Freundinnenbesuch. Früher und heute.

Früher, wenn die Freundin zu Besuch war, saßen wir stundenlang auf dem Sofa, tranken Tee, quatschten die Welt- und Beziehungsgeschichte durch, schlürften Eiskaffee in der Sonne, wanderten durch Berg und Tal, verbrachten die Nächte mit Chips, Wein und Zigaretten. Und am nächsten Tag schliefen wir gemütlich aus und ließen uns in den neuen Tag treiben.

Das mit dem Wein und den Chips haben wir dieses Mal auch wieder versucht. Sündhaft lange, so bis Mitternacht also ungefähr. Sie wissen wahrscheinlich, wie es ist, wenn unausgeschlafenen Müttern frühmorgens drei Kinder auf dem Kopf herumhüpfen? Wenn Sie schlaftrunkend ins Bad torkeln und Ihnen aus dem Spiegel ein zerknittertes Wesen entgegenblickt, das Sie keinesfalls näher kennenlernen möchten? Wenn Sie froh sind, Ihren Morgenkaffee nicht komplett ins Bett zu verschütten, weil die Kinder bereits Turnübungen darauf machen? Wenn Ihnen noch mindestens 12 Stunden Action, Futter organisieren, Nasen putzen, Popos abwischen, Fragen beantworten, Streit schlichten, Genörgel aushalten, Gekreische, Gehopse etc. pp. von überdrehten Bestands- und Besuchskindern bevorstehen, bis Sie sich wieder hinlegen können? Bzw. hinlegen könnten, denn sind die Plagen die lieben Kleinen im Bett, können Sie sich schlecht gleich danebenlegen und den Abend verschnarchen, nein, Sie müssen die raren Ruhestunden nutzen, um all das, was tagsüber im Kindertrubel unterging und von zahllosen MAAAMAAA-Rufen unterbrochen wurde, nun noch zu besprechen. Und schwups ist es schon wieder Mitternacht! Und noch schneller ist es wieder Morgen und kleine Kinder sitzen auf Ihrem Kopf und in Ihrem Badezimmerspiegel wohnt ein Monster … ach, lassen wir das.

In den wenigen Verschnaufpausen denken wir an früher. Was war das gemütlich. Weißt du noch, damals, als wir eiskaffeeschlürfend in der Sonne saßen und stundenlang das Weltgeschehen durchplauderten?

Aber so ist das halt. Früher war ja auch mehr Lametta. Nicht wahr?

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After-„Besuch-von-der Freundin-mit-Familie“-Symbolbild mit Kind2

 

Über cloudette

Familie, Feminismus & Firlefanz
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6 Antworten zu Freundinnenbesuch. Früher und heute.

  1. tikerscherk schreibt:

    „Bestandskinder“ ist gut, und das Monster im Badezimmerspiegel lässt sich mit Rotlicht oder einem getönten Spiegel besiegen. 🙂

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  2. Man wird richtig vernünftig wenn man Kinder hat 😉

    Ja, kenne ich auch. Vorausschauend leben um nicht unter die Räder zu kommen. Alleinerziehend zu sein hilft gleich noch mehr.

    lg
    Maria

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  3. zorafeldman schreibt:

    die tage, an denen wir ausschlafen und bis 14:00 kaffee schlürfen können, kommen früher wieder als uns lieb ist… bis dahin werden wir uns auch mit dem monster im spiegel anfreunden müssen. 🙂

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    • cloudette schreibt:

      das stimmt, da hast du wohl recht 🙂 Ich hatte das zwischendurch ja auch schon einmal, als Nr. 1 groß wurde. Und was das Monster angeht auch: *großer Seufzer*

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