Verpackungskunstwerke

Seit einiger Zeit packt Kind2 die Geburtstagsgeschenke für seine Freund!nnen selbst ein. Es holt sich aus meiner Schublade Papier und eine der zigtausend Versandtaschen, die ich gehortet habe, und verschwindet damit in seinem Zimmer. Schere und Kreppklebeband gibt es dort. Manchmal muss eineR von uns ein bisschen helfen, das Papier festhalten oder das Kreppband abreißen, weil sich das gerne mal verheddert (Der Befehl hierzu lautet: „MENNO DES GEHT NET! MAAAMAAA ODER PAPPAAAA IHR MÜSST KOMMEN!!!!1!11!!“). Oft kramt das Kind in seinem eigenen Bestand nach Verschenkbarem und packt das dazu. Süßigkeiten zum Beispiel. Die müssen aufs Päckchen obendrauf geklebt werden, immer! Für die Gestaltung der Verpackungskunstwerke nimmt sich Kind2 viel Zeit. Und so sieht das zum Beispiel dann aus:

Geschenk - hübsch verpackt
Geschenk – hübsch verpackt
Die Umverpackung fürs Geschenk
Die Umverpackung fürs Geschenk. Die drei kleinen Dinger sind Schoko-Ostereier

Cool, oder?

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Zettelpoesie

Die poetischen Zettelchen fallen mir schon eine ganze Weile auf. Sie kleben an Dachrinnenrinnenrohren, Straßenlaternen, Parkscheinautomaten. Post-its mit handgeschriebenen Sprüchen. Ich bleibe stehen, lese. Lasse den Spruch im Kopf kreisen und verlasse die Hektik, mit der ich zum Supermarkt rase. Mit der Zeit verblasst die Schrift, die Zettel werden grau und fallen ab. Bis ein neues Set auftaucht, geklebt von irgendjemand. Eine schöne Idee.

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Liebling-sein ist ein harter Job

Zuerst war der Mitbewohner der Liebling von Kind2. „Benni da?“, lautete die täglich 354 mal wiederholte Frage. Die Mitbewohnerin war ob der kindlichen Präferenzen schon fast ein bisschen neidisch. „Ich will auch mal Liebling sein“, meinte sie, als das Kind wieder begeistert auf Benni zustürzte und sie links liegen ließ.

Nun, das wurde sie. Benni zog aus und die Karten mischten sich neu. Jetzt war Bebe der Liebling. „Komm! Schaukeln!“, lautete der knappe kindliche Befehl. Und Bebe kam mit. Mit einer schier unglaublichen Ausdauer gab sie dem Kind an der Schaukel Schwung. Watete mit ihm durchs Kinderplanschbecken im Freibad. Baute Sandburgen.  Und betrachtete mit ihm Gänseblümchen. Während ich zugegebenerweise sehr uneifersüchtig und entspannt in der Ecke lehnte und die Ruhe genoss.

„Liebling-sein ist ein harter Job“, meinte Bebe irgendwann zwischen Schwung geben und Sandkuchen backen. In der Tat.

Doch dann zog auch Bebe aus, dem Mitbewohner hinterher, in ein Dorf, sehr weit weg. WG ade (schnief!). Nun war die Auswahl für das Kind leider stark zusammengeschrumpft. Die Wahl fiel auf Papa, der auch vorher schon an 2. Stelle stand. Nun heißt täglich 3562 mal: „Meine Papaaaaa!!!“. Vom Aufwachen bis zum Schlafengehen. Nur PapaPapaPapa.

So ganz so entspannt ist diese Liebling-Wahl allerdings nicht, denn der Papa ist nicht immer amused darüber, den Bespaßungspart zu übernehmen. Er mag – verständlicherweise –  das Kind auch nicht jeden Abend ins Bett bringen, zur KiTa fahren, wickeln, baden etcpp. Wir wechseln weiterhin schön ab, nur will das Kind die 3. Wahl – also mich – derzeit nicht so recht akzeptieren. „Mama ist auch toll“, sagte der Mann kürzlich mal, als das Kind seine Papa-Arie kreischte. „Mama NICHT toll!!!!“ konterte das Kind.

Tja, was soll ich sagen. Manchmal sticht ein kleiner Eifersuchtsstachel das Mama-♥, manchmal nervt es kolossal, ein Papaaaaa!!!-Kind zu wickeln, baden etc. Manchmal bin ich froh, wenn das kleine klebrige Baby bei der Gluthitze auf Papa herumturnt und mich links liegen lässt. Liebling-sein ist halt ein harter Job. Nicht-Liebling-sein mitunter aber auch.

Papaaaa!!!!
Papaaaa!!!!

Die virale Verbreitung von Bullshit

Schon wieder. Eine bescheuerte sexistische Werbung für irgendwas. Sich räkelnde Frauen, anzügliche Posen, rosahellblauer Stereotypenmist. Fast jeden Tag spült meine Timeline bei Twitter & Facebook & Feedreader etwas rein – heute ein Video von einem großen Elektronikhändler, in dem …. hhuuuu … n*kte Br*ste zu sehen sind.

Wird das gerade nur gefühlt mehr? Oder sitzen da irgendwelche Marketingmanager*innen und reiben sich die Hände: Mit was können wir denn mal ein bisschen provozieren? So ne hübsche kleine Werbekampagne, die sich anständig viral verbreitet? Weiterlesen „Die virale Verbreitung von Bullshit“

Wieder Lesen lernen

Natürlich kann ich lesen, ziemlich lange schon, seit der 1. Klasse (vermutlich), als ich mühsam Buchstabe an Buchstabe reihte und diese stockend zu Worten zusammensetzte. Als es etwas fließender ging, wurde ich zur Leseratte und fraß mich durch alles mögliche, was mir unter die Finger kam. Kinderbücher, Jugendbücher, später kamen Romane, Krimis, Sachbücher dazu. Lesen war oft wie ein Rausch, ein Leben in anderen Welten, das Einverleiben eines Themas. Weiterlesen „Wieder Lesen lernen“