Fünf Bücher für 2015

Vor Jahren fragte mich einmal ein Freund, welche 5 Bücher ich am besten fände. Erst verstand ich die Frage nicht („wie jetzt? Von ALLEN, die ich je gelesen habe?“) – ich kannte die Website Fünf Bücher damals noch nicht. Dann scheiterte ich fast daran, Titel und Autor*innen korrekt aufzuzählen. Ich habe da zugegebenerweise eine kleine Merkschwäche: „Das Buch von der Dings, wie hieß die gleich …. fängt mit M an, glaube ich. Oder mit S? Ist auch egal, es heißt …. Moment, ich komm gleich drauf, irgendwas mit „V“, glaube ich. Die Vogelfrau vielleicht? Achne, das war was anderes … Der Einband ist rot. Mit einem Baum drauf, kennste das nicht vielleicht??“ Diese Peinlichkeit kann ich unendlich fortführen. Mit Filmen ist das übrigens so ähnlich. Als letztes konnte ich mich natürlich nicht entscheiden und fing an, in alten Leseerinnerungen zu schwelgen.

Nun erhielt ich von Mama007 eine Frage in die andere Richtung, nämlich in die Zukunft: „Welche 5 Bücher gedenkst du dieses Jahr zu lesen?“ Die Frage ist nicht minder schwierig, da ich eigentlich selten im Voraus plane, was ich lesen möchte, sondern die Bücher eher auf zufälligen Wegen zu mir kommen lasse. Allerdings stehen hier noch ein paar ungelesene im Regal, außerdem bekam ich einige als Empfehlungen ans Herz gelegt. Hier also 5 Favoriten. Teilweise habe ich auf Rezensionen*, teilweise auf Verlage verlinkt (was mir gerade unter die Finger kam).

1.Scott McCloud: „Der Bildhauer„, die erste Graphic Novel von Scott McCloud.

[1 a. Und dann wäre da noch „Comics machen“ auch von McCloud, das liegt hier schon.]

2. Die „MaddAddam„-Trilogie von Margaret Atwood. Die wurde mir von Mama007 wärmsten empfohlen, also ein Lese-Muss!

3. Das Foucaultsche Pendel von Umberto Eco. Das wurde mir nun schon so oft empfohlen, das muss ich jetzt einfach mal lesen.

4. Atemschaukel von Herta Müller. Steht hier auch schon ewig rum. Ich bräuchte mal einen Leseurlaub.

5. Sehr gerne, Mama, du Arschbombe von Patricia Cammarata. Natürlich!

Ich gebe die Frage weiter an Xeniana und Momatka, an die Sachensucherin, Pitz und Susanna. Wenn ihr Lust habt – fühlt euch nicht verpflichtet!

* danke an @dieliebenessy für den Tipp!

Bücher 2015 ... mit ein paar dazugeschmuggelten
Bücher 2015 … mit ein paar dazugeschmuggelten, die ich auch (noch)mal lesen möchte

 

 

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Blogstöckchen gegen Schreibblockade

Längeres Nichtbloggen birgt ja immer die Gefahr, zur fetten Schreibblockade auszuwuchern. Bei mir zumindest. Was gibt es da besseres, als locker mit der Beantwortung von ein paar netten Fragen wiedereinzusteigen? Zufällig liegen hier noch bereits leicht angegraute Blogstöckchen rum, von denen ich eines nun mal in Angriff nehme. Maca Macalina vom Blog staublos hat es mir zugeworfen, ich habe mich gefreut darüber, vielen Dank <3! Bei Staublos schreibt sie über ihren Alltag, Familie und MS.

Welche Themen interessieren dich überhaupt nicht?
Motorsport. Und Shoppen (was streng genommen vielleicht eher kein Thema ist). Deko. Beauty (außer, wenn Mama007 darüber schreibt). Kleintierzucht vielleicht noch. Ansonsten kann ich den meisten Themen irgendwas abgewinnen.

Was würdest du sagen, wenn dein Partner über dein Leben bloggen würde?
Ich versuche ja schon seit Jahren, den Mann zum Papabloggen zu überreden. Will er aber nicht, komischerweise. Würde er bloggen, müsste er natürlich jeden Beitrag vorher bei der Zensurstelle einreichen, wäre ich wahrscheinlich beleidigt, käme nur das Kind darin vor und ich nie … oh.

