Liebling-sein ist ein harter Job

Zuerst war der Mitbewohner der Liebling von Kind2. „Benni da?“, lautete die täglich 354 mal wiederholte Frage. Die Mitbewohnerin war ob der kindlichen Präferenzen schon fast ein bisschen neidisch. „Ich will auch mal Liebling sein“, meinte sie, als das Kind wieder begeistert auf Benni zustürzte und sie links liegen ließ.

Nun, das wurde sie. Benni zog aus und die Karten mischten sich neu. Jetzt war Bebe der Liebling. „Komm! Schaukeln!“, lautete der knappe kindliche Befehl. Und Bebe kam mit. Mit einer schier unglaublichen Ausdauer gab sie dem Kind an der Schaukel Schwung. Watete mit ihm durchs Kinderplanschbecken im Freibad. Baute Sandburgen.  Und betrachtete mit ihm Gänseblümchen. Während ich zugegebenerweise sehr uneifersüchtig und entspannt in der Ecke lehnte und die Ruhe genoss.

„Liebling-sein ist ein harter Job“, meinte Bebe irgendwann zwischen Schwung geben und Sandkuchen backen. In der Tat.

Doch dann zog auch Bebe aus, dem Mitbewohner hinterher, in ein Dorf, sehr weit weg. WG ade (schnief!). Nun war die Auswahl für das Kind leider stark zusammengeschrumpft. Die Wahl fiel auf Papa, der auch vorher schon an 2. Stelle stand. Nun heißt täglich 3562 mal: „Meine Papaaaaa!!!“. Vom Aufwachen bis zum Schlafengehen. Nur PapaPapaPapa.

So ganz so entspannt ist diese Liebling-Wahl allerdings nicht, denn der Papa ist nicht immer amused darüber, den Bespaßungspart zu übernehmen. Er mag – verständlicherweise –  das Kind auch nicht jeden Abend ins Bett bringen, zur KiTa fahren, wickeln, baden etcpp. Wir wechseln weiterhin schön ab, nur will das Kind die 3. Wahl – also mich – derzeit nicht so recht akzeptieren. „Mama ist auch toll“, sagte der Mann kürzlich mal, als das Kind seine Papa-Arie kreischte. „Mama NICHT toll!!!!“ konterte das Kind.

Tja, was soll ich sagen. Manchmal sticht ein kleiner Eifersuchtsstachel das Mama-♥, manchmal nervt es kolossal, ein Papaaaaa!!!-Kind zu wickeln, baden etc. Manchmal bin ich froh, wenn das kleine klebrige Baby bei der Gluthitze auf Papa herumturnt und mich links liegen lässt. Liebling-sein ist halt ein harter Job. Nicht-Liebling-sein mitunter aber auch.

Papaaaa!!!!

Papaaaa!!!!

Dieser Beitrag wurde unter Alltag mit Kind abgelegt und mit , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

11 Antworten zu Liebling-sein ist ein harter Job

  1. Bebe schreibt:

    Ich lache, Ich weine, Ich vermisse Euch und will auch mal wieder Liebling sein! Das ist schon eine Sucht 🙂 Aber man lernt dabei auch dem Kind mal „nein“ zu sagen, obwohl mir ist es auch sehr schwierig gefallen (ich gebe zu ich neige auch zum Sandkuchen backen). Kinder sind auch gute Lehrer. Umarmungen mit ganz vieeeel Geduld von Benni und Bebe 😉

    Gefällt mir

  2. meggie schreibt:

    schön, dass du wieder mal schreibst – ich hab dich schon sehr vermisst. und viele Grüße an Bebe. die eigentlich hierbleiben sollte.

    Gefällt mir

  3. mama007 schreibt:

    Ach ja – auch hier herrscht eine krasse Lieblingsphase. Papa ist dran und ich darf eigentlich nichts mehr machen. Mit fast 6 Jahren ist das, hm…, auf Dauer ziemlich hart!
    Ihre Mama007

    Gefällt mir

  4. kraehenmutter schreibt:

    also bei uns ists recht klassisch – mutti ist die beste.
    beziehungsweise die, bei der ich nach nem anstrengenden tag völlig zusammenbrechen darf, wie nen frischer popel den ganzen tag am bein hänge und im zehn-sekunde-takt „mama machst duhuhuuuu?“ frage.
    schön ist das natürlich auch nicht immer.

    Gefällt mir

  5. perlenmama schreibt:

    Uff, da sprach sie mir aus der Seele.
    Als Alleinerziehende bin ich natürlich meistens einfach die Nummer 1. Sogar bei Oma und Opa muss Mama im Blickfeld sein und auch bei der Tagesmutter werde ich nicht gern gehen gelassen und wenn dann doch, aber auch sehr freudig wieder empfangen. Doch wenn dann der viel-vermisste Papa zu sehen ist, ja, dann geht die Übergabe schnell und fluchs. Da spielt zwar gar nicht soviel Neid mit wie es sich anhört, ich freu mich, dass meine Perle ihren Papa kennt und lieb hat. Aber nach 2 Wochen Erziehung und Kind-Job-Leben-Jonglieren ist so ein „Ohne-Schulterblick-Abschied“ schon ein wenig schmerzhaft.

    Aber es hat alles seine Vor- und Nachteile…und tief drin wissen wir ja, dass Mama einfach die Beste ist…:-)

    Gefällt mir

  6. LinaLuna schreibt:

    Kann man leider nicht vorherbestimmen, wer der Liebling ist, was? 😉 Oje, da blüht mir ja noch was… *seufz*

    Gefällt mir

kommentieren

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s