Blogstöckchen gegen Schreibblockade

Längeres Nichtbloggen birgt ja immer die Gefahr, zur fetten Schreibblockade auszuwuchern. Bei mir zumindest. Was gibt es da besseres, als locker mit der Beantwortung von ein paar netten Fragen wiedereinzusteigen? Zufällig liegen hier noch bereits leicht angegraute Blogstöckchen rum, von denen ich eines nun mal in Angriff nehme. Maca Macalina vom Blog staublos hat es mir zugeworfen, ich habe mich gefreut darüber, vielen Dank <3! Bei Staublos schreibt sie über ihren Alltag, Familie und MS.

Welche Themen interessieren dich überhaupt nicht?
Motorsport. Und Shoppen (was streng genommen vielleicht eher kein Thema ist). Deko. Beauty (außer, wenn Mama007 darüber schreibt). Kleintierzucht vielleicht noch. Ansonsten kann ich den meisten Themen irgendwas abgewinnen.

Was würdest du sagen, wenn dein Partner über dein Leben bloggen würde?
Ich versuche ja schon seit Jahren, den Mann zum Papabloggen zu überreden. Will er aber nicht, komischerweise. Würde er bloggen, müsste er natürlich jeden Beitrag vorher bei der Zensurstelle einreichen, wäre ich wahrscheinlich beleidigt, käme nur das Kind darin vor und ich nie … oh.

Bist du in der virtuellen Welt ein anderer Mensch, als in der realen Welt?
Ein Freund meinte kürzlich mal, beim Lesen meiner Tweets auf Twitter entstünde der Eindruck, ich gammelte hauptsächlich auf dem Sofa herum und versuchte mich mittels halbseidener Ausreden vor sozialen Aktivitäten zu drücken. Wie er jetzt da drauf kommt, ist mir etwas schleierhaft (*vom Sofa gesendet*). Wie er zudem darauf kommt, dass das nicht der Realität entsprechen könnte, ebenso. Mich hat das verwirrt.
Tatsache ist wohl, dass ich online einen Ausschnitt von mir zeige, so wie es es offline auch tue. Wie das jeweils rüberkommt, kann dann doch manchmal recht weit vom Selbstbild abweichen.

Stört es dich, wenn sich das Schwerpunktthema eines Blogs ändert?
Kommt darauf an. Ich finde es eigentlich sehr spannend, wenn sich Blogs weiterentwickeln. Wenn also beispielsweise eine Bloggerin, die zunächst viel über Familie&Kind schrub, einfach weil das Thema neu und wichtig für sie war, über die Zeit ihre Interessen und Hobbys einfließen lässt, das Spektrum also größer wird. Würde jetzt aber beispielsweise ein Familienblog anfangen, nur noch über Motorsport zu schreiben, fände ich dass sicher ätzend. Was ich zudem nicht mag, sind Blogs, die zu Gewinnspiel- und Werbungsschleudern werden. Aber das Schöne ist ja: Blogs verpflichten zu nichts. Wenn mir das neue Thema nicht gefällt, ziehe ich halt weiter.

Hast du dich schon mal persönlich mit anderen Bloggern getroffen?
Jaha! Die reizende Christine vom Blog Mama arbeitet habe hier ums Eck ich in einem Café getroffen. Das ist nun schon ein Weilchen her und wir könnten das gerne mal wiederholen (*winkt nach Konstanz*). Die ebenfalls reizende Patricia von Das Nuf traf ich im Dezember 2014 auf dem #31c3. Wir schlürften Kaffee im Nerdcafe und plauderten drauflos. Ich freue mich aufs Wiedersehen auf der re:publica! In wenigen Wochen besucht mich Mama007 mit dem jungen Mann. Darauf freue ich mich schon!

Was magst du lieber, Zucker oder Salz?
Chips & Schokolade. Mit leichter Tendenz zu letzterem.

Bist du spontan oder überlegst du lange an deinen Blogthemen?
Die Themen, an denen ich am längsten rumüberlege, schaffen es meistens nicht, den Entwurfsordner zu verlassen. Dort dümpeln so einige angefangene Posts herum, an denen ich geistig rumkaue. Viele meiner veröffentlichten Artikel entstanden eher aus einer Laune, einem Gedanken.Was nicht heißt, dass ich superschnell beim Schreiben und Veröffentlichen bin. Meistens schraube ich schon so einige Zeit daran rum. Manchmal lasse ich sie auch gegenlesen, je nach Thema.

