Serien gucken: „Nur noch eine!!“

Das mit dem Medienkonsum und der Erziehung drumherum ist nicht einfach. Egal wie viele Folgen Pogetscholl (paw patrol) oder ähnlichen Kram das Kind schauen darf, es reicht eigentlich nie. Fast nie. Sehr selten klappt es den Rechner auch mal freiwillig zu, meistens gibt es jedoch ein großes Theater, das je nach Tagesverfassung, Nervenzustand und Laune des betreuenden Elternteils mit dem Gewähren einer weiteren Folge (und noch einer und noch einer und noch ei…) beginnt und nach dem definitivem Schlusswort mit großem Wutgeschrei des Kindes endet. Beschwichtigende Worte wie „du kannst doch morgen wieder“ oder „komm, wir lesen was vor“ gehen im Geschrei unter und nahtlos über in den Wenn-Dann-Modus „Wenn du nicht SOFORT mit dem Theater aufhörst, darfst du morgen auch nicht …“. Schlimm. Und extrem pädagogisch wertvoll.

Wir Großen dagegen haben das mit den Medien ja dagegen völlig im Griff, wie mir gerade mal wieder auffiel:

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6(aus der Reihe „blöde gemeine fiese Arschlocheltern“)

Läuft das bei euch auch so gut?

Glotze ade

Ich habe den Anschluss verpasst. An die Pausengespräche der Kolleg_innen zum Beispiel. Und zwar dann, wenn es um das Fernsehprogramm geht. Ich habe keinen Plan, über was und von wem sie reden. Ich kenne nix und niemanden mehr, nur doch Thomas Gottschalk vielleicht. Lanz hielt ich bis vor kurzem noch für eine ehemalige Traktorenfirma, Joko&Klaas&Bauer sucht Frau&Dschungelcamp –  sagt mir alles nix. Auch auf Twitter bin ich öfters ratlos. #knallerfrauen. Hä?

Meine letzten Fernseherfahrungen liegen ein paar Jährchen zurück. Mit Kind 1 habe ich manchmal noch Serien geschaut (überwiegend schlimme allerdings, ich verdränge das lieber mal. War ja auch nur, um das Ganze pädagogisch zu begleiten. *hust*). Und es gab legendäre WG-Tatortabende mit Rioja und Erdnussflips im Bett. Wenn ich ganz weit zurückdenke, fallen mir noch Kimba, Captain Future, Silas, Tim Thaler ein ♥. (Nur Jungs-sind-Helden-Serien, fällt mir da grad mal auf. Kann das sein? Was gabs denn sonst noch? Biene Maja?)

Vor ein paar Jahren, nachdem Kind 1 ausgezogen war, habe ich die Glotze verschenkt. In erster Linie, weil ich es zunehmend nervig fand: Tolle Sachen kamen immer dann, wenn ich keine Zeit hatte oder bereits im Tiefschlaf war. Um 23.45 Uhr zum Beispiel. Und wenn ich Lust hatte, kam nix. Vereinfacht ausgedrückt. Was dazu führte, dass ich mir ab&zu Riesenmist angeschaut habe und der Versumpfung verfiel.  Also beschloss ich irgendwann: weg mit dem Ding.

Nachdem nun kürzlich Journelle und einige andere schrieben, dass sie Bücher gerade oft boooring finden und lieber TV-Serien schauen, hatte ich kurz ein „Mist, ich verpasse da was“-Feeling.

Aber deshalb wieder einen Fernseher anschaffen? Zwangsgebühren abdrücken?

Vorgestern habe ich Nachhilfeunterricht bei Kind 1 genommen, wir surften durch diverse Mediatheken bzw. bei Youtube vorbei, ein Schnelldurchlauf durch aktuelle Talkshows, Soaps, Roche & irgendwer, ZDF Neo. Ich war eine miserable Gesellschaft, fürchte ich. Kannte keinen der Gäste. Fand nichts witzig, machte blöde Kommentare. Nach einer Stunde stellten wir das Projekt ein.

Nö, ich glaube, ich muss die Bildungslücken anders schließen. Durch Nachholen vielleicht, und sei es Jahre Jahrzehnte später. So wie kürzlich, da habe ich mir sämtliche Starwars hintereinander reingezogen. Spät, aber immerhin. Vielleicht geht das mit den #knallerfrauen & co, auch irgendwann … Bis dahin bleibe ich auf dem Sofa mit Laptop oder Buch. Auch schön.