Feedreaderperlen IV

Die letzten Tagen standen im Zeichen des #Aufschreis. Mich hat das Ganze ziemlich aufgewühlt, all die  eigenen und die vielen vielen Erlebnisse anderer Frauen, die über Twitter und Blogs in mein Wohnzimmer gespült wurden. Am Sonntag habe ich das erste Mal seit 100 Ewigkeiten wieder fern gesehen, den Jauch nämlich, und dabei meinen Kopf ca. 1 Mio mal gegen die imaginäre Tischkante gehauen. Die Sendung war eines der vielen Beispiele dafür, warum es den #Aufschrei braucht.
Es gibt inzwischen so viele tolle Blogartikel dazu, dass ich mit dem Lesen nicht mehr hinterherkomme. Eine kleine Blogschau findet ihr bei Kleiner3 (s. auch die Kommentare dort). Besonders berührt hat mich der Artikel von Nele Tabler, die die Jauch-Sendung auseinandernimmt und über Wiebke Bruhns schreibt. Sie war erste Nachrichtensprecherin in West-D-Land und trat an, als ich so ungefähr geboren wurde. Ein Einblick in eine andere Zeit! Warum Bruhns den alltäglichen Sexismus in gewisser Weise als Normalzustand und unveränderlich empfindet, erklärt Antje Schrupp sehr nachvollziehbar.

Dieser Text made my day: Der Hausdrachen schreibt über Rituale, Silvester, eine 70jährige und ein Kind, das extrem wütend über “Omas Arschlochwünsche” ist. Ich lag unterm Tisch vor Lachen.

Bei der Nuss gibt es einen sehr schönen kurzen Text über das Weitermachen

Viele meiner Lieblingsblogs sind inzwischen in Vollansicht via RSS, also im Feedreader, lesbar. Einige leider noch nicht. Darum ein kleiner Appell: Lasst eure Texte frei! Ich will euch lesen! Diese Anteaserei über RSS hat bei mir eher den Effekt, dass ich tolle Texte verpasse. Wieso weshalb warum erklärt euch das Nuf. In WordPress lässt sich das übrigens in 20 s umstellen: WordPress Dashboard –> Einstellungen –> Lesen –> „Zeige im Newsfeed“ –> „Ganzen Text“. Also: Bittebittebitte!

Und kurz vor Schluss: WordPress hat hier (wie auf vielen anderen Blogs) ab&zu Werbung geschaltet, zuletzt offensichtlich irgend so einen Abnehm-Mist. Das sollte nun nicht mehr vorkommen, ich bezahle ab sofort dafür, dass es hier werbefrei ist. Wer noch Werbung entdeckt: bitte melden.

Und ganz zum Schluss: Wie schafft ihr das eigentlich, Familie, Job und Blogs lesen unter einen Hut zu bringen? Dafür bräuchte eine doch mindestens einen 72h-Tag, oder?

Jubel, Trubel, Dankeschön

In der Zwischen-den-Jahren-Zeit ging es internetmäßig ein bisschen ruhiger zu im Hause cloudette&co,  dafür tobte real live mitunter der Bär. Weihnachten, Familie. Ein Kind2, das Riesensprünge macht, plappert, Stühle durch die Gegend schiebt, mit Umschüttexperimenten Sofa, Teppich, Bad unter Wasser setzt. Ein Kind1, das sich vom Feiern zwischen den Wasserlachen auskuriert und für die nächste Party wappnet. Besuch, Freund/innen, Silvester. Alles zusammen ein großartiger Jubeltrubel.