Bist du in der virtuellen Welt ein anderer Mensch, als in der realen Welt?
Ein Freund meinte kürzlich mal, beim Lesen meiner Tweets auf Twitter entstünde der Eindruck, ich gammelte hauptsächlich auf dem Sofa herum und versuchte mich mittels halbseidener Ausreden vor sozialen Aktivitäten zu drücken. Wie er jetzt da drauf kommt, ist mir etwas schleierhaft (*vom Sofa gesendet*). Wie er zudem darauf kommt, dass das nicht der Realität entsprechen könnte, ebenso. Mich hat das verwirrt.
Tatsache ist wohl, dass ich online einen Ausschnitt von mir zeige, so wie es es offline auch tue. Wie das jeweils rüberkommt, kann dann doch manchmal recht weit vom Selbstbild abweichen.

Stört es dich, wenn sich das Schwerpunktthema eines Blogs ändert?
Kommt darauf an. Ich finde es eigentlich sehr spannend, wenn sich Blogs weiterentwickeln. Wenn also beispielsweise eine Bloggerin, die zunächst viel über Familie&Kind schrub, einfach weil das Thema neu und wichtig für sie war, über die Zeit ihre Interessen und Hobbys einfließen lässt, das Spektrum also größer wird. Würde jetzt aber beispielsweise ein Familienblog anfangen, nur noch über Motorsport zu schreiben, fände ich dass sicher ätzend. Was ich zudem nicht mag, sind Blogs, die zu Gewinnspiel- und Werbungsschleudern werden. Aber das Schöne ist ja: Blogs verpflichten zu nichts. Wenn mir das neue Thema nicht gefällt, ziehe ich halt weiter.

Hast du dich schon mal persönlich mit anderen Bloggern getroffen?
Jaha! Die reizende Christine vom Blog Mama arbeitet habe hier ums Eck ich in einem Café getroffen. Das ist nun schon ein Weilchen her und wir könnten das gerne mal wiederholen (*winkt nach Konstanz*). Die ebenfalls reizende Patricia von Das Nuf traf ich im Dezember 2014 auf dem #31c3. Wir schlürften Kaffee im Nerdcafe und plauderten drauflos. Ich freue mich aufs Wiedersehen auf der re:publica! In wenigen Wochen besucht mich Mama007 mit dem jungen Mann. Darauf freue ich mich schon!

Was magst du lieber, Zucker oder Salz?
Chips & Schokolade. Mit leichter Tendenz zu letzterem.

Bist du spontan oder überlegst du lange an deinen Blogthemen?
Die Themen, an denen ich am längsten rumüberlege, schaffen es meistens nicht, den Entwurfsordner zu verlassen. Dort dümpeln so einige angefangene Posts herum, an denen ich geistig rumkaue. Viele meiner veröffentlichten Artikel entstanden eher aus einer Laune, einem Gedanken.Was nicht heißt, dass ich superschnell beim Schreiben und Veröffentlichen bin. Meistens schraube ich schon so einige Zeit daran rum. Manchmal lasse ich sie auch gegenlesen, je nach Thema.

Antwortest du gerne auf anderen Blogs?
Ja. Nein. Oft antworte ich eher auf Twitter. Dort ist die Interaktion direkter, schneller und es mischen sich auch andere Leute ein. Ich nehme mir aber immer wieder vor, mehr auf Blogs zu kommentieren, denn eigentlich finde ich es auch schön, wenn die Reaktionen auf einen Post zentral gesammelt und nachlesbar sind. (Eine Erweiterung, die automatisch die Reaktionen auf einen Post in den verschiedenen Kanälen zusammensucht und auf dem Blog aggregiert,, fände ich ja super).

Hast du schon Erfahrung mit sogenannten Trolls gemacht?
Auf meinem eigenen Blog hatte ich bislang Glück, es hat kaum eine*r bisher rumgetrollt. Ich habe echt sehr tolle Blogleser*innen, muss ich immer wieder feststellen. Die wenigen Kommentator*innen, die ich nicht freigeschaltet habe, kamen nie wieder.

Erzählst du im Bekanntenkreis von deinem Blog?
Nein, in der Regel nicht.

