Zettelpoesie

Die poetischen Zettelchen fallen mir schon eine ganze Weile auf. Sie kleben an Dachrinnenrinnenrohren, Straßenlaternen, Parkscheinautomaten. Post-its mit handgeschriebenen Sprüchen. Ich bleibe stehen, lese. Lasse den Spruch im Kopf kreisen und verlasse die Hektik, mit der ich zum Supermarkt rase. Mit der Zeit verblasst die Schrift, die Zettel werden grau und fallen ab. Bis ein neues Set auftaucht, geklebt von irgendjemand. Eine schöne Idee.

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Rätselhaftes Pausenbild

Es geht hier weiter, ganz bestimmt. Irgendwann, vielleicht schon bald. Derweil gibt es für diejenigen, die hier trotz derzeitiger Flaute immer wieder treu vorbeiklicken (<3), ein kleines Pausenbild. Die Schuhe standen mitten in der Wutachschlucht, einige Kilometer vom nächsten Ausgang entfernt, fett umklebt mit Paketband. Ob die ehemalige Besitzerin wohl barfuß weitergelaufen ist?

Pause

Aliens in USA #IseeFaces

Auf unserer USA-Reise 2012 begegnete mir eine Reihe sonderbarer Gestalten. Aliens?

Rüsseltier
Rüsseltier – hatte sich in der Badewanne versteckt!
trauriges Alien
trauriges Alien, dem die Nase abgebrochen ist
überraschtes Alien
als Klohäuschen getarnt
als Klohäuschen getarnt
erschrecktes Alien
erschrecktes Alien

Fotos archivieren oder: Mein digitales Chaos

Damals, vor vielen Jahren, als ich meine erste Kamera bekam und mit dem Fotografieren loslegte, lief es noch so ab: Film in den Fotoapparat reinfriemeln, 24 oder 36 mal abdrücken, Film raus. Zum Fotogeschäft laufen, Film abgeben, ein paar Tage warten, Fotos & Negative abholen. Das war immer eine spannende Sache, denn man wusste ja nie, was dabei rauskam und ob die Bilder was geworden waren. Die abgezogenen Fotos sammelte ich in einer Kiste, in sehr guten Zeiten klebte ich sie sogar in langen Abendaktionen in ein Album. Die Negative – und jetzt kommt’s – habe ich ab 1983 alle (!) schön säuberlich in Pergaminhüllen eingeordnet, diese beschriftet und durchnummeriert, abgeheftet und im Register zur Seitennummer das Datum und die Hauptmotive vermerkt.

Krass. Ich kann es heute fast selbst nicht mehr glauben. Bis 2003 ging das so. Jahr für Jahr. Manchmal musste ich ein paar Monate nacharbeiten, aber rückblickend ist alles ordentlich sortiert. Was super war, denn ich habe einige Jahre lang selbst s/w-Fotos abgezogen in meiner kleinen Dunkelkammer, die ich 2-3 mal im Jahr in meinem Bad aufbaute. Meistens kurz vor Weihnachten, um Geschenke für die Familie zu produzieren. Da war ein geordnetes Negativarchiv sehr sehr hilfreich.

Hübsch ordentlich sortierte und beschriftete Negative
Hübsch ordentlich sortierte und beschriftete Negative

2003 wird das analoge Archiv immer dürftiger, in meiner großen Fotokiste gibt es noch vereinzelte Negative von den Jahren danach, sortiert ist hier nichts mehr. Ich bin auf die Digitalfotografie umgestiegen, ganz klar. Und seither läuft es komplett aus dem Ruder. Zwar bietet die digitale Welt wunderbare Werkzeuge für die Bildverwaltung. Man kann Metadaten hinzufügen, Schlagwörter, GPS-Koordinaten, wasweißich, kann das Archiv nach diesen durchsuchen und schwuppdiwupp bekommt man z. B. alle Fotos ausgespuckt, die man von Tante Erna in Hintertupfingen geschossen hat.

Ganz einfach, oder? Tatsächlich sieht das bei mir aber so aus: Meine Bilder sind auf ca. 7 verschiedenen Geräten verteilt: 3 externen Festplatten, 1 uraltem Mac vom Mann (der sich nicht mehr aufladen lässt), 2 Linux-Notebooks und neuerdings auch noch auf meinem Rechner im Büro (fragt nicht!). Natürlich liegt nicht überall derselbe Datenbestand, dieselbe Kopie, das wäre ja zu einfach. Aber auch nicht überall etwas anderes, so dass ich einfach alles zusammenkopieren könnte. Nein. Nein. Vielmehr habe ich an manchen Stellen angefangen zu sortieren, Ordner umzubenennen, Fotos von a nach b zu verschieben und an anderen nicht. Verschlagwortet habe ich noch kein einziges Foto. Wird also nichts mit Tante Erna.

Es ist ein totales Chaos. Es. ist. einfach. schrecklich.

Vor jedem neuen Überspielen von Bildern nehme ich mir vor: dieses Mal alles hübsch in entsprechend benannte Ordner abzuspeichern. Was ich dann mache, immer, weil ich gerade keine Zeit habe oder faul bin: Alle Bilder in einen Ordner kippen, diesen „NeueKamera1“ oder ähnlich bescheuert zu nennen. Und den Rechner wieder zuzuklappen.

