Wer erntet die weihnachtlichen Lorbeeren?

[Vorwort: Ich habe dieses Jahr nicht einen einzigen Blogpost veröffentlicht. Letztes Jahr habe ich es immerhin auf drei gebracht. So geht das ja nicht. Wozu hat man denn einen Blog, wenn man nie was reinschreibt? Also ändere ich das jetzt schnell mal, bevor dieses Jahr einfach so zu Ende geht.
Auf Instagram habe ich gerade bei @mareicares einen kleinen Rant* zur „unsichtbaren Weihnachtsarbeit von Müttern“ gelesen. Die laufen sich in der Adventszeit (und die Tage davor natürlich auch schon) die Hacken ab, um glitzernden Weihnachtszauber in die familiären Buden zu bringen: tolle Adventskalender, gefüllte Nikolausstiefel, Adventskränze, Deko, Plätzchen, Geschenke, pipapo – und das Ganze am besten mit bester Laune selbst bebastelt und gebacken. Versteht sich von selbst. Gehuldigt wird für den ganzen Aufwand dann allerdings nicht den Mütter, neeeein, die Herren Weihnachtsmann und Nikolaus erhalten am Ende den ganzen Dank. Mir fiel beim Lesen ein, dass ich in grauer Vorzeit auch etwas zum Thema geschrieben habe, das nach wie vor gut passt, drum mache ich es mir mal einfach und reposte das ganze Ding hier einfach mal:]

Nikolaus und Weihnachtsmann sind ziemlich gut organisierte Arbeitgeber, scheint mir. Niemand bekommt sie je zu Gesicht, niemand hat sie je selbst mit anpacken gesehen. Und trotzdem läuft der Laden, seit Hunderten von Jahren. Heerscharen von fleißigen Arbeiterinnen führen die vorweihnachtlichen Aufträge aus: Sie backen Plätzchen, produzieren Adventskalender, basteln Sterne, dekorieren Wohnungen, kaufen Geschenke, füllen rechtzeitig die Stiefel der Kinderlein und üben mit ihnen Weihnachtslieder. Und sie bereiten alles vor für das große Event, an dem der Weihnachtsmann – hohoho – den Geschenkesack schwingen kann.

Moment jetzt mal. Wir stellen uns in den Dienst zweier alter Herren, die selbst nicht einen einzigen Strohstern basteln, bei den Kindern dann aber die Lorbeeren abgreifen? Die sich Jahr für Jahr pompös feiern lassen, ohne einen Finger zu rühren? Die noch nicht einmal Weihnachtsgeld auszahlen für all die fleißigen Helferlein? Ist das nicht irgendwie ziemlich … äh … überholt? Ausbeuterisch geradezu? Und unfeministisch noch dazu? Die Frauen ackern und die Männer bekommen Ruhm und Ehre?

Da gibt es aber doch noch das Christkind, werden einige sagen. Das arbeitet zwar selbst auch nicht, aber es ist ja auch noch ein Kind, da ist das völlig ok. Außerdem ist es geschlechtlich neutral. Mädchen oder Junge oder was anderes. Mangels Untersuchungsobjekt konnte das wissenschaftlich noch nicht endgültig geklärt werden. Stimmt alles! Aber gegen die Herrenriege kommt es auch nicht an und es hat nur in ganz bestimmten Gegenden das Sagen.

Darum wäre doch mal langsam ein kleine Revolution in der Weihnachtsführungsetage angesagt! Oder zumindest eine kleine Umstrukturierungsmaßnahme. Was meint ihr? An den alten Bischof von Myra erinnert sich heute sowieso keiner mehr, überliefert ist auch nicht viel, er ist also nur noch eine Symbolfigur. Der Weihnachtsmann ist spätestens seit seiner Werbekampagne für eine große Zuckergetränkefirma etwas in Verruf geraten, der könnte eigentlich auch mal abtreten.

Also: Machen wir Nikolaus zu Nikola, das passt dann für er-sie-xier, und rasieren diesen albernen Bart ab. Hübschere Klamotten lassen sich sicher auch noch finden. Und beim Weihnachtsmann, tja, da bringt aufpimpen wohl nicht viel. Den ersetzen wir einfach durch …..  Trudi Rentier. Aber ohne rote Nase, wenn’s geht.

Dann haben wir wenigstens mal das mit den Lorbeeren für die Herren aus der Welt. Am Rest können wir danach weiteroptimieren.

Und jetzt entschuldigt mich, ich flüchte mal eben vor den aufgebrachten himmlischen Heerscharen.

Wahlweise könnte ich mich auch mit einem Eichhörnchen anfreunden.

*Der Rant von Mareike ist ebenfalls Repost, den ihr hier in voller Länge,nachlesen könnt.

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