Fragen über Fragen – Blogstöckchentag

Heute ist Blogstöckchentag, gleich zwei wurden mir zugetragen, vielen Dank. Eines kommt von gluecklich scheitern, deren Blog zu den ersten gehört, die ich überhaupt gelesen habe. Das andere von Craftingmom, deren Blog ich erst vor Kurzem entdeckt habe. Ihre Blogbeschreibung musste ich zweimal lesen, bis es mir ins Hirn sackte: Sie hat sage und schreibe 6 Kinder und schafft es zudem, 1000 kreative Dinge machen. Sehr beeindruckend finde ich!!!

Hier also die Fragen von gluecklich scheitern:

1. welche feste (karneval, st. martin, weihnachten…) sind dir mit kind wieder ans herz gewachsen (oder auch nicht) – wie feierst du/ ihr zum beispiel weihnachten (oder schreibe von einem anderen fest, das dir besonders gefällt)?
Mit Kind1 waren Weihnachten & Ostern immer besondere Feste. Weihnachten, weil wir da die 600 km auf uns nahmen, um zur Großfamilie zu fahren und – same procedure as every year – gemeinsam zu feiern. Fondue, Weihnachtsbaum, Geschenke. Ostern waren wir auch meist bei der Familie, Karneval gab es im Norden ja nicht so richtig, das wurde eigentlich nur im Kindergarten/in der Schule gefeiert. Mit den Jahren, als Kind1 größer wurde, verloren die Feste an Wichtigkeit, außer Weihnachten, das habe ich immer mit Kind1 gefeiert.

Mit Kind2 haben wir bisher erst ein Weihnachtsfest so richtig im Großfamilienverband gefeiert (zweimal waren wir im Ausland). Es war gleichzeitig das letzte mit Oma. Wir waren beim Fasnetsumzug (den das Kind2 gruselig, aufgrund der Bonbons dann aber zunehmend interessant fand), Ostern fiel eher aus.

So richtig schön finde ich ja die Vorweihnachtszeit. Traditionell backe ich als Adventskalendertante mit den Nichten Plätzchen (und trinke Sekt mit der Schwester). Ich mag die Kerzen-Tee-Wolldeckenzeit ganz gerne und erinnere mich auch gerne an meine eigene Kindheit zurück.

2. Was war dein erster Gedanke, als du dein erstes Kind zum ersten Mal zu Hause in Ruhe geniessen konntest?
Bei Nummer 1 war es ein großes Staunen über dieses winzigkleine Wunder, das da plötzlich neben mir lag. Viel Ruhe war zwar nicht – ich wohnte damals in einer WG und das Leben dort drehte sich einfach weiter, nebenan wurde ausgiebig gefeiert (nicht die Geburt). Aber für mich in meiner kleinen Blase stand die Welt ein Weilchen still.

Bei Nr. 2 war die Höhlenzeit einfach wunderschön. Wir zogen uns zu dritt zurück, lebten ca. 10 Tage im Bett, aßen Kuchen, empfingen die Hebamme und insgesamt nur sehr wenig Besuch. Das schönste war, ganz ehrlich, wie der Mann immer wieder „hach, ist das schön!!“ seufzte, das Baby auf seinem Bauch.

3. Zu Streit unter Kindern gibt es gewagte Thesen. Wie verhältst du dich in solchen Situationen?
Kommt sehr auf die Situation an. Wenn die Kinder einigermaßen vergleichbar stark/blöd/fordernd im Streit sind, lasse ich sie das untereinander ausmachen und ignoriere die Blicke in meine Richtung. Ich greife ein, wenn es ein Ungleichgewicht gibt, wenn eines davon Schutz sucht. Schwierig finde ich so Situationen wie „Ihr Kind da blockiert die Schaukel, meines will auch mal rutschen.“ Da geht mir ziemlich schnell innerlich der Hut hoch, zumal wenn die Kinder offensichtlich gut damit klar kommen. Je nach Laune und Gelassenheit versuche ich das zu klären – oder greife dann halt doch ein.