Antwortest du gerne auf anderen Blogs?
Ja. Nein. Oft antworte ich eher auf Twitter. Dort ist die Interaktion direkter, schneller und es mischen sich auch andere Leute ein. Ich nehme mir aber immer wieder vor, mehr auf Blogs zu kommentieren, denn eigentlich finde ich es auch schön, wenn die Reaktionen auf einen Post zentral gesammelt und nachlesbar sind. (Eine Erweiterung, die automatisch die Reaktionen auf einen Post in den verschiedenen Kanälen zusammensucht und auf dem Blog aggregiert,, fände ich ja super).

Hast du schon Erfahrung mit sogenannten Trolls gemacht?
Auf meinem eigenen Blog hatte ich bislang Glück, es hat kaum eine*r bisher rumgetrollt. Ich habe echt sehr tolle Blogleser*innen, muss ich immer wieder feststellen. Die wenigen Kommentator*innen, die ich nicht freigeschaltet habe, kamen nie wieder.

Erzählst du im Bekanntenkreis von deinem Blog?
Nein, in der Regel nicht.

Ist jeder Blogeintrag aus dem richtigen Leben gegriffen oder dichtet die Fantasie mit?
Das „richtige“ Leben ist die Inspiration, die Fantasie die Würze. Ein bisschen von beidem ist meist dabei.

So, und jetzt kommt diese leidige Kettenbriefweitergabe (um die ich mich oft drücke). Ich frage mal vorsichtig Drehumdiebolzeningenieur, abgefahren.me, unsichtbares, die Krähenmutter (damit sie wieder schreibt!!), Lotti Katzkowski, moepern und Mama007 an, ob sie Lust haben, die Fragen unten zu beantworten (oder neue dazuzuerfinden). Wenn nicht: alles gut. Ich kenn das ja, das Schauern, wenn es eine trifft :-D (wobei es dann doch auch meistens Spaß macht).

  • Warum hast du angefangen, zu bloggen?
  • Wie kamst du auf deinen Blognamen?
  • Bist du spontan oder überlegst du lange an deinen Blogthemen rum?
  • Bist du pseudonym oder mit Klarnamen unterwegs und warum?
  • Gibt es Dinge, über die du niemals bloggen würdest?
  • Wie wichtig sind dir Zugriffe/Statistik, Likes, Kommentare?
  • Hast du Erfahrungen mit Trolls gemacht?
  • Welche Themen interessieren dich an anderen Blogs?
  • Was muss ein Text haben, damit du ihn zu Ende liest?
  • Bei wie vielen Blogs liest du so ungefähr mit? Ändert sich deine Leseliste über die Zeit?
  • Hast du schon mal persönlich mit anderen Blogger*innen getroffen?
  • Was ist für dich das Schönste am Bloggen?
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Ein Stöckchen mit WG-Erinnerungen und Jugendschwank

Ich bin ja ein bisschen aus der Übung – nach 4 Wochen Internetabstinenz. Um hier wieder einzusteigen, beantworte ich doch mal ein paar Fragen, die mir Momatka bereits vor … oh! das war schon irgendwann Anfang Februar! … gestellt hat. Vielen Dank für die „Liebster-Blog-Award-Nominierung“!

1. Tee oder Kaffee – und wie ist der Suchtfaktor?

Kaffee. Ganz klar.

2. Gehörtest du in der Schule zu den coolen Kids oder warst du Außenseiterin?

Dazwischen irgendwas oder: weder noch. Ich fand mich eher immer ziemlich uncool, hatte aber immer tolle Freund*innen.

