Wann das Kind aufsteht

aufstehen

Woher weiß das Kind2 (genau 3 Jahre alt), dass Feier-Sonn-Ferien-oder-ein-sonstiger-potenzieller-Ausschlaftag ist?? Und warum steht es dann so früh auf?

Wenn jemand eine schlüssige Erklärung dafür hat, immer her damit!

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Weltbeste DJs für Eltern gesucht

Uncooler geht’s nicht: Wir sind pünktlich. Stehen um Schlag 23 Uhr vor der Tür zum Tanzschuppen, ein bisschen schwankend vor Müdigkeit und zittrig vom Schwarztee, aber wild entschlossen, es krachen zu lassen. Es ist dunkel. Und die Tür ist zu. Mhhh, wohl doch zu früh, so Clubabende gehen ja inzwischen erst sauspät los in unserem großstädtischen Dörfchen, also drehen wir noch eine Runde um den Block. Rüttel: zu. Noch eine Runde. Es ist kalt, festfrieren ist auch keine Lösung. Aus dem Café auf der Rückseite schauen uns zwei Typen beim Rundedrehen zu. Der komischen Tante mit Strickmütze auf’m Kopp und dem komischen Typen mit wirrem Haar. Haben die einen Knall?

Wir wechseln zwischendurch mal die Richtung, damit wir keinen Drehwurm kriegen, und verwerfen die Idee, noch ein Bierchen in der vollgestopften Kneipe nebenan zu trinken. Geht sicher gleich los, noch einmal rütteln an der Türe, an der ein fettes Plakat Party ab 11 verspricht. Wieso eigentlich so spät? Haben die alle keine kleinen Schreihälse, die sie morgens aus dem Bett scheuchen? Vermutlich nicht.

Nach einer Stunde (!) Abendspaziergang, dem teuersten, den ich je gemacht habe (den Babysitter freuts), fängt uns ein Freund ab und führt uns … äh. Ja. IN das Café. Zum geheimen Eingang in die Gruft. Vorbei an den beiden Typen, die den Eintritt abkassieren und sich eine leicht spöttische Bemerkung nicht verkneifen können: „Äh, ihr seid schon ein paarmal vorbeigelaufen, gell … wollten euch schon fragen, ob ihr was sucht.“ Witzisch. Witzisch.

Wobei, wären wir ne Stunde früher da gewesen, hätte es auch nix gebracht, es ist schlicht noch nichts los. Ein halbes Dutzend Leutchen steht am Rand herum, Bierflaschen in der Hand, die Musik dröhnt und es ist so kalt im Keller, dass ich meine uncoole Fleecejacke leider nicht ausziehen kann. Erst langsam kommt die Party in Schwung, ein bisschen tanzen, schließlich sind wir fest entschlossen, es krachen zu lassen, auch wenn der DJ es nun wirklich nicht druff hat und nach jedem Stück den Tanzeifer in den Keller sacken lässt. Rumstehen, warten, neuer Beat ….

Gegen 2, als wir bereits wieder nach Hause wanken, kommen die Leute. 4 einhalb Stunden später meint ein Kind, dass es Zeit zum Aufstehen ist. Irgendwie ist das nicht kompatibel: Partyanfangszeiten, unausgeschlafene Eltern und ein kleiner Brummkreisel. Ich glaub, ich mache hier mal einen Laden auf: Tanzen ab 20 Uhr mit den besten DJs der Welt. Für Eltern, exklusiv.

Ein kleiner Traum vom Abhängen in der Früh

Der Regen rauscht, Tropfen prasseln ans Fenster. Ich ziehe die Vorhänge zurück, es wird kaum heller im Zimmer. Trübe Nebelsuppe hängt in den Baumwipfeln, die Dächer glänzen, ein paar Meisen tschilpen zwischen  gelben Herbstblättern. In der Wohnung ist es still. Frühstücksreste auf dem Tisch, im funzeligen Schein der Lichterkette. Wo sind die beiden, Kind2 und sein Paps? Ein kurzer Anflug von Vermissen. Das Gekrähe und Gepoltere hängt noch in der Luft, bis vor wenigen Minuten war hier Morgenhalligalli, was ich mit über den Kopf gezogener Bettdecke zu ignorieren versuchte. Weiterschlafen, nur noch ein bisschen, die Nacht war mir zu kurz, wie immer eigentlich.

