Ostereulen

Ostereulen
Ostereulen

Osterhasen dürfen ja erst am Sonntag hoppeln, habe ich gehört. Aber Ostereulen schu-hu-hen schon heute!

Macht’s euch gemütlich und genießt den Frühling!

Von hässlicher Hose zum hässlichen Rock – mein 1. DIY-Upcycling-Näh-Projekt

Es war geplant als überschaubares erstes Nähprojekt. Das heißt: Eigentlich war überhaupt nichts daran geplant, es gab nur diese Idee, mir endlich einmal etwas selbst zu nähen. Seit Monaten herrscht hier nämlich Klamottenflaute. Ich kaufe mir keine neuen Sachen mehr, weil mir erstens nichts gefällt, was es so in den 08/15-Läden gibt. Zweites passt mir mit 98%iger Sicherheit das, was mir gefällt, nicht. Und drittens weigert sich mein Gewissen, Zeug zu kaufen, das unter übelsten Bedingungen irgendwo zusammengenäht wurde.  So weit, so klar. Weil ich aber schlecht dauerhaft in meinen mittlerweile ausgeleierten Klamotten das Haus verlassen kann, fing ich an, Second Hand zu kaufen. Wir haben hier einen sehr tollen und ziemlich günstigen Laden. Aber auch das löst ja nicht Problem eins und zwei und mildert höchstens Nummero 3.

Da ich zumindest theoretisch mit Upcycling liebäugele, dachte ich mir, dass ich diese Themen doch gut verbinden könnte. Warum also nicht aus einer alten Hose, die ich sowieso nicht mehr anziehe, einen Rock nähen? Also kurz durch verschiedene Anleitungen gesurft, Nähmaschine rausgeholt, Hosenbeine π mal Daumen abgesäbelt, Naht vorne und hinten aufgetrennt, 2 Dreiecke ausgeschnitten, die ich vorne und hinten einsetzen wollte, und los.

Ich muss vermutlich nicht erwähnen, dass der Unterfaden leer war. Das ist immer so. Aber nicht nur das, die Spulenkapsel wackelte hin und her wie ein Kuhschwanz und machte fürchterliche Geräusche. Also ab in den Nähladen und mir dort die Info geholt, dass die Spulenkapsel hinüber sei und ich meine 20 Jahre alte Nähmaschine gleich ganz entsorgen könne, denn so ein altes Ersatzteil bekomme man eh nicht oder nur mit gaaanz viel Glück. Halbgeknickt zog ich von dannen und bestellte das Teil im Internet, pah, der Nähmaschinenmechaniker hat nämlich alles und lieferte äußerst fix.

Neue Spulenkapsel eingesetzt. Das Ding wackelte wie ein Kuhschwanz und machte üble Geräusche und ich die Erfahrung: Read the fucking manual! Dort kann man bei näherem Hinschauen nämlich einer Abbildung entnehmen, dass man das Ding mit einem Schieber fixieren muss.

Ein paar übel schiefe Nähte, zerklumpte Unterfäden, eine abgebrochene Nadel und viele Flüche später fing ich an, Tutorials anzuschauen. Es gibt da ein paar wirklich schön gemachte bei Pattydoo, genau richtig für totale Anfängerinnen, empfohlen von ringelmiez. Dabei schwante mir so langsam, dass man solche Nähprojekte eventuell ein bisschen planen sollte. Korrekt zuschneiden zum Beispiel. Und dass es hilfreich sein könnte, die Kanten vorm Nähen umzubügeln. Bügeln. Bügeleisen. Mein Bügeleisen, wo war das denn gleich noch? Ich habe 2 Tage lang gesucht, erfolglos. Es war 10 Jahre lang immer in der gleichen Schublade und nun verschwunden. Bis heute. DAS KANN DOCH NICHT WAHR SEIN! Hat sich hier denn alles gegen mich verschworen?

Aber so schnell gebe ich nicht auf, also eines ausgeliehen und weitergemacht. Kanten bügeln, zusammenstecken, nähen, Unterfadenverklumpungen großzügig hinnehmen, die Familie mit nicht-jugendfreien Flüchen tyrannisieren. Hundertfünfzig mal den „Rock“ anprobieren, die Erfahrung machen, dass Nähnadeln saumäßig stechen, hundertfünfzig mal die Nähte wieder auftrennen.

Als die Familie kurz davor war auszuziehen, setzte ich den Schlussstich. Zog das Teil an und stellte abschließend fest: Ich habe aus einer hässlichen Hose einen äußert hässlichen Rock genäht. Selbst wenn man die schiefen Nähte ignoriert, geht das Ding gar nicht. Nicht einmal für zuhause. Es spannt am Hintern, wellt sich an den eingesetzten Dreiecken und der Stoff ist nach wie vor hässlich braun.

Also packte ich das Ding kurzerhand in den Altkleidersack. Erfahrung Nr. 3 bis 243: Nähen ist nicht so einfach. Es will geplant sein. Man sollte einigermaßen sauber zuschneiden & arbeiten & vorher den Schreibtisch aufräumen, weil man sonst nicht richtig Platz hat. Es braucht Geduld, viel Zeit und es nützt überhaupt nichts, die Nähmaschine anzuschreien und ihr mit einem Wurf vom Balkon zu drohen.