3. Was möchtest du unbedingt gesehen haben in deinem Leben?

Ich möchte gerne mal nach China. Und nach Island. Und nach Marokko. Und überhaupt …

4. Hast du mal in einer WG gelebt und wie fandest du es?

Ja, viele Jahre lang. Auf dem Lande, janz weit draußen, mit vielen Leuten. Wenn ich zurückdenke an die Zeiten, werde ich immer ganz nostalgisch. Ich denke an Abende vorm Ofen im Zimmer der Freundin, wo wir uns bei Tee oder Wein unterhielten und die Nachbars-Oma dabei ihre Socken strickte. An viele Nachmittage auf der Terrasse mit Kaffee und Gesprächen. An Lagerfeuer im Garten und Holzaktionen im Wald … hachja. Und dazwischen immer Kind1. Wenn ich ein bisschen unter der idyllischen Erinnerungsoberfläche kratze, fallen mir so Dinge wie „Plenum“ ein – ich bekomme noch heute grüneitrige Ausschläge bei dem Wort. Diskussionen über „wer hat schon wieder nicht abgespült“ und „Ist eine Spülmaschine pc oder des Teufels“ und „dürfen Dosenbier oder Biokäse aus der Haushaltskasse bezahlt werden“. Urgs. Lassen wir das besser.
Insgesamt-Fazit: Es war eine tolle Zeit und viele meiner besten Freund*innen kenne ich aus meinen WGs.

5. Buchladen, Boutique oder Ap*lestore –wo findet man dich?

Öhm. Noch am ehesten im Buchladen.

6. Worin bist du richtig schlecht?

Fremdsprachen. Mir fehlt da ein Gen, glaube ich. Leider leider.

7. Worin bist du richtig gut?

Im „um die wesentlichen Fragen rumeiern“

8. Mit welchem Job hast du dein erstes Geld verdient?

Ich glaube, das war ein Ferienjob in der Großküche des heimatlichen Krankenhauses.

9. Mit welchem Blogger würdest du dich gerne mal auf ein Heißgetränk treffen?

Eigentlich mit all den Bloggerinnen, deren Blogs ich regelmäßig lese

10. Wenn du aufgefordert wirst, einen Schwank aus deiner Jugend zu erzählen, was erzählst du dann?

Puh. Mit einem kleinen Stichwort wäre das einfacher zu beantworten … meine ganze Jugend bestand aus Schwänken … so rückwirkend betrachtet. Etwas absurd ist vielleicht dieser:
</schwank> Ich habe mit einer Freundin mal eine Tomate aus dem Schulbadezimmerfenster auf den Schultennisplatz geworfen – ohne allerdings Sicht darauf zu haben. Blöderweise hat dort gerade ein Lehrer von uns gespielt. Der hat uns nahezu in flagranti ertappt – wir ahnten ja nichts Böses und sind nicht abgehauen (mann waren wir naiv). Die ganze Sache hat uns nach großem Geschrei, Empörung & Gezeter von Seiten des Kollegiums ein schulisches Ultimatum beschert. Wir haben uns dann mit einem Korb Tomaten bei ihm entschuldigt.

Fand er nicht witzig. </schwank>

11. Was hast du in den letzten zwölf Monaten zum ersten Mal gemacht?

Nichts Aufregendes, fürchte ich.
Oh wait, da fällt mir was ein: den Badezimmer-Wasserhahn ausgetauscht. Ghnihihi. Auch nicht spannend, aber sehr aufregend für mich.

Diese Bild hat keinen inhaltlichen Bezug zum Text.
Dieses Bild hat keinen inhaltlichen Bezug zum Text.

Verlinkt

Ich nehme jetzt mal die Verlinkungstradition hier wieder auf. Zwar komme ich nicht viel zum Lesen, schon gar nicht außerhalb meiner geschätzten Filterbubble, die sich weitgehend gegenseitig liest, oder? Aber vielleicht ist trotzdem etwas dabei, das ihr noch nicht kennt.

Außerdem könnte ich locker noch weitere 3 Monate über einen neuen Namen für diese Rubrik nachdenken, die ich einmal „Feedreaderperlen“ nannte. Nach dem Einstampfen des Google-Readers hadere ich mit Feedly, so richtig passend ist das also nicht mehr. Mir fällt derzeit nichts Kreatives ein, darum der karge Titel. Vorschläge nehme ich äußerst gerne entgegen – es gibt dafür einen Sack voller virtueller <3 <3 <3 zu gewinnen!!!

Also, los geht’s:

Ole Schröder Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister des Innern gibt sein Amt auf, um mehr Zeit für seine kleine Tochter zu haben. Im Gespräch mit dem SPIEGEL erklärt Kristina Schröder den Schritt ihres Ehemanns. Es sei falsch, Väter zu kritisieren, die sich dafür entschieden, sich im Beruf weniger zu engagieren.