Ist jeder Blogeintrag aus dem richtigen Leben gegriffen oder dichtet die Fantasie mit?
Das „richtige“ Leben ist die Inspiration, die Fantasie die Würze. Ein bisschen von beidem ist meist dabei.

So, und jetzt kommt diese leidige Kettenbriefweitergabe (um die ich mich oft drücke). Ich frage mal vorsichtig Drehumdiebolzeningenieur, abgefahren.me, unsichtbares, die Krähenmutter (damit sie wieder schreibt!!), Lotti Katzkowski, moepern und Mama007 an, ob sie Lust haben, die Fragen unten zu beantworten (oder neue dazuzuerfinden). Wenn nicht: alles gut. Ich kenn das ja, das Schauern, wenn es eine trifft :-D (wobei es dann doch auch meistens Spaß macht).

  • Warum hast du angefangen, zu bloggen?
  • Wie kamst du auf deinen Blognamen?
  • Bist du spontan oder überlegst du lange an deinen Blogthemen rum?
  • Bist du pseudonym oder mit Klarnamen unterwegs und warum?
  • Gibt es Dinge, über die du niemals bloggen würdest?
  • Wie wichtig sind dir Zugriffe/Statistik, Likes, Kommentare?
  • Hast du Erfahrungen mit Trolls gemacht?
  • Welche Themen interessieren dich an anderen Blogs?
  • Was muss ein Text haben, damit du ihn zu Ende liest?
  • Bei wie vielen Blogs liest du so ungefähr mit? Ändert sich deine Leseliste über die Zeit?
  • Hast du schon mal persönlich mit anderen Blogger*innen getroffen?
  • Was ist für dich das Schönste am Bloggen?

Ein Fragment mit vielen Fakten

An einem perfekten Sonntagnachmittag regnet es in Strömen. Damit erübrigt sich die Frage, ob ich raus muss in die Welt, nein!, mit bestem Gewissen liege ich gemütlich im Bett. Mein Bett ist zufällig nämlich der schönste Platz auf der Welt, direkt nach den US-National Parks vermutlich. Auf dem Nachtisch stehen Tee und Schokolade und ich versinke in einem spannenden Buch, lese stundenlang. Nicht wie sonst nur abends kurz vorm Schlafengehen.

Vielleicht stehe ich zwischendurch kurz auf, um mir etwas zu kochen, ein bisschen Bewegung braucht der Mensch ja schließlich auch. Nudeln vermutlich mit Soße oder Gemüse, je nachdem, was der Kühlschrank hergibt, improvisiert in die Pfanne gehauen. Ein Rezept für jede Gelegenheit, dabei koche nie so gut wie nie nach Rezept, aber es schmeckt trotzdem meist, finde ich. Vielleicht sollte ich mal anfangen Foodseiten im Internet zu folgen, aber eigentlich finde Rezepte nur bedingt spannend. Es sei denn, ich will gerade mal einen Hefezopf backen, dann suche ich auf scheffkoch nach einem, besorge Hefe, Mehl und Rosinen … und gehe nach einer Woche zum Bäcker, um mir einen zu kaufen. Ein bisschen traurig, aber wahr. Beim Essen lese ich weiter, natürlich, das geht ja nur, wenn ich alleine bin, denn Vorbilder lesen nicht, die essen konzentriert und kauen alles 86 mal.

Aber zurück zum perfekten Sonntag, den es so nur selten gibt, doch betrachten wir die perfekte Familien-Version. Die sähe wohl so aus, dass der Tag mit meinem Lieblings-Alltagsmoment mit Kind2 und Mann beginnt, einem heimeligen, aber höchst theoretischem Konstrukt, denn in diesem liegen wir morgens noch gemütlich bei Kaffee und Kinderkaffee (Milchschaum) im Bett und träumen vor uns hin. Praktisch allerdings hüpft ein kleiner Gummiball mit Hummeln im Arsch zwischen schwankenden Kaffeetassen hin und her und weckt die gesamte Nachbarschaft. Also, raus aus dem Bett, denn die Sonne scheint, es ist wunderbares Wetter, wir machen wir einen Ausflug. Alle sind super gelaunt, ausgeschlafen, wir haben tolles Picknick dabei und abends kommen wir entspannt nach Hause, essen entspannt und bringen entspannt das Kind ins Bett.

