Kommunikation 3.0 mit dem Kind

Facebook ist ja anscheinend bei Jugendlichen ziemlich out – zumindest seit sich Mama, Papa, Onkel, Tante und co darauf herumtreiben. Denn wer mag sich schon ewig mit der Frage beschäftigen, wie eins die Freundschaftsanfrage von Onkel x am elegantesten ignoriert oder wie man ihn mittels Erstellen komplizierter Listen unauffällig aus der eigentlichen Timeline aussperrt. Da wechselt eins doch lieber zu Whatsapp, Snapchat oder was es halt sonst noch so gibt und chattet dort, unbeobachtet von der Verwandtschaft, in diversen Gruppen mit den Freund*innen. Kind1 praktiziert das schon seit Jahren … (Moment mal. Wann genau habe ich mich gleich noch bei Facebook angemeldet? Hallo? KIND1???)

Der neue heiße Scheiß ist nun, nicht mehr umständlich Nachrichten ins Smartphone zu tippen, sondern einfach Sprachnachrichten zu verschicken. Das erzählte mir zumindest eine Freundin, die es wissen muss. Die lassen sich ja bei Whatsapp über einen Klick erstellen und man kann so ganze Romane drauflabern und nebenbei noch lässig rauchen, in der Nase bohren oder sich am Po kratzen. Die Empfängerin hört sich das dann irgendwann an und kann irgendwann genauso monologisch antworten.

Ich habe das natürlich als Berufsjugendliche auch gleich ausprobiert und muss sagen: Sehr cool! Viel besser als telefonieren. Zumindest in der Kommunikation mit einem viereinhalbjährigen Kind, bei dem Telefonate doch eher, wie soll ich sagen, etwas zäh und zeitintensiv sind (es will das Telefon nicht mehr hergeben, sagt aber eigentlich außer „Hallo Mama“ nur Quatschkram oder gar nichts).

Als ich gerade eine Woche lang weg war, schickten das Kind (mit väterlichem Support) und ich uns morgens Textnachrichten. Und da morgens meist eine sehr trödelintensive Zeit ist und es bis zur KiTa-Schließung um 9.00 Uhr doch oft knapp wird, spielten wir Feuerwehr, um das Ganze etwas zu beschleunigen:

  • Sprachnachricht Mama: „Einsatzzentrale an Kind2, Einsatzzentrale an Kind2, schnell anziehen und los gehts zur KiTa!“

7 Minuten später:

  • Sprachnachricht Kind: „Hallo hier ist das Einsatzkind, hallo hier ist das Einsatzkind, wir fahren los!!“
  • Sprachnachricht Mama: „Einsatzzentrale an Kind2, Einsatzzentrale an Kind2, macht das Blaulicht an!“

6 Minuten später:

  • Sprachnachricht Kind: „Hallo Mama!!! Wir sind da!!!“

Tja, so schnell war das Kind selten in der KiTa. Einzig die Aufforderung, das Blaulicht einzuschalten, führte wohl fast zum Eklat, weil es natürlich keines hatte. Blöd von mir. Das mache ich beim nächsten Mal besser.

Wenn das Kind allerdings Nachrichten schickt a la:

  • „Hallo Mama …………. weißt du noch, wie ich heiße?“

dann wird es Zeit, schleunigst wieder nach Hause zu fahren.

Sprachnachrichten Mama - Kind1

Auf den grünen Knopf drücken, um Sprachnachrichten aufzunehmen. Ganz einfach 😉

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Eine Antwort zu Kommunikation 3.0 mit dem Kind

  1. staublos schreibt:

    Super Idee! Hab ich bisher 1x bekommen und war im ersten Moment völlig verwirrt 🙂

    Gefällt mir

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