  • Ich kann natürlich äußerst gut nachvollziehen, welch Drama eine vergessene Eule auslöst! Um so froher (froh-froher-am frohsten?) bin ich, dass Kind2 auch ohne Lieblingstier einschläft. Mit Kind1 dagegen hatte ich ein ähnliches Drama mit einem Hasen, der noch ein paar Tage länger bei der Freundin in Kassel zu Besuch blieb und per Post nachgeschickt werden musste. Oh oh!
  • Ein witziger Bericht aus der Ferienkinderhölle. Auch wenn es für Anna Luz vermutlich nicht so recht lustig war an dem Tag.

Meiner geschätzten Ansicht nach ist ernst dreinschauender Geniekult ja nichts als Farce.  Dieses Getue, als würden ausschließlich jene paar wenigen kreativen Genies Kraft des Zungenkusses, den sie tagtäglich von ihrer Muse verpasst bekommen, dazu legitimiert sein, ihres Amtes zu walten.

  • Das Nuf verrät ihre Lese- und Hörgewohnheiten. Mit vielen vielen interessanten Links zum Anklicken. Ich habe sie alle in 3523 Tabs offen und werde sie … äh … im Laufe der Zeit durcharbeiten.

Viel Spaß, gehabt euch wohl und bis bald.

Na sowas: Blog der Woche

cloudette ist Blog der Woche auf Nido.de. Wie schön.

Ein herzliches Willkommen, liebe Nido-Leser*innen! Ich freu‘ mich, dass ihr hier seid!

  • Der meistgelesene Artikel hier ist sicher dieser: Was Sie (sich) mit Kindern sparen können
  • Am seltensten geklickt wurde bisher dieser aus meiner Anfangszeit: Wieder lesen lernen. Aber das kann sich ja ändern ;-).
  • Hier gibt’s ein paar Artikel zu Reisen mit Kind (teilweise während der Elternzeit). Und Eulen schwirren hier auch ab uns zu rum.
  • Es gibt mich zudem auf Twitter & Facebook
  • Auf meiner Blogrolle findet ihr eine Auswahl aus meinen Lieblingsblogs (nein, nicht alle 283!). 

Viel Spaß beim Umschauen und Stöbern!

Kind2 wollte auch Eulen. "Mama malt". Die hat es jetzt an seiner Tür.
Kind2 wollte auch Eulen. „Mama malt“. Die hat es jetzt an seiner Tür.

Warum ich eine Pause brauche

„Wenn wir hier sturmfrei haben, feiern wir ne Strohwitwenparty!“, sagte ich zur Mitbewohnerin.

„Auja, wir sitzen auf dem Balkon, trinken Malibu und bloggen wie verrückt.“

Das war der grobe Plan für die Woche, in der die Männer auf Reisen waren. Was daraus wurde: aus dem Balkon die Küche, aus dem Malibu Radler und aus dem Bloggen … nunja: nichts. Wir saßen abends beisammen und redeten, über dies und jenes, wir besprachen unser Bloggerinnen-Dasein hoch und runter. Und wird schrieben beide keine Zeile, aus unterschiedlichen Gründen. Bei der Mitbewohnerin, die ein erfolgreiches Blog auf Polnisch betreibt, puzzelt sich ihr Leben nach erfolgreicher Dissertation neu zusammen. Und mir wuchs mein digitales Leben gerade ein bisschen über den Kopf.

Jede freie Sekunde nutzte ich in den letzten Monaten für das Netz, ließ mich mittreiben von vielen Geschichten, verfolgte Blog-Soaps und Berichte. Mit einer Hirnhälfte hing ich stets auf Twitter, ich surfte durch meine 282 abonnierten Blogs, war sogar auf Facebook unterwegs. Ich formulierte Gedanken in 140 Zeichen, chattete mit den Twitter-Damen, schrieb Kommentare.

