Wohin mit der Kinderkacke?

Es ist ja so, dass die Windelzeit auch Vorteile hat. Recht kleine. Aber nicht zu unterschätzende: Die kindlichen Ausscheidungen lassen sich bequem* und sauber* entsorgen: Windel zu und weg damit! (*Sie merken, bei mir tritt nach nur wenigen windelfreien Wochen bereits eine verklärende Vergangenheitsbetrachtung ein, aber nunja).

Mit einem windelfreien Kind steht man dagegen vor ganz anderen Herausforderungen, vor allem im öffentlichen Raum. Nun habe ich ja kein Problem damit, das Kind gegen einen Baum oder sonstwohin machen zu lassen.** Millionen Hunde in dieser Stadt dürfen das schließlich auch. An manchen Orten ist es aber tatsächlich nicht so toll, wenn die Verdauungsprodukte vermehrt auftreten. Auf Spielplätzen zum Beispiel.

Spielplätze sind Orte, an denen naturgemäß viele Kinder anzutreffen sind, vor allem kleine. Also welche in dem Alter, in dem vom „MaMAA-PAPAa-Tante-ich-muss-PIPII-KACKAAA!“ bis zur Umsetzung nur wenige Minuten, ach was Sekunden verstreichen. Noch schnell nach Hause ist nicht drin, ebenso wenig, eine öffentliche Toilette zu suchen. Womit ich beim Thema wäre. In der Regel, oder sagen wir: in unserer kleinen Großstadt, findet sich in der Nähe von Kinderspielplätzen nie ein Klo. Weit und breit keines! Nein, es bleibt nichts anderes übrig, als das Kind zum nächstgelegenen Baum zu lotsen, Hose runter – und los! So sind die hiesigen Spielplätze ringsum markiert  … man mag sich das gar nicht bildlich vorstellen. Zum Verstecken spielen eignet sich das umliegende Gebüsch, soweit vorhanden, jedenfalls weniger.

Tja, und wenn die Begleitperson mal muss, dann heißt es notgedrungen irgendwann „Kiiiinder, wir geeeehen! ….. SOFOOORT!!!“

Deshalb bin ich für die Einrichtung von Klos auf Spielplätzen. So wie ich es in den USA auf fast jedem Spielplatz gesehen habe, den wir besuchten (und das waren viele). Da gab es meist sogar noch Grillstellen dabei und überdachte Sitzbänke, grandios. Und bis man alle ABERs (schon klar: Sauberkeit, Kosten, blabla) diskutiert aus dem Weg geräumt und die Klos aufgebaut hat, könnte man als Zwischenlösung mal diese tollen Tütenautomaten aufstellen, die man aus der Hundebranche kennt. Kinderkacke rein – und weg damit. Dann kann man im Gebüsch auch wieder prima Verstecken spielen.

**Bevor hier eine_r meckert: Selbstverständlich versuche ich, das „Produkt“ dann möglichst irgendwie einzupacken und in den Müll zu werfen. Wenn es allerdings neben 3 Dutzend anderen liegt, dann nicht.

Tütchen

Ein besonders hübsches Tütchen-Expemplar

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12 Antworten zu Wohin mit der Kinderkacke?

  1. neroni2012 schreibt:

    Genial beobachtet, und so wahr. Bin absolut dafür. Das gleiche sollte für den Supermarkt gelten. So oft wie ich in letzter Zeit Mitarbeiter-Toiletten aufsuchen durfte, Mhm ich meine natürlich nur das Kind.

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  2. momatka schreibt:

    Mmmh, als hoffende und wartende Mutter habe ich daran noch gar nicht gedacht. Aber du hast sehr recht. Städtische Planer verbringen ihre Nachmittage offenbar nicht auf Spielplätzen!!

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  3. Crafting Mom schreibt:

    In unserem Städtchen haben wir ein Klo beim Spielplatz. Aber ganz ehrlich, ich würd mein Kind lieber hinter den nächsten Busch setzen, als dieses Klo zu benutzen. Ein Betreten ist ohne Gasmaske fast unmöglich geschweige denn die Benutzung.
    Es ist eine gute Idee, die aber auch gut umgesetzt werden müsste 😉

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  4. Suse schreibt:

    Du hast so recht!
    Aber ich befürchte, der Spender würde genauso häufig (ich meine selten) frequentiert werden, wie der Hundetütenspender.
    #ichsprecheausleidigerErfahrung
    Liebe Grüße
    Suse

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  5. C. Rosenblatt schreibt:

    Ich wünsche mir auch allgemein mehr öffentliche Toiletten und Sitzgelegenheiten UND Mülleimer.
    Gerade Mülleimer sind hier in meiner Gegend entweder prall voll nach Tagen oder schlicht abwesend. Hundekot umtragen und selbst mal müssen ist auch sowas von mee -.-

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  6. jongleurin schreibt:

    Und ich, gerade grausam aus meinen rosaroten Phantasien über die Zeit mit einem windelfreien Kind gerissen, freue mir ein Loch in den Bauch über den Spielplatz im Hinterhof meiner Erdgeschosswohnung.

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  7. Pfeffermatz schreibt:

    Man grabe einfach ein tieeeeefes Loch am Gebüsch neben dem Spielplatz, und schon hat man ein wiederverwendbares Plumpsklo. Vielleicht noch ein passendes Sitzbrett drauf, und fertig!

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  8. Greta schreibt:

    Damit das Klo auf dem Spielplatz schön sauber bleibt, könnte doch daneben jemand sitzen, der nach dem Rechten schaut und Kaffee, Windeln, feuchte Tücher, in Stücken geschnittenes Obst und Gemüse und… Sandschippen verkauft. Das ist doch eigentlich eine prima Geschäftsidee, oder? Was bin ich froh, dass meine Söhne es inzwischen bis nach Hause aushalten…

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  9. Jane Blond schreibt:

    Ich habe – das weicht etwas von der aktuellen Problematik ab, sorry – selten so viele fallengelassene Windeln gesehen, wie dieses Jahr. Erst vor drei Tagen wieder. Mitten auf dem Parkplatz lag sie, fein säuberlich zusammengerollt. Drei Meter neben dem Haufen, den mein Hund gemacht hatte, welchen ich eintütete und zehn Meter weiter in den Mülleimer warf.
    Es sind nicht die Hunde das Problem, und nicht die Kinder. Es sind die Halter und die Eltern, die meinen Andenken hinterlassen zu müssen.
    Neulich sah ich auf dem Feld, das wir bisweilen überqueren, am Rande dessen, hinterm Knick, einen Haufen, daneben ein Berg Tempos mit Anhaftungen. Das muss ein Elefant gewesen sein.
    Mehr öffentliche Toiletten wären schon toll. Und dem einen oder anderen mehr Elan, damit circa dreizehn Meter zum Mülleimer nicht ganz so unüberwindbar erscheinen.

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  10. Isabella schreibt:

    Als Halterin zweier Hunde bin ich es gewöhnt, Exkremente in aller Form mittels Poobag zu entsorgen (und wenn daneben andere Trümmerl liegen, was leider allzu oft vorkommt, entsorge ich die einfach gleich mit). Ich denke, daß ich das nach der Geburt und Windelentwöhnung unseres Kindes genauso machen werde. Poobags sind übrigens nicht sehr teuer und es gibt sie in allen Zoofachhandlungen (auch biodegradable).

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  11. Pingback: Das Bloggen der Anderen (14) | Familienbetrieb

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