumpf vielleicht nicht so auf. Außerdem fange ich an, literweise Schwarztee in mich reinzuschütten, weil wir zu einer Zeit wegwollen, zu der ich normalerweise allenfalls Richtung Bett schlurfte. Ts ts ts. Heutzutage braucht man zum Tanzen ja nicht vor 11 oder so los. Früher war alles besser. (Da fällt mir grad ein, ich sollte Kind 1 noch fragen, ob wir in unserem Alter überhaupt in den Schuppen reindürfen bzw. arg auffallen. Vielleicht sollte ich noch schnell die Haare färben …). Ähm. Ja. Die Feedreaderperlen. Fast hätte ich’s vergessen:

Talentfrei schön schreibt über das Stillen bzw. den Zwang zum Stillen. Ist bei uns ein Glück kein Thema mehr, habe es aber trotzdem gerne gelesen. Toller Text.

Gut gefallen hat mir auch „Kind, können wir Freunde sein“ von Babykram & Kinderkacke, die als junge Mami auch mal ne Pause braucht von Kind und Mama-sein. Ja. Und: Es liegt nicht am Alter, das sag ich euch (nach Überwinden der Blockade, ihr wisst schon, reiche ich die Begründung nach).

Herr Buddenbohm schafft es, einen Wutanfall seines Sohnes in einem Satz und 11 Zeilen zusammenzufassen. Mit einem E-Book wäre ihm das tatsächlich nicht passiert.

Ich habe mich in letzter Zeit ausführlich über diese Filterei in Facebookhausen aufgeregt. Bei Christian Buggisch gibt es ein sehr informatives, unaufgeregtes Interview über diesen Edgerank, der dafür sorgt, dass eure Beiträge nur noch  bei einem Viertel eurer „Freunde“ ankommen, und über das liebe Geld. Wer’s lieber emotionaler hat, schaut hier.

er*sie*es erklärt, warum die Abkürzung HiWi äußerst problematisch ist. Ja ja ja. Schließe mich absolut an. Und: warum nicht einfach WiHi – wissenschaftliche Hilfskraft? Da muss man sich kaum umstellen, daran kanns also nicht liegen.

So, und abschließend noch der Hinweis auf einen sehr lesenswerten Text in der Zeit zur faktischen Abschaffung des Asylrechts. Das ist 20 Jahre her. Gut zusammengefasst. Wirklich, wer das damals nicht mitgekriegt hat, aus Altersgründen oder wieso auch immer: lesen!

So long. Viel Spaß. Ich muss jetzt los. Glühbirnen kaufen.

Feedreaderperlen I

Ich habe ja kürzlich mal in meinem Feedreader gekrustelt und meine Leseliste aktualisiert. Und weil ich bei anderen immer gerne kommentierte Linklisten lese, sammle ich nun auch ab&zu ein paar Perlen zusammen.

Außerdem: Viele der tollen Blogger/innen, die ich verfolge, treiben sich auch auf  Twitter rum. Hier ein kleines Ratespiel: wer steckt wohl hinter: @dressedasahuman und @MamaKroenchen? (zugeordnet zu ihren Blogs findet ihr alle hier). Viel Spaß beim Folgen und vielleicht mitzwitschern.

Aber hier nun die Feadreaderperlen I:

  • Mama hat jetzt keine Zeit möchte mit ihrem Dreijährigen Schuhe kaufen. Nix einfacher als das – wenn da der Knirps nicht wäre, der mal eben den ganzen Schuhladen … nene nix verraten, lest selbst. Hab mich weggeschmissen vor Lachen – auch wenn’s für die Mami in der Situation sicher alles andere als komisch war.
  • Marie überlegt im Heckenrosental, was es bedeutet, wenn sie das Verhalten ihrer kleinen Tochter mit dem des größeren Bruders vergleicht. Der Abgleich des gerade Erlebten mit den Erfahrungen beim Erstgeborenen.  Nachdenklich, anregend & ein schönes Foto.
  • Kiki von e13 nimmt den neuen Bond auseinander. Solltet ihr nicht lesen, wenn ihr noch reinwollt. Ich wäre ja nie auf die ganzen Punkte gekommen. Aber ich bin auch megaanspruchlos derzeit (hüstel) und freu mich wie blöd, wenn ich ins Kino „darf“ … fast egal, in was. Hauptsache.
  • Wieso wird über Krebs meist so gesprochen, als gäbe es einen Kampf mit gleichberechtigten Gegnern, als läge es an einem selbst zu gewinnen – oder zu verlieren, fragt sich Temel mit Comic und einem bewegenden Text.
  • Jessy ist coachsurfend in New Orleans bei einem Typ, der mitten im Nettsein sekundenlang übergriffig wird. [Warnung: ist ziemlich heftig, der Text. Und: Er heißt nicht umsonst „Grusel!“]
    “Es ist die doppelte Ebene. Ist jemand ein offenkundiges Arschloch, kann man ihm entsprechend begegnen. Aber ist jemand vordergründig freundlich und zuvorkommend und plötzlich eine Fingerschnipsphase lang übergriffig, zweifelt man an seiner Wahrnehmung. Wie das Bild einer Abscheulichkeit, das für eine Sekunde in eine Komödie reingeschnitten wurde und das man meint, nicht gesehen haben zu können. Perfide.” Ja!
  • AufZehenspitzen schreibt einen sehr schönen Text über Erziehung, Regeln, Konsequenz – und Inkonsequenz. Es gibt Regeln, die gelten immer, und es gibt welche, bei denen kann man auch mal verhandeln & auf die Bedürfnisse schaun. Nur, warum zum Kuckuck heißt das bei den Erwachsenen „Spielraum“ und in der Erziehung „Inkonsequenz“?
  • Das Ministerium für Wahrheit nimmt nun endlich seine Arbeit auf, wie das Gespenst der Armut berichtet.