„Das ist ein bisschen so, als würdest du jeden Tag Besuch von mehreren Freundinnen bekommen“, sagt die Mitbewohnerin dazu. Ja. Und jede davon erzählt ihre Geschichten. Traurige, schöne, fröhliche, trübe, spannende. Über die erfolglose Jobsuche, den fehlenden KiTa-Platz, das letzte gelesene Buch, die Beziehungskrise, die Ferienpläne, undsoweiterundsofort. Dazu kommt noch die politische Groß- und Kleinwetterlage. Prism, Überwachung, Asylpolitik etc. pp. Und die Säue, die durchs Twitterdorf rennen, aufgeregte Tweets, Retweets, Posts. Durch meinen Kopf spukten 10000 Dinge, Schicksale, Aufreger von vielen Menschen. Und ich fühlte mich irgendwann etwas getrieben. Überfordert.

Verrückt, oder?

Oder auch nicht. Denn hinter all den Geschichten stecken Menschen. Menschen, die ich zwar nicht persönlich kenne, die mir aber über die Zeit trotzdem nahe gekommen sind. Von deren Leben ich einen Ausschnitt über ihre Blogs mitbekommen habe und über Twitter, den großer Zwitscherfluss. Die große Kunst ist hier vielleicht, auszuwählen, zu sortieren, nicht alles in den Kopf zu lassen. Das ist Neuland, für mich zumindest. Ich habe noch keinen Weg gefunden, damit umzugehen.

Die Offline-Welt hat Schwierigkeiten, das nachzuvollziehen. Ich begann irgendwann, heimlich auf dem Klo zu lesen und zu twittern. Nicht nur, weil ich dort meine Ruhe hatte, sondern weil ich keine blöden Kommentare hören wollte. Es ist von Zeitverschwendung die Rede, von Banalitäten, die ins Netz gepustet werden. Man kennt das ja, die twittern doch alle, dass sie gerade in der Sonne sitzen und in der Nase bohren, wer braucht das schon, das wahre Leben findet dort nicht statt.

Mich erstaunt diese Urteilssicherheit immer wieder. Etwas zu bewerten, das man nicht kennt, von dem man allenfalls ein vages Bild hat, keine eigenen Erfahrungen. Manchmal ärgert mich das gewaltig, dann möchte ich nur mit Menschen darüber reden, die sich auch einmal kopfüber in das Netz gestürzt haben, die nachvollziehen können, was das heißt. Wie die Mitbewohnerin zum Beispiel. Und der Freund. Sie wissen, was ich meine. Sie kennen die Bereicherung, die Faszination, die tollen Kommunikationen. Und sie kennen auch die Überforderung.

Ist es Zeitverschwendung? Manchmal, vielleicht. Oder es ist einfach Zeitverwendung. Zeit, die mit Job und Kind einfach immer knapp ist, ein kostbares Gut. Die ich mir besser einteilen möchte.

Ich beschloss also, mal eine kurze Pause zu machen, zumindest in der Strohwitwenwoche, damit das Alleinzuständigsein für das Kind nicht so anstrengend wird. Aus der einen Woche wurden zwei. Und dann drei. Dann vier. Ich fühle mich tatsächlich entspannter, präsenter im Offline-Dasein. Ich gehe arbeiten, buddel stundenlang im Garten rum, bin  mit dem Kind auf Spielplätzen, mit der Mitbewohnerin am Quatschen, lese Bücher. Alles ganz gechillt, wenig Aufreger – bis auf die, die ich über die Nachrichten mitbekomme (das sind derzeit auch schon ganz schön viele).

Kann man Menschen vermissen, die man eigentlich nicht kennt? Ja. Sehr sogar. Ich vermisse die Twitteritas, die Mädels (und ein paar Jungs), die Kommunikationen mit ihnen. Ihre Sprüche, ihr Leben, ihre Kommentare. Momatka hat das kürzlich auch beschrieben. Ich unterschreibe.

Die Frage ist jetzt, wie ich eine Balance finden kann. Wie ich es schaffe, mich nicht wieder kopfüber in den Twitterstrom zu stürzen, nicht alles zu lesen, alles in meinen Kopf zu lassen. Es wird mir schnell zu viel. Ich möchte das, was ich mache, konzentriert tun. Nicht gedanklich halb im Netz sein, wenn ich mit dem Kind unterwegs oder auf der Arbeit bin. Ich möchte mich andererseits nicht rechtfertigen müssen, wenn mir eine Unterhaltung im Netz genau so wichtig ist, wie ein Gespräch offline. Ich weiß noch nicht, wie ich das mache. Wahrscheinlich muss ich auswählen, meine Blogrolle abspecken. Mir Online-Zeiten setzen. Nur noch all x-Tage lesen … Keine Ahnung. Meine Freundinnen kommen ja auch nicht jeden Tag zu Besuch – das würde mich Höhlenbewohnerin auch schwer überfordern.