Gute Vorsätze zum neuen Jahr gibt es keine, weil es erfahrungsgemäß sowieso nicht klappt, wenn ich mir ein generisches Weniger-Süßigkeiten, Mehr-Sport(bzw. überhaupt), Kreativer-sein vornehme. Dafür ein großes Dankeschön:

An euch, die ihr hier mitlest, immer wieder hier vorbeischaut! Ich freue mich total über die treuen Leser*innen, die Stippvisiter*innen, über die stillen Beobachter*innen, über diejenigen, die hier manchmal oder oft kommentieren. Über Eure kritischen Nachfragen, die lieben Worte. Über die „Gefällt-mirs“. Über die Verlinkungen, über … achja. Kurz gesagt:

♥-lichen Dank euch allen und ein glückliches neues Jahr!

dankeschön

P.S.: cloudette gibt es auch auf Facebook, vielleicht schaut ihr ja mal vorbei und drückt auf diesen kleinen hübschen Gefällt-mir-Button. Ab 30 Likes wird die Statistikfunktion freigeschaltet – und spätestens dann gründet der Liebste eine Selbsthilfegruppe für geschädigte Bloggerinnen-Angehörige. Und wenn ihr schon dabei seid, geht doch gleich mal zu Alsmenschverkleidet weiter …

Feedreaderperlen III

Ich habe ja inzwischen kapiert, dass ihr die Artikel aus der Rubrik „Mama & Kind“ eh schon fast alle kennt … deshalb brauche ich hier wohl nicht mehr auf die Elternzeitrhetorik von gluecklich scheitern  oder auf Mädchen sind so – Jungen auch vom Frl. Rabatzki usw. verlinken (Eule und Athen, da war was), oder?

Die Nuss schreibt ganz bezaubernd über das Gefühlskomma.

Suschna hat nach der Lektüre der Kommentare beim Nuf den Eindruck, dass hier wieder der „nicht totzukriegende Schuldreigen ‚Rabenmutter vs Luxusmutter'“ in Gang gesetzt wurde. Sie empfiehlt darum allen „Deko-Bastelmüttern“ ein Nicht-Outing und schlägt gleich mal ein paar Strategien fürs Undergroundbasteln vor. Liebe DIY-Mamas, was mich angeht, ich blicke schlicht oft neidisch in eure tollen Blogs, die ich Obermasochistin im Dutzend mindestens abonniert habe. Wie schon mal beschrieben, sehen meine DIY-Versuche nämlich eher so aus. Gestern meinte der Liebste doch tatsächlich auf meine Jammereien, dass wir in einer schmucklosen Ratzebude hausen: „dafür dekorierst du ja deinen Blog“. Hahaha.

Wer sich schon mal über die Telekom geärgert hat (nöööö, nieeee!),
kann mal bei Dominik Schwarz nachlesen, wie man eine richtig schöne Brieffreundschaft aufbaut (vermutlich so ne Art Aggressionsabbautherapie? Oder bewundernswert geduldig, der Mensch).

Nicht vertretbar schreibt einen nachdenklichen Text über Haare und das Herumschleppen von Ängsten, Hoffnungen, Wünschen in unseren unterbewussten Rucksäcken. Ich würde ja einfach gerne öfters „Like“ klicken bei ihr … ist aber kein WP-Blog, da geht das leider nicht.

hihihi. Nun doch noch ein Link auf eine Mama-Kind-Geschichte bei vierachtel: Das „kleine lustige Mädchen“ übt sich in Untreue und findet .. äh .. interessante Literatur.

Die Python Software Foundation hat gerade beschlossen, nur noch Konferenzen finanziell zu fördern, die einen Code of Conduct/Anti Harassment guide beschließen (und umsetzen). Gute Idee, meint hpk42, und fragt sich gleichzeitig, wie es denn so mit den traditionellen Familienmodellen in der IT und Python world (engl.) aussieht.

Antifaschistisch, links, politisch sein. Die obligatorischen Sticker auf dem Laptop. Doch was tun, wenn Neonazis direkt vor deiner Nase H**l H*tl*r grölen? Da geht der Arsch dann doch auf Grundeis und der Mund bleibt zu, beschreibt Alexander N. Sehr lesens- und darüber-nachdenkens-wert, finde ich.