Frust auf Twitter ablassen, bringt da schon mehr. Nämlich Zuspruch von den #Nähnerds (<3!!!), von denen gleich ein paar zur Stelle waren:

Stimmt. Bei einer meiner ersten Übungsfahrten auf dem Feldweg riss ich zum Entsetzen meines Vaters den Schalthebel seines Opels ab. Ich habe es trotzdem gelernt. Geht doch!

Also, ich gebe hier noch nicht auf! Das wäre doch gelacht. Ich übe. Ich nähe weiter. Und wenn es jetzt erst mal nur Lavendelsäckchen sind. Und Eulen, nunja. Einen sehr zufriedenen Fan habe ich bereits. Kind2 ist von allem begeistert und nimmt meine Produkte freudig entgegen. Und das mit dem Fluchen kriege ich vielleicht auch noch in den Griff (ähm, huhu Schatz?).

Nähprojekt Rock  (urgs) und Eulereien
Nähprojekte Rock (urgs) und Eulereien. Wenigstens alles aus alten Stoffresten.

DIY-Eulen-Content II: Stempel und Stempelkissen

Genau 78 Tage habe ich das Projekt The-Daily-owl – also zur Überwindung meines Kreativitätslochs jeden Tag eine Eule zu zeichnen – durchgezogen. Dann wurde ich des Motivs überdrüssig oder es wurde Sommer, wie auch immer, es versandete jedenfalls. Im Halbdelirium gestern hatte ich nun eine grandiose Idee, wie ich mein Problem lösen könnte. Ich stempel einfach jeden Tag eine!

Und da ich vor lauter Krankheitslangeweile leicht aktionistisch wurde, fing ich gleich an. Etwas improvisiert natürlich, weil ich nicht aus dem Haus konnte und mit dem Vorhandenen zurecht kommen musste. Das Stempelkissen war dann auch noch eingetrocknet, also musste da auch Ersatz her. Ging aber alles. Und wer es nachmachen möchte, bitteschön, so geht’s:

Die Grundutensilien:

Utensilien

Für die Stempel:

  • Schnitzzeug (noch aus meiner Schulzeit tatsächlich. Damals für Linoldruck)
  • Schnitzplatten. Ausprobiert habe ich Linol, das fand ich aber eher ungeeignet, da zu hart und brüchig und das Ergebnis beim Stempeln war eher mau. Von meiner Schwester bekam ich vor einigen Wochen so genannte Softcut-Platten. Die grüne welche war mir viel zu weich, da habe ich nur Motive ausgeschnitten. Aber die weiße! Die weiße war fantastisch. Ich bin entzückt. Es lässt sich recht gut damit schnitzen. Weicher als Linol, aber nicht total nachgiebig. Die Farbe bleibt relativ gut haften. Linol ade, würde ich mal sagen!
  • Korken bzw. für größere Stempel Bauklötze vom Kind (*hüstel*)
  • Doppelseitiges Klebeband

Stempelkissen:

  • Haushaltsschwamm
  • Wasserfarbe

Und los geht’s:

Motiv vorzeichnen, schnitzen und den Stempel mit doppeltem Klebeband auf den Korken / Bauklotz kleben:

Die Stempel
Die Stempel

Dann Wasserfarbe auf den Schwamm auftragen. Nicht zu wässrig, sonst verschwimmt alles. Das Behelfsstempelkissen funktioniert einigermaßen gut. Nicht so fein wie ein „richtiges“ Kissen und die Farbe trocknet schnell ein, aber ok und 1000 mal besser, als die Farbe direkt mit dem Pinsel auf den Stempel zu schmieren.

Jetzt stempeln. Wie man sieht, stempeln die Dinger nicht so richtig gleichmäßig, das liegt daran, dass diese blöden Plastikbauklötze nicht ganz eben sind. Egal. Erster Versuch:

Stempeleulen
Stempeleulen
Stempeleulen mit Mond & Sterne
Stempeleulen mit Mond, Sternen und Zipfelmütze

So sah übrigens mein Schreibtisch aus. Nur mal so.

Mein Schreibtisch
Mein Schreibtisch

Na sowas: Blog der Woche

cloudette ist Blog der Woche auf Nido.de. Wie schön.

Ein herzliches Willkommen, liebe Nido-Leser*innen! Ich freu‘ mich, dass ihr hier seid!

  • Der meistgelesene Artikel hier ist sicher dieser: Was Sie (sich) mit Kindern sparen können
  • Am seltensten geklickt wurde bisher dieser aus meiner Anfangszeit: Wieder lesen lernen. Aber das kann sich ja ändern ;-).
  • Hier gibt’s ein paar Artikel zu Reisen mit Kind (teilweise während der Elternzeit). Und Eulen schwirren hier auch ab uns zu rum.
  • Es gibt mich zudem auf Twitter & Facebook
  • Auf meiner Blogrolle findet ihr eine Auswahl aus meinen Lieblingsblogs (nein, nicht alle 283!). 