Ihr seht, ich bin ein bisschen ratlos, wie sich das wohl lösen wird. Vielleicht bin ich morgen wieder da, vielleicht nächste Woche, im Herbst, ich weiß es nicht. Bis dahin: Gehabt euch wohl, genießt den Sommer und lasst es euch gut gehen! <3!

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So blogge ich

Seit ein paar Tagen kursiert so ein Fragebogen zum Thema Bloggen durchs Netz. Christine (Mama arbeitet) war so reizend und hat ihn mir weitergereicht. Ahhh, das ist ja wie früher beim Freundinnenbuch! Wie schön, ich habe es bekommen – oh, welch Ehre! Doch dann geht es bei den Fragen los: Lieblingsfarbe?! Rot. Und pink. Mmhh, grün ist auch schön … kann ich da auch mehrere eintragen?! Räusper. Ich versuche das hier mal ohne große Entscheidungskrisen relativ spontan zu beantworten:

Bloggerinnen-Typ: Newbie, seit nicht mal einem Jahr dabei … ich war davor jahrelang eine von den stillen Mitleserinnen. Gemischtwarenblog, derzeit mit Schwerpunkt auf Familienleben.

Gerätschaften digital: ein fürchterlich rauschender, ca. 4 Jahre alter Fujitsu Siemens Esprimo Mobile Laptop mit Ubuntu (das ich btw dringend mal aktualisieren sollte. Also beides. Hardware und Betriebssystem). Und mein Sony Ericsson Xperia, das fast im Dauereinsatz ist. Allerdings nur zum Lesen und um mal einen Kommentar zu beantworten.

Gerätschaften analog: fürs Bloggen? Keine.

Arbeitsweise: völlig unstrukturiert. Die besten Blogideen habe ich, wenn kein PC in der Nähe ist. Auf dem Weg zu Arbeit, im Garten, bei Oma. Wenn sich kleine Zeitfenster auftun, schnappe ich mir das Notebook, setze mich in die Küche, aufs Sofa, den Balkon und fange an zu schreiben, so lange, bis mein Umfeld sauer wird zart andeutet, dass ich mal wieder aus Internetien auftauchen könnte. Oft landet der Artikel dann im Entwurfsordner und wartet dort auf die Fertigstellung. Wenn ich einen freien Vormittag habe, schreibe ich auch mal einen Post am Stück. Ich hadere gerne mal mit meinen Texten (omg, kann ich das so publizieren, ist das nicht zu banal, fehlt noch ein Komma???) und das „schnelle Veröffentlichen“ lerne ich erst noch.

Welche Tools nutzt du zum Bloggen, Recherchieren und Bookmark-Verwaltung?

Ich schreibe Blogposts immer direkt in WordPress. Für die meistens Posts recherchiere ich nicht, meistens sind es ja (bisher) Geschichten aus meinem Alltag. Wenn ich recherchiere, dann eigentlich immer über google. Eine Zeit lang habe ich die Links für die Blog-Linktipps (Feedreaderperlen bisher) in einem google-doc gesammelt, im Moment habe ich kein strukturiertes Vorgehen. Meistens habe ich ca. 93  Tabs mit noch-zu-lesenden Artikeln offen, bis der Browser freundlich meldet: Hier geht nix mehr. Absturz.

Wo sammelst du deine Blogideen?

Auch direkt in WordPress, s. Arbeitsweise. Ich lege Entwürfe an, die dann tage- oder wochenlang vor sich hinschmoren. Manche schreibe ich fertig, einige wandern in den Papierkorb. Vielleicht greife ich irgendwann mal wieder auf den guten alten Block zurück, um Ideen aufzuschreiben, die mir unterwegs so einfallen.

Was ist dein bester Zeitspar-Trick/Shortcut fürs Bloggen/im Internet?

