Ein Baum fällt um

Ich war weit genug weg, um nicht erschlagen zu werden, und nah genug dran, um mir einen Riesenschreck einzufangen.
Der Sturm kam innerhalb von Minuten, hektisch packten wir unsere Siebensachen im Gärtchen zusammen und radelten gen Hause. Ich machte eine kleinen Abstecher zur Mülltonne an der Wiese, als der Sturm aufkam. Der Wald rauschte, Blätter flogen mir um die Ohren. Dann ein knarzenden Geräusch, ein Rumms – und wie ein Streichholz kippte der große Baum in der Mitte der Partywiese um. Bumm. Einfach so. Nie flitzte ich schneller über die Brücke, wer weiß am Waldrand schon, ob mir nicht der nächste auf den Kopf kracht. Den Müll nahm ich mit.

Als der Sturm vorüber war, fuhr ich noch einmal hin. Ein Mann stand da, es dämmerte schon, er weinte „So ein schöner Baum, das war der schönste hier“, sagte er. Wir standen eine Weile schweigend beisammen. Ein mächtiger, sehr alter Baum. Er war innen völlig morsch, ihn hielt nur noch der äußere Ring zusammen.

Zum Glück waren an dem Abend keine Menschen auf der Wiese, im Unterschied zum Tag davor, als viele die laue Sommernacht feierten. Wie oft saßen auch wir in seinem Schatten. Mit gutem Gefühl werde ich wohl so schnell nicht mehr unter einem Baum Schutz vor Regen & Sturm suchen. Mannomann.

Umgeknickt

Umgeknickt. The day after.

Attraktion heute

Attraktion heute

Innen völlig morsch

Innen völlig morsch

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5 Antworten zu Ein Baum fällt um

  1. Nesselsetzer schreibt:

    Da bin ich aber richtig froh, dass Du weit genug Abstand vom Baum hattest, denn wer hätte denn sonst die nächsten Eulen zeichnen sollen? Glück gehabt! Und ausserdem sollte sowieso niemand gerade unter Bäumen bei Regen oder Sturm Schutz suchen, denn es folgen auf solche Wettereskapaden häufig noch Gewitter mit gewaltigen Lichtbögen, die hübsch anzusehen sind, falls man nicht gerade selbst damit beschäftigt ist, als Blitzableiter zu fungieren. Und wie auch völlig unerwartet bei den ersten Anzeichen (dunkle Wolken) ein Blitz einschlagen kann, sieht man in einem meiner Artikel:
    http://nesselsetzer.wordpress.com/2012/07/01/einschlagende-grunde-keinem-baum-zu-vertrauen/

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  2. momatka schreibt:

    Was für ein Schreck. Du Arme. Ich kann es dir nachfühlen. Das war aber auch ein Sturm gestern. Zum Glück ist dir und euch nichts passiert. Liebe Grüße.

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  3. cloudette schreibt:

    @nesselsetzer: Danke! Hab’s angeschaut. Krass! Ja, bei Gewitter würde ich so einen Baum auch meiden. Ich hätte allerdings nie gedacht, dass ein äußerlich so intakt aussehender, vor Kraft strotzender Baum innerlich derart verfault sein könnte, so dass er einfach bei einem Windchen (äh, ja. Gut: Stürmchen) umknickt.
    @Momatka: Danke dir!!!

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  4. Katharina schreibt:

    Hui!
    Ja die Naturgewalten können eindrücklich sein. Gewalten halt.
    Hoffentlich hat kein Uhu in dem Baum gewohnt!

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  5. meineschreibblockadeundich schreibt:

    Puh! Da hätte ich es auch mit der Angst gekriegt. Gut, dass ihr heil heimgekommen seid!

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