Wo soll dieser Urlaub noch hinführen?

Urlaub. Ursprünglich wollten wir 3 Wochen wegfahren in die Wärme, doch dann erwischte mich irgendein bescheuertes Virus und ich lag die erste Urlaubswoche komplett flach. Zu schlapp zu allem. Also ab ins Bett und leiden und lesen und lesen und leiden und schlafen und lesen und ab und zu unter Aufbietung aller Kräfte Richtung Küche Bad wanken. Der Mann kümmerte sich aufopferungsvoll um Haushalt und Kind, das wegen Fasnet keine KiTa hatte, die ganze lange Woche durch.

Woche zwei begann mit einer kaputten Kaffeemaschine, Dauerregen und Renovierungsarbeiten bei den Nachbarn. Es sägte und hämmerte den lieben langen Tag. Aber immerhin war wieder KiTa. Da ich während meines Dahinsiechens bereits stundenlang gelesen, geschlafen, rumgelegen hatte, machten sich Hummeln in meinem Arsch breit. Nichts mehr mit faulenzen, jetzt erledigte ich wichtige Dinge, wie zum Beispiel uralte Gutscheine einlösen:

Grummelnd bezahlte ich die 3 in grünes Kraut gewickelte Blumen und versuchte nicht auszurechnen, wie oft ich dafür hätte Kaffee trinken, ins Kino gehen oder auf die Insel fliegen können. Bis zum richtigen Blumenladen habe ich es allerdings nicht mehr geschafft. Vielleicht in 9 Jahren dann.

Dafür habe ich gebacken. Simit, Brötchen, noch mehr Brötchen, Käsekuchen, der Backofen lief nonstopp – bis die Familie masthühnchengleich lethargisch in der Ecke hing und nicht mehr *papp* sagen konnte. Ich war beim Friseur, googelte Kinderbücher, wechselte den Kinderarzt, kaufte Stoff mit Robotermuster, las doch noch ein Buch, säte Chili, Tomaten, Gurken, machte keinen Sport, trank Kaffee in Cafés, kaufte ein Kleid und so weiter und so fort.

Verzweifelte Appelle a la „kannst du nicht mal chillen? Du hast doch Urlaub!1!11!!!!“ ignorierte ich souverän und holte Kleister, Pinsel und Lack aus dem Keller. Um neben all dem Vergnügen wenigstens noch einen Punkt auf meiner to-do-Liste abzuhaken. Einen recht unbedeutenden zwar, aber mit irgendetwas muss eine ja mal anfangen. Also nahm ich mir dieses Holzschubladenteil von Kind2 vor – ihr kennt diese Dinger, die gab es mal in jedem Möbelhaus (oder gibt sie vielleicht auch noch). Das wollte ich schon lange einmal aufmöbeln. Die Schubladen habe ich mit altem Geschenkpapier beklebt, das Gehäuse rot angemalt und die Griffe sind aus … naaaa? Erkennt ihr, oder?

Die Kinder nahmen derweil die Wohnung auseinander. Sie entdeckten die Wasserfarben, malten sich und die Puppen an und den Kinderzimmerteppich an. Nachdem sie alles in Schutt und Asche gelegt hatten, feierten sie mit ihren Puppen Geburtstag (ich musste Kronen basteln) und aßen mit ihnen Kuchen, wie sich das gehört. Zufällig hatte ich gerade Brownies gebacken.

In Woche drei werde ich wohl die Gartenhütte renovieren, mir eine komplett neue Garderobe nähen, die Küchenbank restaurieren, meine Klamotten ordentlich zusammenfalten und in den Kleiderschrank legen, den Keller aufräumen, meine Steuerklärung machen, alle Bücher nach Farben sortieren, eine dreistöckige Torte backen und Sport treiben.

Vielleicht lege ich mich aber auch einfach an den Strand und trinke Cocktails. Wir werden sehen.

Brownies. Noch ziemlich vollständig.

Brownies. Ist es sehr fies, wenn ich euch verrate, dass sie extrem lecker schmecken?

Schubladenteil im Raupe-Nimmersatt-Design.

Schubladenteil im Raupe-Nimmersatt-Design. Hübsch, oder? Und aus was sind nun die Griffe? (*hicks*)

Stellen Sie sich das jetzt mal 10 vor = Kinderchaos

Stellen Sie sich das jetzt mal 10 vor = Kinderchaos

Angemalte Kinder und Puppen beim Puppengeburtstag

Angemalte Kinder und Puppen beim Puppengeburtstag

 

 

Dieser Beitrag wurde unter Alltag mit Kind, freie Zeit abgelegt und mit , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

12 Antworten zu Wo soll dieser Urlaub noch hinführen?

  1. Tutti G-Land schreibt:

    Ich muss leise in mich hinein grinen, das kommt mir alles so bekannt vor… 🙂 Gute Besserung!

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  2. Greta schreibt:

    Na denn fröhliches Wirbeln! Ich kenn das. Wenn man halbgenesen im Bett liegt (icih auch grade), kommen einem die besten Ideen, was im Haushalt unbedingt mal für Projekte in Angriff genommen werden müssen. Man müsste nach jeder Krankheit dafür zwei Wochen Urlaub kriegen! Sehr, sehr hübsch, die Schubladen!

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    • cloudette schreibt:

      Danke dir :-)!
      Ja – Urlaub NACH der Krankheit finde ich auch gut (nicht während, wie ich das geschafft habe :-/). Sonst werden die guten Ideen ja nie umgesetzt.
      Wünsche dir gute Besserung! Und Urlaub! (Oder zumindest einigermaßen fitte „Krankheitstage“)

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  3. Bebe schreibt:

    ich kann nicht nicht fragen: was hast du bei Kinderbücher googeln gefunden? :p

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  4. Pfeffermatz schreibt:

    Ich glaube, den Sport kannst du dir schenken, so aktiv wie du bist! Und beim Sport entstehen auch nicht so leckere Brownies, tolle Möbelstücke oder glückliche Kinder 🙂 Weiter so!

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  5. Pingback: Valencia, liebe Valencia mein. Eine Städtereise mit Kind | cloudette

  6. blaupause7 schreibt:

    ich glaube, wenn ich bücher nach farben sortieren würde, fände ich gar nichts mehr.

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