Zeitsparen und Internet? Wahahaha!!!! Oh, Entschuldigung. Das Internet ist für mich eine Zeitmaschine. „Ups, der freie Vormittag ist schon rum? Ich war doch nur ganz kurz surfen?!“ Ich habe sehr viele Blogs abonniert und nutze derzeit Feedly als Reader (auch wenn ich mich bisher nicht mit ihm anfreunden kann, vor allem nicht mit der App). Wenn mir die 567 ungelesenen Blogartikel zu viel werden, setze ich manchmal das ganze Ding auf „gelesen“. Das finde ich zwar jedes Mal grässlich, aber es entspannt ungemein.

Benutzt du eine To-Do List-App? Welche?

Nö. Ich schreibe mir tatsächlich manchmal analoge Listen, die ich dann auf meinem Schreibtisch vergrabe.

Gibt es neben Telefon und Computer ein Gerät ohne das du nicht leben kannst?

Nein. Höchstens „nicht möchte“. Und „Telefon“ würde ich mal durch Smartphone ersetzen, weil ich nur selten damit telefoniere. Von den anderen sehr hilfreichen tollen Geräten (Spülmaschine, Staubsauger etc.) ist mir die Waschmaschine am Wichtigsten, alles andere geht irgendwie zur Not auch Hand. Achja: Und die Kamera. Lange analog, derzeit eine geliehene Sony Spiegelreflex.

Gibt es etwas, das du besser kannst als andere?

Nein.

Was begleitet dich musikalisch beim Bloggen?

Nichts, nur das Rauschen meines Laptops. Ich höre inzwischen sowieso selten nebenher Musik, meistens bin ich froh, wenn es mal still ist.

Wie ist dein Schlafrhythmus – Eule oder Nachtigall?

Zwangslerche. Seit ich Kinder habe, also seit fast 22 Jahren, stehe ich meistens früh auf. Aber so muffelig und schwer erträglich ich für meine Umwelt morgens auch bin: Eigentlich liebe ich es. Besonders wenn außer mir noch keiner wach ist. Ich stehe inzwischen sogar manchmal vor dem Kind2 auf, um diese zwitschernde Morgenstimmung zu genießen.

Eher introvertiert oder extrovertiert?

Introvertiert. Eigentlich eher so der Typ Höhlenbewohnerin. Umständehalber aber sozial einigermaßen gefordert. Ich habe über die Jahre hinweg gelernt, meine Schüchternheit zu akzeptieren – da mache ich mir weit weniger Stress als früher. Ich habe gelernt vor Leuten zu reden, gebe oft Workshops/Schulungen, das ist eher kein Problem (trotz immerwiederkehrendem Lampenfieber), aber so Grüppchen-Konversationen, um Redeanteile kämpfen … Smalltalk … schwer. Am liebsten mag ich Zweiergespräche. Das ist ein Lernfeld, dieses soziale Dings, immer noch.

Wer sollte diese Fragen auch beantworten?

Oh, da fallen mir viele ein. Schließt euch einfach an! Sehr interessiert bin ich z. B. an den Antworten von Catherine, AufZehenspitzen und Frische Brise (mit 4 kleinen Kindern täglich zu bloggen, wow!).

Der beste Rat den du je bekommen hast?

Das ist jetzt so eine „Lieblingsfarbe“-Frage. Ich habe viele gute Ratschläge von Menschen bekommen, die mir in Krisen beistanden, mich bei Entscheidungen beraten haben. Weniger im Sinne eines Rates „mach das doch einfach so und so“ (finde ich meist wenig hilfreich), sondern im gemeinsamen Suchen nach Möglichkeiten. „Auf dein Herz hören“, das haben schon viele gesagt – und mir geholfen herauszufinden, was das denn so vor sich hinmurmelt.

Noch irgendwas wichtiges?

Mir fällt beim Blog- und Kommentare-Lesen oft ein: „Leben und leben lassen“. Das Gehacke, Besserwissen und gegenseitige Verurteilen – gerade bei den Themen Kindererziehung & Feminismus – geht mir auf den Keks. Also: Teechen trinken & locker machen.

Und ich zitiere hier noch die Antwort von Christine, die hat mir sehr gut gefallen: „Das Leben ist zu kurz, um den Anschein zu wahren.“

:-)

Update (16.5.): Jipppi, Catherine von Allures-und-Couture und die Frische Brise geben nun auch einen Einblick in ihre Bloggerei!
Bei  Isabella Donnerhall findet sich eine (vermutlich nicht vollständige) Liste: „So arbeiten andere Bloggerinnen“
.