So viel für heute. Have fun! :-)

Im Feedreader gekrustelt

Weil sie selbst durch die Linklisten auf anderen Blogs immer wieder auf tolle Seiten gestoßen ist, stellte das Nuf vor ein paar Tagen auch ein paar Tipps zusammen und rief auf: Zeigt her eure Quellen!

Cool, dachte ich. Ich wurstel mich nämlich auch gerne durch Linklisten bei anderen und mag die täglichen Tipps z. B. bei wirres.net oder bildblog.de. Ich freue mich immer über neue Blogs jenseits meiner bisherigen Bubble und war deshalb mords gespannt, was an Quellen kommen würde. Tja. Immer wieder klickte ich mich also heutegesternvorgestern auf die nufsche Seite … aber da kam nix. Keine Kommentare, keine Links. Also gut, jetzt habe ich halt mal meinen Feedreader durchgekrustelt und die Sache zum Anlass genommen, meine Lesen!-Liste zu überarbeiten. Die platzt nun aus allen Nähten – und ist doch nur ein Auszug. Hier die Neulinge:

Ganz neu dabei ist jessyfromtheblog, die derzeit auf einer 6monatigen Weltreise ist – und bei der ich jeden ihrer Reiseberichte „liken“ könnte. Besonders grandios fand ich ihren Text für die Neidischen, die mit vielen „Aber“s begründen, warum sie ihre Träume nicht verwirklichen können. Ein Text über Courage: “Verschiebt eure größten Wünsche und Träume nicht auf dieses “irgendwann, wenn’s besser passt”! Und fragt euch immer wieder: Welche Art von Leben will ich sehen, wenn ich im Altersheim “Zur schattigen Pinie” kalten Cappuccino aus der Schnabeltasse schlürfe?”

Der Nesselsetzer postet immer wieder interessante TED-Talks, bei ihm fand ich kürzlich den Vortrag der Jura-Professorin Elyn Saks, die über ihre Geisteskrankheit Schizophrenie sprach. Sehr ergreifend, mutig, beeindruckend.

Bei Cat-und-Kascha, dem feministisches Nähblog für das 21. Jahrhundert, bewundere ich die unglaubliche Produktivität und das Niveau ihrer Arbeiten. Meist rauscht mein DIY-Selbstbewusstsein allerdings in Höchstgeschwindigkeit in den Keller. Zwischendurch gibt’s zum Luftholen auch mal politische Texte.

Dann gibt es natürlich noch die vielen Blogs von (feministischen) Mamas mit kleinen Kindern. Alltagsgeschichten. Aufreger. Freuden. Frust, davon habe ich eine ganze Reihe auf der Liste. Die mag ich alle. Und ich könnt mich kringelig lachen, wenn die Krähenmutter überlegt, wie sie mit neuen Fans umgeht: Rezepte? Fotos? Bastelanleitungen? Neee, is alles nix. Es bleibt, ein Glück, beim Alten.

So, und zum Schluss noch den Ufoport Glufenteich, der fotografiert olle alte (Kaugummi)Automaten & Schilder. Witzig.

Was mir ein bisschen fehlt, das sind weitere politische Blogs. Und zwar keine Besserwisserblogs a la spiegelfechter.com, die einem ständig die Welt erklären – ey, isch kenn mich aus, jungs. Sondern eher im Stil von konsumpf.de, der sich mit Konsumkritik befasst. Gerne auch Gemischtwarenblogs, bei denen halt zwischendurch mal ein Text zur Bankenrettung, Produktionsbedingungen in xy, RefugeeCamp, zu dem ganzen ollen System und seinen Kleinteilen kommt. Habt ihr da Tipps?