In die Ruhe hinein breitet sich ein kleiner Gedanke aus, wie das wohl wäre, wieder zurück aufs Sofa, unter die Decke, ein dicker fetter Kaffee, das Buch, den ganzen Tag einfach nicht aufstehn, den Regen rauschen lassen, lesen lesen lesen. Die Zeit verplempern, einfach nichts tun, im Schlafanzug natürlich. Aufstehen nur, um in die Küche zu schlurfen, dort alles stehen und liegen lassen, gepflegtes Versiffen im Krimirausch. Hach, wär das schön.

Ein fröhliches Krähen vor der Tür unterbricht den kleinen Traum, Maama maama, gut gelauntes Kind, zurück vom kurzen Ausflug zu den Nachbarn.

Ein bisschen vermisse ich das auch, manchmal, sagt der Liebste, als ich ihm vom Träumen erzähle. Die unverplante Zeit, plötzlich ist sie wie ein kleines Geschenk, so wertvoll. So wertvoll, weil sie so selten ist.

Wie ich mit dem Töchterchen in die Therme ging …

Hoher Besuch, das Töchterchen ist da. Mit dem Zug aus der fernen Ferne hergereist. Wir plaudern noch ein bisschen vorm Schlafengehen und verabreden uns für den nächsten Tag: Ich habe frei, wir wollen zusammen in die Therme gehen.

Der nächste Tag:

7.00: Kind 2 ist wach. Von Kind 1 keine Spur. Hatte ich auch nicht erwartet.

8.30: KiTa. Ruhe im Karton. Kaffee trinken, surfen, herrlich.

10 Uhr: Laaaangsam macht sich eine zarte Unruhe breit. Wollten wir nicht früh los? Noch ein bisschen aufräumen, weitersurfen, den 24. Kaffee trinken. Nix rührt sich.

11 Uhr: Der Magen knurrt weithin hörbar. Kind 1 scheints nicht zu stören. Es pennt. Ich frühstücke dann doch alleine.

12 Uhr: Die Ruhe macht mich nervös. Was mach‘ ich denn jetzt?
(Tsss. Wer an dieser Stelle vorschlagen möchte, ich solle die Tochter doch einfach mal wecken, kennt meine Kinder nicht: Beide morgenmuffelig, das eine von Geburt an (Nr. 2), das andere so geworden irgendwann. Von wem sie das wohl haben? Jedenfalls: Wecken = sch…***-Laune, das tu ich mir nicht an.)

13 Uhr: Ringgg! Eine Message: „Es ist ja schon 1!!! Was machst du?“. Sehr witzig. „Auf dich warten!!!!!“. Danach: Funkstille.

13.30 Uhr: Kind 1 erscheint. Im Schlafanzug. Leicht zerknittert. Macht erstmal einen Kaffee, vorher geht da eh nichts.

14.00 Uhr: Es hat den Bikini vergessen. Mein Badeanzug (der eingegangen sein muss, er passt mir nicht mehr) ist indiskutabel.

15.00 Uhr: Angezogen. Ausgehfertig. Eigentlich. Nur noch schnell ein paar 1000 SMS der lang nicht gesehen Heimat-Freund/innen beantworten, dann können wir los.

16.00 Uhr: Kind 2 muss vom Papa aus der KiTa abgeholt werden. Mama ist ja in der Therme in der Stadt. Einen Bikini kaufen.

18.30 Uhr: Wir sind da. Mit ca. 546 anderen After-Work-Planschern.

20.00 Uhr: Wir müssen wieder los. Das Töchterchen ist verabredet. Ist wichtig. Will nicht zu spät kommen. Ist klar.

I ♥ it

(oke, alles ab 14 Uhr ist fiktiv. Aber: 21 Jahre Erfahrung können nicht irren. Oder?)