4. Hast du schon jemals darüber nachgedacht, mit der Familie einfach anders leben zu wollen? (z.B. Kommune, auf dem Bauernhof, in einem anderen Land, etc.)
Ja. Oft. Das ist ein Dauerthema hier. Und schon lange geplantes Thema für einen eigenen Beitrag. Wir leben als Kleinfamilie in einer nicht sehr kinderreichen Gegend und wünschen uns beide mehr Familien um uns rum. Leider ist hier alles so arschteuer, dass die Suche nach Alternativen schwer ist. Bliebe noch, ganz wegzuziehen, was mir schwer fallen würde, da meine Geschwister + Nichten hier leben und ich die Gegend einfach sehr mag.

5. hat dich das muttersein politisiert, wenn ja – in welchen bereichen, wie äußert sich das?
Mmmh, nun ist die Kleinkindzeit von Kind1 ja schon ziemlich lange her. Gleichberechtigung war schon vorher ein Thema für mich (das hieß damals noch nicht Feministin, sondern Emanze, hihi), weshalb ich mir auch eigentlich nichts anderes als zumindest ein 50/50-Modell vorstellen konnte. Hat nicht geklappt (das habe ich hier mal beschrieben). Ich empfand dieses „als-Mama-bin-ich-wohl-zuständig-für-den-Großteil-der-Reproduktionsarbeit“ als hochgradig ungerecht. Ich habe tonnenweise Literatur aus der Frauenbewegung gelesen, was den Alltag nicht unbedingt einfacher gemacht hat. Das Mama-sein hat mich sicher stark für feministische Themen sensibilisiert (wobei ich natürlich nicht weiß, ob das nicht sowieso passiert wäre …).

6. kinder bringen oft den gedanken an die zukunft mit. zukunft wie in: wie lange reichen die ressourcen unseres planeten noch (platt gesagt). hat sich dein konsum-/kauf-/essverhalten geändert, seit du kinder hast? denkst du über solche themen nach?
Naja, sagen wir so: In meiner Jugend war ich mir sicher, in diese irre Welt (es war die Zeit der Aufrüstung, Tschernobyl etc.) kein Kind setzen zu wollen. Kann man ja nicht verantworten so was. Dann kam Kind1 und mit ihm konnte ich zumindest meine persönliche Zukunft etwas weniger düster sehen.

Ich denke viel über solche Themen nach, ja. Ich versuche z. B., möglichst zu „konsumieren“ in dem Sinne, dass ich Dinge, die ich kaufe, auch wirklich verbrauche. Das beschreibt Harald Welzer in „Selbst denken“ sehr schön (S. 26): dass immer mehr Produkte gar nicht mehr konsumiert werden, sondern gekauft, um sie danach zu entsorgen. 30 % der Nahrungsmittel zum Beispiel. Und natürlich vieles mehr. Das gelingt mir / uns so halb-gut. Wir schmeißen immer noch zu viel weg.

7. auf welche erkenntnis im leben mit kind(ern) hättest du gerne verzichten können?
Dass Kinder hierzulande doch recht häufig als Störenfriede wahrgenommen werden. Und wenn etwas schief läuft, sind erst mal die Eltern schuld. Minikleines alltägliches Beispiel: wütendes (lautes Kind) im Einkaufszentrum = schlecht erzogen. Dass es 1001 Gründe geben kann, warum es weint, ist an dieser Stelle egal. Es wird einfach superschnell ge- und verurteilt (und entsprechend kommentiert).