Feedreaderperlen V

Früher war mehr Sonne am 1. Mai. Und mehr Party. Vor allem in der Nacht, beim rauschenden Tanz in den Mai. Wobei – Party hatte ich hier auch, jedoch der etwas anderen Art. Babyparty, ein unruhig schlafendes Kind, das es nicht geschafft hat, sich selbst den Schnuller in den Mund zu bugsieren, so dass eine schlaftrunkene Mama sich nach dreimaligem Rüberlatschen schließlich doch daneben legte und beruhigende „psssschds“ von sich gab. Mit mäßigem Erfolg. Nunja. So bin ich heute also auch unausgeschlafen, wie früher, nur wenigstens nicht verkatert, und blicke mit dicken Augenringen in diese trübe Nebelsuppe, die seit Tagen über der Stadt wabert und sich so langsam auch in meinem Hirn ablagert.

Während die Mitbewohner/innen frühstücken, setze ich mich unkommunikativ und unhöflich ab und nutze ich die Zeit, um mal wieder ein paar Linktipps in dieses Internet zu streuen, lange sind die letzten her.

Wir beginnen mit dem Glück. Wichtig, gerade an so trüben Tagen. Catherine (es kommen so viele über ihren Blog hierher, dass ein Zurückverlinken wahrscheinlich so etwas ähnliches ist, wie Eulen nach Athen zu tragen. Aber egal.) schreibt einen schönen Text darüber, wie glücklich sie das Nähen macht. Man kann das gut auch lesen, wen man so ein völliger Näh-DAU ist wie ich, denn eigentlich, ja eigentlich geht es darum, mit Feuer & Flamme unterm Hintern bei einer Sache zu sein, sich einen Kindheitstraum zu erfüllen, etwas zu tun, wofür das Herz brennt. Das kann nun mal vieles sein. Es ist ein Glück, wenn man so etwas für sich findet!

Eva Karel, ok, wer kennt ihren Blog noch nicht? Dann mal vorbeischauen. Mir gefällt ihr Schreibstil sehr gut, ihre Geschichten über den Alltag mit zwei Kindern, Arbeit, Yoga, Umzug. Immer mir viel Humor, auch wenn es mal stressig wird.

„Ich habe den Geschmack dieser unwiederbringlichen Zeit im Mund, als Freundschaft etwas Selbstverständliches war, und Kommunikation ohne große Anstrengung passierte.“ Silenttiffy schreibt über Freundschaft, Aufgehobenfühlen, das Gefühl, Teil einer Gemeinschaft zu sein – oder eben auch nicht, über das Angenommensein. Sehr bewegend. Ich kann das gut nachempfinden und es lässt ein nochmaliges „achja, früher …“ in mir aufpoppen.

Auf <3 gibt es ein Interview mit Anne Roth, das viele wahrscheinlich schon kennen. Es geht darum, über schlichte Zahlen (1,2,3, viele) das unausgeglichene Geschlechterverhältnis auf allen möglichen Veranstaltungen, also Talkshows, Konferenzen, 1. Mai-Reden etc. pp. sichtbar zu machen. Indem Männlein & Weiblein (ja, in diesem halt immer noch leider vorherrschenden Dualismus) gezählt und diese Zahlen veröffentlicht werden. Ich finde das gut, weil es ein hilfreiches Instrument ist, die eigene Wahrnehmung zu überprüfen, wie Anne Roth ausführt. Das kann man übrigens auch gut mal bei Redeanteilen in Minuten anwenden. Bringt manchmal erstaunliche Ergebnisse (oh, der quatscht ja gar nicht sooo lange, wie sich das anfühlt).

So, das wars für heute. Ihr seid wahrscheinlich eh alle beim Wandern, Feiern, Demonstrieren, was man halt so macht am 1. Mai. Vielleicht wage ich nachher auch noch einen Schritt vor die Türe, um gemeinsam mit dem Bruder die Kinderlein im Bollerwagen durch die Gegend zu schieben (und den Biergarten anzusteuern, der heute offiziell die Pforten öffnet. Hieß es. Mal sehn, vielleicht gibt’s ja Glühwein).