Judit Polgár ist die beste Schachspielerin der Welt. Die Schachweltklasse ist ein Männerverein, immer noch.

Feedreaderperlen I

Ich habe ja kürzlich mal in meinem Feedreader gekrustelt und meine Leseliste aktualisiert. Und weil ich bei anderen immer gerne kommentierte Linklisten lese, sammle ich nun auch ab&zu ein paar Perlen zusammen.

Außerdem: Viele der tollen Blogger/innen, die ich verfolge, treiben sich auch auf  Twitter rum. Hier ein kleines Ratespiel: wer steckt wohl hinter: @dressedasahuman und @MamaKroenchen? (zugeordnet zu ihren Blogs findet ihr alle hier). Viel Spaß beim Folgen und vielleicht mitzwitschern.

Aber hier nun die Feadreaderperlen I:

  • Mama hat jetzt keine Zeit möchte mit ihrem Dreijährigen Schuhe kaufen. Nix einfacher als das – wenn da der Knirps nicht wäre, der mal eben den ganzen Schuhladen … nene nix verraten, lest selbst. Hab mich weggeschmissen vor Lachen – auch wenn’s für die Mami in der Situation sicher alles andere als komisch war.
  • Marie überlegt im Heckenrosental, was es bedeutet, wenn sie das Verhalten ihrer kleinen Tochter mit dem des größeren Bruders vergleicht. Der Abgleich des gerade Erlebten mit den Erfahrungen beim Erstgeborenen.  Nachdenklich, anregend & ein schönes Foto.
  • Kiki von e13 nimmt den neuen Bond auseinander. Solltet ihr nicht lesen, wenn ihr noch reinwollt. Ich wäre ja nie auf die ganzen Punkte gekommen. Aber ich bin auch megaanspruchlos derzeit (hüstel) und freu mich wie blöd, wenn ich ins Kino „darf“ … fast egal, in was. Hauptsache.
  • Wieso wird über Krebs meist so gesprochen, als gäbe es einen Kampf mit gleichberechtigten Gegnern, als läge es an einem selbst zu gewinnen – oder zu verlieren, fragt sich Temel mit Comic und einem bewegenden Text.
  • Jessy ist coachsurfend in New Orleans bei einem Typ, der mitten im Nettsein sekundenlang übergriffig wird. [Warnung: ist ziemlich heftig, der Text. Und: Er heißt nicht umsonst „Grusel!“]
    “Es ist die doppelte Ebene. Ist jemand ein offenkundiges Arschloch, kann man ihm entsprechend begegnen. Aber ist jemand vordergründig freundlich und zuvorkommend und plötzlich eine Fingerschnipsphase lang übergriffig, zweifelt man an seiner Wahrnehmung. Wie das Bild einer Abscheulichkeit, das für eine Sekunde in eine Komödie reingeschnitten wurde und das man meint, nicht gesehen haben zu können. Perfide.” Ja!
  • AufZehenspitzen schreibt einen sehr schönen Text über Erziehung, Regeln, Konsequenz – und Inkonsequenz. Es gibt Regeln, die gelten immer, und es gibt welche, bei denen kann man auch mal verhandeln & auf die Bedürfnisse schaun. Nur, warum zum Kuckuck heißt das bei den Erwachsenen „Spielraum“ und in der Erziehung „Inkonsequenz“?
  • Das Ministerium für Wahrheit nimmt nun endlich seine Arbeit auf, wie das Gespenst der Armut berichtet.

So viel für heute. Have fun! :-)

Im Feedreader gekrustelt

Weil sie selbst durch die Linklisten auf anderen Blogs immer wieder auf tolle Seiten gestoßen ist, stellte das Nuf vor ein paar Tagen auch ein paar Tipps zusammen und rief auf: Zeigt her eure Quellen!