Die Anzahl der Bilder geht in die Tausende, ein digitaler Mount Everest türmt sich auf meinen Rechnern. Denn mit dem Abschied von der analogen Fotografie kam auch der Abschied von den geordneten 24 – bis 36-Bilder-Serien. Früher überlegte ich mir tatsächlich noch bei jedem Foto: Ist es das wert, soll ich abdrücken? Jetzt wird geknipst, was das Zeug hält. Und so gibt es locker  254 verschiedene Fotos von einem einzelnen Event. Alleine von unserer Elternzeitreise 2011-2012 gibt es mehr Fotos als alle Bilder aus den Jahren 1983-2003 zusammengerechnet. Wahnsinn. Das schaut sich doch kein Mensch mehr an. Und auch diese Bilder sind chaotisch über 3 Geräte verteilt, was mich vor Kurzem echt zum Verzweifeln gebracht hat.

Ich verabschiede mich derzeit von dem Gedanken, hier noch einmal Ordnung reinzubekommen. Es sei denn, es programmiert mir jemand ein intelligentes Programm, das mir das ganze Chaos lichtet. Oder es hat hier jemand einen grandiosen Tipp? Oder ich ziehe mich 3 Wochen in eine Höhle mit Stromanschluss zurück und widme mich dem Sortieren. Unwahrscheinlich. Es bleibt nur: Mir noch einmal vorzunehmen, ab jetzt besser zu strukturieren. Und vielleicht auch einfach mal nicht so viel zu fotografieren, das würde auch etwas helfen.

Was ich aber immerhin zum allerersten Mal geschafft habe: 3 digitale Alben zu gestalten mit einem Teil der Elternzeit-Tour-Fotos. Ich habe sogar eine Software gefunden, die unter Linux vernünftig läuft, das Ganze ist sehr einfach zu bedienen, man muss sich nur ein paar Stunden auf den Hintern hocken, Fotos auswählen, sich für ein Layout entscheiden. Ein Glück habe ich ein bisschen Tagebuch geführt und E-Mails geschrieben, so dass ich einiges rekonstruieren konnte. Die Bücher sind echt schön geworden. Jetzt haben wir was zum Anschauen & Erinnern.

Mein nächstes Projekt ist nun, für Kind2 ein Fotoalbum anzufangen, ganz klassisch auf Papier, damit es mitwachsen kann. Für Kind1 habe ich über Jahre hinweg eines geführt und sie schaut es bis heute gerne an. Es gibt ja bisher erst 384852 Fotos von Kind2, das müsste also noch zu schaffen sein, wenn ich bald damit beginne ^^.

Fotobücher von unserer Elternzeit-Tour. Geschafft!!!
Fotobücher von unserer Elternzeit-Tour. Geschafft!!!

Pilzsammlung

Ich war im Wald. Eigentlich wollte ich schnell auf den Berg und wieder runter, doch dann blieb ich all paar Meter an einem dieser wundersamen Gewächse kleben. Unglaublich, wie viele verschiedene Sorten es alleine in unserem Wald gibt. Ich bin total fasziniert von den Strukturen, Formen, Farben, Gerüchen. Für die Suppe sind die meisten wohl eher nicht geeignet, aber als digitale Pilzsammlung sind sie doch auch ganz schön.
(Zum Anschaun auf das erste Bild klicken und dann mit der –> Taste weiter)

Blöd

Ich weiß gar nicht, warum sich alle so über die Blöd-Zeitung am Wahlvortag aufgeregt haben. Wir konnten die hier hervorragend gebrauchen:

fürs Rumtoben am Morgen
fürs Rumtoben am Morgen
und als Höhlenutensilien für Kind2 + Nichte1*
dann fürs Streichen
... Heizung putzen ...
… Heizung putzen …
zum Fenster putzen
und fürs Fenster putzen

Schließlich haben wir eher selten so großformatiges Papier im Haus. ^^

* jaaa, das ist mein Schreibtisch. Und der sieht immer so aus.

Ein Baum fällt um

Ich war weit genug weg, um nicht erschlagen zu werden, und nah genug dran, um mir einen Riesenschreck einzufangen.
Der Sturm kam innerhalb von Minuten, hektisch packten wir unsere Siebensachen im Gärtchen zusammen und radelten gen Hause. Ich machte eine kleinen Abstecher zur Mülltonne an der Wiese, als der Sturm aufkam. Der Wald rauschte, Blätter flogen mir um die Ohren. Dann ein knarzenden Geräusch, ein Rumms – und wie ein Streichholz kippte der große Baum in der Mitte der Partywiese um. Bumm. Einfach so. Nie flitzte ich schneller über die Brücke, wer weiß am Waldrand schon, ob mir nicht der nächste auf den Kopf kracht. Den Müll nahm ich mit.

Als der Sturm vorüber war, fuhr ich noch einmal hin. Ein Mann stand da, es dämmerte schon, er weinte „So ein schöner Baum, das war der schönste hier“, sagte er. Wir standen eine Weile schweigend beisammen. Ein mächtiger, sehr alter Baum. Er war innen völlig morsch, ihn hielt nur noch der äußere Ring zusammen.

Zum Glück waren an dem Abend keine Menschen auf der Wiese, im Unterschied zum Tag davor, als viele die laue Sommernacht feierten. Wie oft saßen auch wir in seinem Schatten. Mit gutem Gefühl werde ich wohl so schnell nicht mehr unter einem Baum Schutz vor Regen & Sturm suchen. Mannomann.

Umgeknickt
Umgeknickt. The day after.
Attraktion heute
Attraktion heute
Innen völlig morsch
Innen völlig morsch