8. urlaub mit kindern – eher hütte in holland oder dschungeltour im amazonas, wie hat sich dein/euer reiseverhalten geändert?
Ich liebe es, von Ort zu Ort zu ziehen. Ob mit VW-Bus oder öffentlichen Verkehrsmitteln. Das hat bisher auch sehr gut geklappt. Wir waren im Dschungel – allerdings nicht komplett blauäugig, sondern mit Guide. Wir waren in einer Ferienwohnung auf Gomera (tendenziell bisschen langweilig), in der Hohen Tatra auf diversen Bergspitzen, in der Türkei, in den National Parks der USA. Es geht vieles mit Kind, finde ich, und es kommt sehr auf die eigenen Interessen, die eigene Lust am Ausprobieren und auf das Alter der Kinder und deren Bedürfnisse an.

9. wenn dir eine frische schwangere begegnet und dich ausdrücklich um rat und tips bittet: was wären die drei wichtigsten ratschläge/tips fürs elternwerden, die dir am herzen liegen?
Nimm Rat an, wenn er dir passend erscheint. Lass ansonsten die anderen Leute labern und mache es so, wie du es für dich und dein Kind richtig findest.

10. die eltern anderer kinder: segen oder fluch?
Mal so mal so, oder? Es gibt ja äußerst nette Leute, die Eltern sind. Und welche, die es nicht sind …

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Und hier noch die Fragen von Craftingmom:

1. Hast du Geschwister?
Ja, Schwester & Bruder

2. Welche Person würdest du gerne mal kennenlernen?
So einige Bloggerkolleginnen!

3. Was ist dein Lieblingsgetränk?
Kaffee, Tee, (alkoholfreies) Bier (Lammsbräu, lecker!)

4. Welche ist deine Lieblings-Website?
Da kann ich mich nie und nimmer auf eine festlegen! Mir gefallen meist einzelne Beiträge (siehe auch meine Blogrolle, da ist eine Auswahl meiner Leseliste).

5. Beschreib dich mit 3 Wörtern 🙂
Hilfe! (war das jetzt schon eines?)

6. Was war dein liebstes Fach in der Schule?
Schule? Das war das mit dem Stillsitzen und versuchen, nicht einzuschlafen, oder? Ich glaube: Religion. Aber auch nur deshalb, weil ich zwischenzeitlich mal eine gute Lehrerin hatte, bei der interessante Dinge diskutiert wurden.

7. Gibt es etwas Verrücktes, dass du unbedingt mal machen möchtest?:-P
Es ist zwar nicht wirklich verrückt, aber ein Wunsch: Ich würde gerne mal im Grand Canyon unten wandern.

8. Gehst du gerne ins Kino? Wenn ja, welchen Film hast du zuletzt gesehen?
Ich gehe gerne ins Kino, aber sehr selten. Letzte Woche war ich in „Feuerwerk am helllichten Tage“, das war eher Zufall. Eigentlich wollte ich in Grand Budapest Hotel, das mir über Twitter empfohlen wurde. Leider lief das aber im Furzkino und war fast ausverkauft. Letztendlich war ich aber froh darüber, mir hat der Film nämlich gut gefallen!

9. Welches ist dein Lieblingszitat?
„Nicht jedes Auto, das hupt, meint dich“ <– das ist mir aus irgendeinem Blogeintrag von Das Nuf hängengeblieben. Gefällt mir gut. Leider weiß ich die genaue Quelle nicht mehr.

10. Wenn du nur noch einen Tag zu leben hättest, was würdest du unbedingt noch machen wollen?
Die Frage überfordert mich, ganz ehrlich. Wahrscheinlich Abschied nehmen von meinen Lieben. Ich hoffe, es dauert noch lange, bis es so weit ist.

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So, uff. Verzeiht, wenn ich mir keine eigenen Fragen ausdenke, ich bin zu faul. Ich gebe die Fragen von gluecklich scheitern einfach unverändert weiter, weil sie mir gefallen und zum Nachdenken angeregt haben. Und zwar völlig unverbindlich an:

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Familie, Feminismus & Firlefanz
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2 Antworten zu Fragen über Fragen – Blogstöckchentag

  1. Pingback: Noch ein paar beantwortete Fragen | Craftingmom

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