Cool, dachte ich. Ich wurstel mich nämlich auch gerne durch Linklisten bei anderen und mag die täglichen Tipps z. B. bei wirres.net oder bildblog.de. Ich freue mich immer über neue Blogs jenseits meiner bisherigen Bubble und war deshalb mords gespannt, was an Quellen kommen würde. Tja. Immer wieder klickte ich mich also heutegesternvorgestern auf die nufsche Seite … aber da kam nix. Keine Kommentare, keine Links. Also gut, jetzt habe ich halt mal meinen Feedreader durchgekrustelt und die Sache zum Anlass genommen, meine Lesen!-Liste zu überarbeiten. Die platzt nun aus allen Nähten – und ist doch nur ein Auszug. Hier die Neulinge:

Ganz neu dabei ist jessyfromtheblog, die derzeit auf einer 6monatigen Weltreise ist – und bei der ich jeden ihrer Reiseberichte „liken“ könnte. Besonders grandios fand ich ihren Text für die Neidischen, die mit vielen „Aber“s begründen, warum sie ihre Träume nicht verwirklichen können. Ein Text über Courage: “Verschiebt eure größten Wünsche und Träume nicht auf dieses “irgendwann, wenn’s besser passt”! Und fragt euch immer wieder: Welche Art von Leben will ich sehen, wenn ich im Altersheim “Zur schattigen Pinie” kalten Cappuccino aus der Schnabeltasse schlürfe?”

Der Nesselsetzer postet immer wieder interessante TED-Talks, bei ihm fand ich kürzlich den Vortrag der Jura-Professorin Elyn Saks, die über ihre Geisteskrankheit Schizophrenie sprach. Sehr ergreifend, mutig, beeindruckend.

Bei Cat-und-Kascha, dem feministisches Nähblog für das 21. Jahrhundert, bewundere ich die unglaubliche Produktivität und das Niveau ihrer Arbeiten. Meist rauscht mein DIY-Selbstbewusstsein allerdings in Höchstgeschwindigkeit in den Keller. Zwischendurch gibt’s zum Luftholen auch mal politische Texte.

Dann gibt es natürlich noch die vielen Blogs von (feministischen) Mamas mit kleinen Kindern. Alltagsgeschichten. Aufreger. Freuden. Frust, davon habe ich eine ganze Reihe auf der Liste. Die mag ich alle. Und ich könnt mich kringelig lachen, wenn die Krähenmutter überlegt, wie sie mit neuen Fans umgeht: Rezepte? Fotos? Bastelanleitungen? Neee, is alles nix. Es bleibt, ein Glück, beim Alten.

So, und zum Schluss noch den Ufoport Glufenteich, der fotografiert olle alte (Kaugummi)Automaten & Schilder. Witzig.

Was mir ein bisschen fehlt, das sind weitere politische Blogs. Und zwar keine Besserwisserblogs a la spiegelfechter.com, die einem ständig die Welt erklären – ey, isch kenn mich aus, jungs. Sondern eher im Stil von konsumpf.de, der sich mit Konsumkritik befasst. Gerne auch Gemischtwarenblogs, bei denen halt zwischendurch mal ein Text zur Bankenrettung, Produktionsbedingungen in xy, RefugeeCamp, zu dem ganzen ollen System und seinen Kleinteilen kommt. Habt ihr da Tipps?

Wieder Lesen lernen

Natürlich kann ich lesen, ziemlich lange schon, seit der 1. Klasse (vermutlich), als ich mühsam Buchstabe an Buchstabe reihte und diese stockend zu Worten zusammensetzte. Als es etwas fließender ging, wurde ich zur Leseratte und fraß mich durch alles mögliche, was mir unter die Finger kam. Kinderbücher, Jugendbücher, später kamen Romane, Krimis, Sachbücher dazu. Lesen war oft wie ein Rausch, ein Leben in anderen Welten, das Einverleiben eines Themas. Weiterlesen „Wieder Lesen lernen“