So eine Serie wäre nun richtig nett, nur eine Folge … oder zwei? Am Tatortabend glotzen wir also Dr. Who, nachdem es ja keine neue Folge von „Person of Interest“ und Sherlock gibt, wohl zwei Bechdel-Durchfall-Kandidaten, auch wenn es sonst spannende, oft klug konstruierte Episoden sind. Es werden sogar 3, so dass der Montagmorgen  mit dunklen Augenringen startet, an denen Kind2 völlig unschuldig ist, hat es doch mal durchgeschlafen.  Mein Alter Ego Zwangslerche quält sich aus dem Bett und hofft, möglichst wenig angesprochen zu werden.

Mit trüben Augen lese ich beim Duschen die Shampoo-Texte und die Werbung auf der Brötchentüte beim Brote schmieren. In Gedanken freue ich mich schon auf mein Bett am Abend, auf das vor dem Einschlafen lesen, die üblichen 2-15 Seiten, bis mir mein Buch auf die Nase fällt. Vielleicht „Die Bücherdiebin“, die mir meine Mutter empfohlen hat, oder Harald Welzers „Selbst denken“ nun schon zum zweiten Mal. Vergesslich (oder müde) wie ich bin, kommt es mir vor wie neu.

Nach Feierabend schlendere ich auf der Suche nach einer Überraschung für die Freundin durch das Kaufhaus in der Stadt und wundere mich, dass es schon Fasnetverkleidung gibt, bis mir dämmert, dass hier für den Konsum zu Halloween getrommelt wird. Stimmt, den gibt’s ja bald, wann war das gleich?, da klingeln kreischende Kinderhorden Sturm und verlangen Saures androhend nach Süßem. Lebten unsere Ratten noch, die Kind1 und ich unser eigen nannten, könnte ich ja auch die mal anbieten, Gruseleffekt garantiert, sie haben aber schon lange das Zeitliche gesegnet und weitere Haustiere sind nicht in Sicht. Aber das wäre auch gemein, das mit den Ratten, wobei das äußerst putzige Tierchen waren, sicher keine Kindheitsmonster. Diese nämlich wohnen nachts unter den Betten und im offenen Schrank, da hilft nur, sich ganz unter der Bettdecke zu verstecken oder nach den Eltern zu rufen.

Bin ich abergläubisch? frage ich mich, und was soll das überhaupt sein, das setzt doch einen rechten Glauben erst voraus, der mir längst abhanden kam oder nie existierte, gibt es Geister, Gott & co? Wer kann das wissen, ich bestimmt nicht, bin ich Göttin, mir das anzumaßen? Würde ich meine Seele verkaufen für ein paar Euronen, bestimmt nicht, meine ich und denke an meinen Kindheitshelden Tim Thaler, mit dem ich heute vermutlich kein Heißgetränk mehr trinken möchte. Lieber dafür mit der Frau Mama007 im fernen Berlin, die es mit den Geistern so sympathisch hält und für die Toten eine Kerze anzündet, wie ich für Oma, als sie von uns ging. Der Tod ist mitten im Leben, wenn geliebte Menschen sterben, und bewegt mich das ganze Jahr.

Wo war ich eigentlich, als das neue Jahrtausend begann, fegt ein neuer Gedanke durch mein Hirn, vielleicht auf einer sehr vollen Brücke überm Rhein in Köln? Oder war das ein anderes Jahr? Ein wenig einschneidendes Ereignis, wie mir scheint, sonst wüsste ich das wohl noch genau. Einschneidend dagegen die Geburten der Kinder, wo ich beide Male etwas dämlich-ergriffen „krass, ein Baby!“ dachte, als könnte es etwas anderes sein.

Ich radle nach Hause durch den Herbst und fühle mich etwas zerstreut. Wer bin ich eigentlich und warum all die Fragen an einem lauen Mittwochabend? Mir scheint, ich wurde von zu vielen Blogstöckchen beworfen, die mir mein Hirn etwas vernebeln. Heraus kam nur ein Fragment mit vielen Fakten und wenig Lügen. Und dem Wunsch auf ein Heißgetränk mit sehr reizenden Damen:  Mama007 (hier und hier), Momatka (hier) und bleibCOOLmami (hier).

Mein Lieblingsblogbild auf Wunsch von Mama007. Eule in Cornflakesbehälter

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***legt sich erschöpft aufs Sofa***