Viel Spaß beim Umschauen und Stöbern!

Kind2 wollte auch Eulen. "Mama malt". Die hat es jetzt an seiner Tür.
Kind2 wollte auch Eulen. „Mama malt“. Die hat es jetzt an seiner Tür.

DIY Eulencontent

Bei uns ist großes Renovieren und Umräumen angesagt, derzeit zeichnet sich unserer Wohnung durch noch größeres Chaos als normalerweise aus. Was bisher Kindschlafzimmer bzw. mein Zimmer war, wird nun Büro. Das Büro wird zum Schlafzimmer, das Schlafzimmer zum Wohnzimmer undsoweiter. Und weil uns das Hin- und Herräumen der Schränke zu anstrengend war, tauschten wir die kurzerhand auch noch. Ich habe jetzt den vom Mann, er meinen. Ursprünglich kommt er von meiner Schwester, die wiederum hat ihn vom Sperrmüll. Ein schöner alter Schrank, leider an der Seite etwas ramponiert.

Die Idee mit der Klebefolie hatte meine Schwester. Ich kenne Klebefolie fast nur vom Schulbüchereinbinden bei Kind1. Meine Erinnerungen daran sind nicht die besten, irgendwas mit vielen Luftblasen und bösen Fluchereien. Aber einen Versuch ist es Wert. Man bekommt sie im Baumarkt und kann mit einem Bastelmesser (Teppichmesser in dünn) ganz gut Formen ausschneiden. Voilá, hier also mein DIY-Eulencontent:

vorher - nachher
vorher – nachher

Der Mann versteht nicht recht, was der gelbe Kreis da soll. DAS IST EIN MOND! Der ist seiner Meinung nach aber hellblau. *Pruuust*. Wir schließen jetzt eine Wette ab und googeln das. Ich lasse es auf jeden Fall eine Weile so. Immerhin mal was Selbstgemachtes. Hihi.

Schluss mit dem Gejammer. Ab jetzt: The Daily Owl

Diese Sache mit dem Kreativitätsloch ist ja seit Jahren ein Dauerthema bei mir. Vor einigen Monaten habe ich darüber gebloggt, etwas detaillierter noch einmal vor 2 Monaten. Jammerjammer, ich bin so unkreativ, würde gerne wieder zeichnen etcpp. In den Kommentaren zum letzten Post meldete sich die von mir sehr geschätzte Bebe zu Wort, die jahrelang eine Zeichenblockade hatte und diese mit einer Art Mikro-Schritt-Methode aufgelöst hat. Der Pfeffermatz* schloss sich an und konkretisierte noch ein bisschen: sich selbst Mini-Ziele setzen, nur 5 Minuten am Tag, das aber regelmäßig. Dafür gibt es keine Ausreden a la: Ich habe keine Zeit, komme zu nix, das Kind, der zugemüllte Schreibtisch, Job, Haushalt (haha). So ähnlich wie mit der Weltverbesserung also. Da frustriert das große Ganze auch schnell, allerdings kann eine ja hier&da&bei sich mal klein anfangen. Das wäre schon was.

Sehr überzeugt beschloss ich also, einen Skizzenblock und Stifte zu kaufen. Und prokrastinierte das Projekt damit erfolgreich um einige Wochen. Dann endlich lagen sie da: Block. Stifte. Morgen geht’s los, nahm ich mir vor. Irgendwann wanderten die Utensilien vom vollgerümpelten Schreibtisch ins Regal und setzten langsam aber sicher eine zarte Staubschicht an. Himmelnochmal!

Vor 3 Wochen entfernte ich den Staub mit einem energischen Pusten vom Umschlag, klappte das Büchlein auf. Und starrte die leere Seite an. So weiß. So schön. Da kann ich unmöglich was reinkrakeln. Zuklappen.

Vor 7 Tagen trat ich mir dann doch mal in den Allerwertesten. Nahm Stift und Papier und setze mit zittrigen Fingern eine Eule aufs Papier. Eule. Ja. Ist doch auch egal. Mit irgendwas muss eine doch anfangen. Und schließlich bin ich seit meiner Kindheit Fan, ich war sogar einige Zeit eines von zwei Mitgliedern im lokalen Eulenbund „Eubu“. Also Eulen, warum auch nicht, da muss ich mir schon keine Gedanken mehr über das Motiv machen („mir fällt nix ein“). Das mache ich jetzt einfach täglich. Tatsächlich. 5 bis 10 Minuten. Manchmal sogar länger. Kleine Viecher, ohne großen Anspruch, einfach um wieder in Schwung zu kommen. Wieder zu lernen, einen Stift zu halten, ein Blatt zu füllen und meiner dämlichen inneren Kritikerin den Hintern zu zeigen.

Eulereien
Eulereien

Vielleicht vielleicht werden irgendwann Katzen, Mäuse, Nachtigallen daraus. Große Bilder, kleine Bilder. Vielleicht aber auch nicht. Dann habe ich es wenigstens mal versucht.

*@Pfeffermatz: Liegestützen?!